Eröffnungsrede
| Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, verehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 100 Jahre Krankenhaus Düren am Standort Roonstraße ist wahrlich ein Grund zu feiern, denn wir blicken auf 100 Jahre medizinische Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Kreis Düren an diesem Standort zurück. Dr. Blum wird ja gleich die Geschichte des Krankenhauses Düren von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1417 aufzeigen, so will ich mich auf einige wenige Anmerkungen beschränken. Seit 1864 war das Krankenhaus ja im ehemaligen Franziskanerkloster an der Marienkirche untergebracht. Bei einem Brand 1890 wurde der Dachstuhl des Altbaus zerstört, 120 Kranke mussten evakuiert werden, doch auch nach der Renovierung zeigte sich immer mehr, dass dieses Krankenhaus viel zu klein war und zudem bestehende Mängel nicht behoben werden konnten. So legte der leitende Arzt Dr. Johnen in einer Denkschrift im Oktober 1893 dem damaligen Magistrat dringend den Neubau eines Krankenhauses nahe. Bereits zwei Monate später wurde das Grundstück an der Roonstraße gekauft, doch dann schleppten sich die weiteren Planungen so hin. Die Stadtverordnetenversammlung entschied sich dann, ihre Überlegungen zum Ausbau des alten Standortes endgültig fallen zu lassen und einen Neubau zu planen. Am 1. September 1904 wurde der Neubau des Krankenhauses von der Regierung genehmigt, und die Maßnahme konnte nach den Plänen des neuen Stadtbaumeisters Heinrich Dauer errichtet werden – für eine Summe von 1,33 Millionen Mark. Am 27. Oktober 1909 erfolgte dann die Einweihung mit insgesamt 195 Betten und fünf Abteilungen: innere Krankheiten, Chirurgie, Hals-Nasen-Ohren, Augen und Hautkrankheiten. Durch den späteren Neubau eines Infektionshauses und einer geburtshilflichen Abeilung wurde das Krankenhaus auf 400 Betten vergrößert. Im zweiten Weltkrieg wurde das Krankenhaus schwer beschädigt, dennoch wurden im Mai 1945 die ersten Kranken behandelt, ehe dann umfangreiche Instandsetzungsarbeiten stattfanden und die Patienten andernorts untergebracht werden mussten. Doch bereits Jahre später stellte sich wiederum die Frage nach einem Neubau, weil der vorhandene Bau unzulänglich war und dringend der Erweiterung bedurfte, nicht zuletzt aufgrund der stark wachsenden Stadt Düren. Nach langer Diskussion wurde dann der Neubau beschlossen, den ersten Spatenstich vollzog der damalige Landrat des Kreises Düren, Johannes Kaptain, am 19. Oktober 1970 und es folgte eine sechsjährige Bauphase, die allen Mitarbeitern und auch den Patienten vieles abverlangte, weil ja der Neubau auf dem selben Grundstück errichtet wurde. Am 7. Juni 1976 erfolgte dann die Einweihung. Von da an standen 1300 Räume mit 26,500qm Nutzfläche zur Verfügung, was ungefähr 3,5 Fußballplätze ausmacht. 1977 wurde dann das alte Städtische abgerissen, was viele heute noch bedauern, weil dieses alte Krankenhaus zu den schönsten Krankenhausbauten der wilhelminischen Zeit gehörte und eines der wenigen Gebäude war, die den Krieg überlebt hatten. Zwischenzeitlich hatten Stadt und Kreis Düren einen Zweckverband für das Krankenhaus Düren gegründet, woraus am 1. Januar 1976 eine gemeinnützige GmbH wurde – mit den beiden Gesellschaftern Stadt und Kreis Düren, und ich darf an dieser Stelle sagen, dass beide Gesellschafter den festen Willen haben, dieses Krankenhaus auch zukünftig kommunal zu führen. Wenn wir heute das 100jährgie Bestehen des Krankenhaus Düren am Standort Düren mit einem Tag der Offenen Tür feiern, dann blicken wir natürlich zurück, aber vor allem nach vorn. Der Standort eines Krankenhauses ist das eine, die angebotene Medizin das andere und das Wichtigere. Unser Anspruch ist klar: Wir sind ein Krankenhaus der Allgemeinversorgung, das allen Bürgern aus Stadt und Kreis Düren und darüber hinaus medizinische Leistungen auf hohem Niveau anbieten will und auch anbietet. Daran ist unsere Personalpolitik mit Blick auf die Chefärzte, aber auch die anderen Mediziner ausgerichtet. Die Patientinnen und Patienten sollen in unserem Haus nahezu alle medizinischen Eingriffe und Behandlungsmöglichkeiten erfahren, so dass nur in seltenen Fällen eine Verlegung in eine der nahe liegenden Universitätskliniken notwendig wird. Unser Anspruch ist hohe medizinische Kompetenz, aber zugleich sollen sich unserer Patientinnen und Patienten bei uns auch wohlfühlen, so weit dies aufgrund ihrer Krankheit möglich ist. Dafür leistet die Pflege einen entscheidenden Beitrag. Auch im Krankenhaus Düren hat es in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten große Veränderungen gegeben, und dies wird in Zukunft nicht anders sein. Durch den medizinischen Fortschritt sind die Operationsmethoden immer schonender geworden, und die Verweildauer in unserem Krankenhaus ist dadurch von 11,0 Tagen im Jahre 1989 auf 5,6 Tage im Jahre 2009 zurückgegangen. Viele Patientinnen und Patienten bleiben nur eine oder zwei Nächte und können dann wieder ambulant betreut werden. Dieser schnelle Umschlag stellt alle vor besondere Herausforderungen, die Ärzte und die Pfleger, aber auch die Patienten und ihre Familienangehörigen. Aber so kann derzeit rund 55000 Bürgern ambulant und stationär geholfen werden. (stationär 19.000, ambulant 36.000) Und wenn ich mir die aktuellen Fallzahlen ansehe, dann darf ich feststellen, dass die Nachfrage nach medizinischen Leistungen in diesem Haus kontinuierlich steigt. Dies ist für den Aufsichtsrat erfreulich, bedeutete aber auch Ansporn, gerade im nächsten Jahr in einen Bereich deutlich zu investieren, der in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist: in die Gestaltung der Zimmer einschließlich der sanitären Einrichtungen. Damit einhergehen werden notwendige Arbeiten an der Außenhaut. Ich hoffe sehr, dass wir mit dem heutigen Tag der offen Tür und den vielen Programmangeboten die Leistungsfähigkeit unseres Hauses so präsentieren, dass sie mit dem Eindruck nach Hause gehen, im Fall der Fälle bin ich in diesem Krankenhaus gut aufgehoben. Düren, im Dezember 2009 Karl-Albert Eßer Vorsitzender des Aufsichtrates |
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