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Ein fester Termin für den Sport ist wichtig – das hat Peter Schmitz schnell gemerkt: „Nur dann bleibt man dauerhaft fit!“ Übungsleiterin Martina Dolfen gibt wertvolle Tipps. Foto: Christoph Lammertz

Der entscheidende Hinweis kam von der Hausärztin. „Sie müssen etwas tun, um wieder leistungsfähig zu werden. Das kommt nicht von alleine“, sagte die Hausärztin – und Peter Schmitz gehorchte. Die akute Phase seiner Herzerkrankung hatte er überstanden. Jetzt galt es, körperlich wieder fit zu werden. „Ich habe mir mehrere Herzsportgruppen angeschaut. Entschieden habe ich mich für die Herzsportgruppen im Gesundheitszentrum des Krankenhauses Düren, da sie mir von einem Bekannten wärmstens empfohlen wurden“, erinnert sich der 76-Jährige. 2009 war das. Acht Jahre später ist Peter Schmitz ein sportlich fitter Senior – und nach wie vor regelmäßig dabei, wenn seine Herzsportgruppe sich im Gesundheitszentrum zum Training trifft.

In den Herzsportgruppen, die der Verein zur Förderung des Gesundheits-, Präventiv- und Rehasports e.V. im Gesundheitszentrum des Krankenhauses Düren anbietet, treffen sich Herzpatienten inzwischen seit zwölf Jahren, um durch gezielt angepasstes Training ihre Leistungsfähigkeit wiederzuerlangen. Mittlerweile gibt es 13 Herzsportgruppen, unterteilt in drei Leistungsgruppen. Für Herzsportteilnehmer, die zudem unter Diabetes oder unter einer arteriellen Durchblutungsstörung in den Beinen leiden, hat der Verein vor kurzem eine eigene Gruppe aufgemacht, um noch gezielter auf die Bedürfnisse dieser Sportler eingehen zu können.

Die Herzsportstunde beginnt mit einem pulsgesteuerten Ausdauertraining, das individuell auf den einzelnen Teilnehmer abgestimmt ist. Weiter geht es mit Übungen zur Verbesserung der Koordination und der Beweglichkeit, das ganz nebenbei noch zum Training für die grauen Zellen wird. Es folgt ein Muskelaufbautraining, bei dem die Teilnehmer je nach Belastungsfähigkeit mit Gewichten, Hanteln, Thera-Bändern oder Stäben arbeiten. Zum Abschluss der Stunde werden die beanspruchten Muskelgruppen gedehnt, manchmal gibt es dazu noch eine kleine Entspannungseinheit.

„Schön ist, dass ich jetzt nicht nur von meiner Hausärztin, sondern auch beim Herzsport alle auftretenden Fragen zu meiner Erkrankungen durch die betreuende Ärztin Frau Dr. Flaßhove oder die Herzsportübungsleiterinnen, die auch alle sehr nett sind, beantwortet bekomme“, sagt Peter Schmitz. Kontinuierliche körperliche Aktivität beugt nicht nur körperlichen Erkrankungen vor, sie hilft auch, bei bestehender Erkrankung die körperliche Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen – vorausgesetzt, medizinische Fachkräfte kontrollieren und steuern das individuell angepasste Training sorgfältig. Damit kein Herzsportteilnehmer über- oder unterfordert wird, hält der Herzsportübungsleiter unter Aufsicht des der Ärztin, die die ganze Zeit vor Ort ist, die aktuelle Verfassung sowie die Trainingsbelastung jedes einzelnen Teilnehmers fest.

Ziel des Trainings ist es, die Leistungsfähigkeit so zu steigern, dass der Alltag wieder einfacher zu bewältigen ist und die Lebensqualität wieder steigt. Kontinuierliches Training ist dafür unerlässlich. Das hat auch Peter Schmitz gemerkt: „Regelmäßig etwas für die eigene Gesundheit zu tun, ist wichtig. Ich habe damals nach dem Ablauf meiner ersten Verordnung aufgehört. Aber man tut nur tatsächlich dann etwas, wenn man einen festen Termin hat. Nach einem Jahr ohne Training habe ich gemerkt, dass meine körperliche Leistungsfähigkeit wieder zurückgegangen ist, darum habe ich dann auch mit einer neuen Verordnung wieder mit dem Herzsporttraining angefangen.“ Er fühle durch den regelmäßigen Sport viel leistungsfähiger und sei durch die Gymnastik auch beweglicher geworden, berichtet der 76-Jährige. Und er fühle sich sicherer, da er durch den Herzsport gelernt habe, sich leistungsmäßig selbst besser einschätzen zu können.

Und was sagt die Hausärztin? „Meine Hausärztin ist sehr zufrieden mit meiner Leistungsfähigkeit“, freut sich Peter Schmitz. „Ich schaffe es mittlerweile, auf dem Ergometer eine Dauerwattzahl von 70 bis 80 Watt über eine halbe Stunde lang zu treten. Früher war bei 50 Watt Schluss.“