Presseberichte
Dürener Zeitung vom 7.12.09Tag der offenen Tür im LungenflügelDas Dürener Krankenhaus feiert seinen 100. Geburtstag. Begehbare Modelle menschlicher Organe gehören zum Programm. Von Bruno Elberfeld Düren. Einen 100. Geburtstag feiert man in großer Runde. Da machte auch das Dürener Krankenhaus an der Roonstraße keine Ausnahme und lud am Samstag zu einem Tag der offenen Tür ein. Viele Gäste, allen voran Eltern mit ihren Kindern, nahmen diese Einladung gerne an. Voller Erwartung folgten sie den wegweisenden Fußstapfen auf dem Boden, die gewährleisteten, dass keine Station des bunten Geburtstagsprogramms verpasst wurde. Jede Abteilung im Haus hatte etwas zu bieten. Hinter den jeweiligen Ständen, in den Operationssälen, in der Röntgenabteilung, in der Onkologie – überall standen Experten, Ärzte, Techniker und Schwestern bereit, die die Besucher informierten, ihre Fragen beantworteten, Tests und Versuche durchführten. Eine lange Schlange bildete sich vor der Kardiologie. Besucher konnten sich dort ein Risikoprofil erstellen lassen. Blutfette und Blutzucker wurden gemessen. Die Getesteten mussten Alter, Gewicht, Größe und Lebensgewohnheiten angeben. Ein Computer wurde mit den Daten gefüttert. Zum Dank spuckte er ein Profil aus, das angab, wie viele Jahre der Proband voraussichtlich noch zu leben hat, wenn er beispielsweise weiter raucht und seine 120 Kilogramm Lebendgewicht hält. Das Programm riet dem Probanden auch, was er tun muss, damit der „schlechteste Fall“ nicht eintritt. Stark umlagert, besonders von Kindern und Jugendlichen, waren ein Lungen- und ein Darmmodell. „Karola, lauf’ doch mal durch den Darm!“, fordert eine Mutter ihre Tochter auf. Vor hundert Jahren, nach der Fertigstellung des ersten Krankenhauses an der Roonstraße, hätte ein solcher Satz zumindest befremdlich geklungen. Tradition und Zukunft „Wenn ich auf 100 Jahre Dürener Krankenhaus zurückblicke“, überlegte Professor Dr. Dietrich Gulba, Ärztlicher Direktor, „so fallen mir 100 Jahre Spitzenmedizin ein.“ Dazu gehören für ihn und seine Mitarbeiter der Blick zurück auf eine lange Tradition und der Blick in die Zukunft auf eine Medizin, die sich im Dienste der Menschheit weiter entwickeln werde. Schlag auf Schlag ging es draußen vor der Tür der Klinik weiter. Die Feuerwehr ließ Fett explodieren, Sanitäter verschiedener Hilfsorganisationen demonstrierten Rettungseinsätze. Der SAR-Rettungshubschrauber aus Holzdorf, seit Jahren in Nörvenich stationiert, schwebte mit Getöse ein und konnte bestaunt werden. Was würde wohl ein Arzt oder auch ein Patient aus dem Jahr 1909 denken und fühlen, wenn er das Aufgebot an technischen Geräten sähe? Oder gar ein Heiler oder Kranker aus dem 15. Jahrhundert? Wie der Mensch im Inneren aussah, das konnte einst nur vermutet werden – widersprach es doch dem Codex der Kirche, den menschlichen Körper, eine Schöpfung Gottes, aufzuschneiden. |
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Dürener Zeitung vom 7.12.09