1548-1665
Gasthaus im Pesch1548 wies der Magistrat den Armen ein ander hus bei dem observanten closter zu. Der Plan von Wenzel Hollar zeigt das neue Gasthaus als Hospital der armer fremblingen gegenüber dem Franziskanerkloster, der heutigen Marienkirche, auf dem Gelände der Peschschule. Die Stadt ließ in einem bereits bestehendem Gebäude, vermutlich einem alten Beginenhof, den Nachfolger des St. Agatha-Hospitales einrichten. Nachdem zunächst das Hospital als reines Pilgergasthaus diente, gibt es im Jahre 1563/64 bereits den Nachweis, dass eine gesonderte Kammer vur inwendige Krancke, also für kranke Dürener, angebaut wurde. Im Jahre 1559/60 wurden insgesamt 18 Kranke auswärtige wie ortsansässige- 4 bis 61 Tage lang gepflegt. Der Pflegesatz lag bei drei bis sechs Schilling pro Tag und einem Quantum Wein. Im gleichem Zeitraum ist nur eine Ausgabe für einen Heilkundigen aufgeführt. Für die Heilung von zwei Jungen erhielt Meister Hans Bartscherer ½ Malter Roggen. Nach der Gasthausordnung vom 11. August 1582 war der Gasthausmeister verpflichtet, die kranken, lamen und anderen ungesundten spätestens nach drei Tagen in das nächste Gasthaus transportieren zu lassen. Gesunde sollten morgens vor der Weiterreise ihr Bett aufschütteln und die Decke darüber breiten. Das Gasthaus wurde um 8 Uhr abends geschlossen, Bier und Wein war nur für Kranke erlaubt. Teilnehmern an Zechgelagen und Verweigerern des Gebetes drohte das Halseisen. Das Einnahmen lagen im Jahre 1559 bei der für damalige Zeiten hohen Summe von 677 Mark und einer großer Menge Getreide. Mit 60 Mark war die Stadt der größter Schuldner bei ihrem eigenen Hospital. Der Rückstand der Stadt wuchs bis 1725 auf 1709 Gulden an, konnte aber trotz Ermahnung der durch die Elisabethinnen eingeschalteten kurfürstlichen Regierung in Düsseldorf bis 1770 nicht eingetrieben werden. Wenn man nach einem Datum und einem Namen für den Beginn der modernen Krankenversorgung in Düren sucht, so wird man unweigerlich auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts und die Namen Margarete Brandroesters und Apollonia Radermechers stossen. Bereits im Jahre 1632 stiftete Margarete Brandroesters zwei Morgen Land und einen Garten vor dem Kölntor zum Bau eines Hospitales. Aufgrund der gefährlichen Lage in der Vorstadt wurde der Plan allerdings nicht verwirklicht. Trotz des Scheiterns des Hospitalprojektes St. Trinitatis ließ sie sich nicht davon abbringen, ihrer Heimatstadt ein Hospital zu stiften. So stellte sie 2000 Taler zur Verwirklichung des Projektes in Aussicht, stellte Anträge an den Magistrat und den Kurfürsten und nahm Kontakt mit den Aachener Elisabethinnen auf. Hier beschäftigte sich der Magistrat bereits im Jahre 1622 mit den unhaltbaren Zustände in den Hospitälern und so wurde Apollonia Radermecher als Gasthausmeisterin für das Gasthaus am Radermarkt verpflichtet mit dem ausdrücklichen Wunsch hier eine Kongregation von Elisabethinnen anzusiedeln. Ihre Erfahrungen mit Frauenorden in der Krankenpflege hatte sie im niederländischen Grootziekengasthuis in `s Hertogenbosch gesammelt. Von Aachen ausgehend entwickelten sich die Elisabethinnen zum überregionalen Frauenorden, der die Hospital- und Krankenhauspflege in Deutschland in weiten Bereichen prägte. Vergleichbar war nur der Männerorden der Barmherzigen Brüder, der eine ähnliche Stellung in der Krankenhauslandschaft erreichte und zum Teil heute noch hat. Da die Ansiedlung niederländischer Elisabethinnen misslang, stiftete Apollonia Radermecher selber im Jahre 1626 eine Kongregation von Elisabethinnen. Der Dürener Magistrat erkundigte sich im Jahre 1649 zunächst bei seinen Aachener Kollegen, ehe sie in Verhandlungen mit den Elisabethinnen traten. In einer Resolution des Rates vom 14. September 1650 wurden die Bedingungen der Elisabethinnen akzeptiert. Nachdem der Landesherr und der Erzbischof von Köln ebenfalls die Genehmigung zur Übersiedlung gegeben hatten, trafen am 6. Januar 1651 die ersten drei Elisabethinnen mit Maria Magdalena Crom als erste Mutter in Düren ein. weiter -> 1665-1864 |
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