Zur Geschichte der Kinderklinik
| Die ersten Kinderkliniken in Deutschland werden um das Jahr 1830 erwähnt. Im Krankenhaus Düren besteht eine Abteilung für kranke Kinder seit 1952. Die Kinderabteilung stand zunächst unter der Leitung der sehr engagierten Frau Dr. med. Cuypers. Unter ihrer Führung war die Behandlung der kranken Kinder vorwiegend naturheilkundlich ausgerichtet - Behandlungsmethoden, die in den folgenden Jahren moderner Medizin weitgehend verloren gingen, heute aber wieder verstärkt diskutiert werden. 1969 übernahm Herr Dr. med. Johannsen, der von der Universitäts-Kinderklinik Freiburg zu uns kam, die Leitung dieser Kinderklinik. Er führte als Spezialgebiet die Behandlung der Epilepsie im Kindesalter ein, entwickelte aber gleichzeitig in einer Zeit noch wenig spezialisierter, pädiatrischer Fachabteilungen auch zeitgemäße Behandlungsmethoden aller Erkrankungen des Säuglings- und Kindesalters. Ein deutlicher Einschnitt in der Entwicklung der Kinderklinik des Krankenhauses Düren vollzog sich 1976 mit dem Umzug aus dem „Wilhelminischen Altbau" in das sogenannte „Kinderhaus“. Das Kinderhaus ist in architektonisch geschickter Weise deutlich von dem großen Zentralbau der Erwachsenenmedizin abgegrenzt, funktionell jedoch eng mit ihm verbunden. Besonders wertvoll ist dies für die Zusammenarbeit mit der geburtshilflichen Abteilung unseres Hauses. Alle wichtigen Funktionseinheiten befinden sich auf einer Ebene. Kurze Wege zwischen dem Kreißsaal, dem geburtshilflichen Operationssaal, der Wöchnerinnenabteilung und der Früh- und Neugeborenenstation ermöglichen eine optimale Kooperation zwischen den Fachbereichen Geburtshilfe und Pädiatrie. In den folgenden Jahren verbesserten sich die Behandlungsmöglichkeiten von Kindern in der Klinik sowie insbesondere auch im ambulanten Bereich. Die Folge waren eine Verkürzung der Krankenhausbehandlungszeiten für Kinder und ein damit verbundener Rückgang der Krankenhausaufnahmen. Dies führte in allen pädiatrischen Abteilungen bzw. Kinderkliniken zu einer Verringerung der Bettenzahl - so auch in Düren. In unserem Hause sind die dabei freiwerdenden Räume in mehrfacher Hinsicht genutzt worden. So wurde ein Kindergarten eingerichtet, um über die medizinische und pflegerische Behandlung hinaus auch eine psycho-soziale und pädagogische Betreuung durchzuführen. Außerdem wurden Möglichkeiten geschaffen, mit dem kranken Kind auch die Mutter bzw. die Eltern aufnehmen zu können. Beides diente dem besonderen Anliegen unserer Kinderklinik, bei den Patienten die kindlichen Entwicklungsbedingungen stets zu beachten und zu respektieren. In der deutschen Pädiatrie sind vielerorts noch bis vor wenigen Jahren die Eltern aus den Kinderkliniken ausgeschlossen worden. Hier in Düren erfolgte unter der Leitung von Herrn Dr. med. Johannsen dagegen schon sehr früh die weitgehende Öffnung der Kinderklinik auch für die Eltern. Während in den Nachbarstädten noch um die Mitaufnahme der Eltern auf die Stationen gekämpft werden musste, konnten bei uns schon kurz nach dem Umzug in das neue Haus Eltern als Begleitpersonen in die Klinik aufgenommen werden. 1985 ist an der Klinik auch eine Schule für kranke Kinder eingerichtet worden, die bei länger dauernder Erkrankung Schüler aller Schulformen gezielt fördert, um neben der medizinischen Betreuung auch den für das Kind wichtigen Anschluss an die gewohnte Lerngruppe sicherzustellen. Zunehmende Offenheit der Klinik für kindliche und elterliche Ängste und Bedürfnisse und das Engagement für Kinder hier lebender ausländischer Mitbürger ermöglichten eine Entwicklung, die der Klinik eine bundesweite Auszeichnung als „kinderfreundliches wie auch ausländerfreundliches Kinderkrankenhaus" eingebracht haben. Seit 1980 ist das Krankenhaus Düren ein akademisches Lehrkrankenhaus. Im letzten Jahr ihrer Ausbildung werden die Studenten auch in unserer Klinik zur Anwendung ihres bis dahin mehr theoretischen Wissens am Patienten angeleitet. Die Dürener Kinderklinik ist bei den Studenten sehr beliebt; sie sind auch uns willkommen, wir lernen voneinander. Unsere Kinderklinik heute In unserem Kinderhaus gehören heute 18 Betten zur Kinderklinik, weitere Betten gibt es für die gesunden Neugeborenen und für Kinder als Patienten der Kliniken bzw. Fachbereiche des Hauses für Chirurgie und Urologie. Räumlich gliedert sich die Kinderklinik in eine Station für kranke Neu- und Frühgeborene sowie in eine weitere Station für Säuglinge, für Klein- und Schulkinder sowie auch für Jugendliche. Die Kinderklinik gewährleistet eine zeitgerechte Diagnostik und Behandlung der Krankheiten im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter, was in Problemfällen die Zusammenarbeit mit den benachbarten Universitätskliniken einschließt. Die Klinik stellt sich zugleich auch den Anforderungen, die durch die Zunahme von psycho-sozialen Störungen im Kindes- und Jugendalter aufgetreten sind. Das Engagement aller Mitarbeiter/-innen können wir auch für die Zukunft zusichern. |
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