Mitarbeiter entlassen und angezeigt

Das Krankenhaus Düren hat einen Mitarbeiter wegen Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung angezeigt und fristlos gekündigt. Aufgefallen ist der Mitarbeiter, als Hinweise an die Geschäftsführung Zweifel an der Echtheit seiner Dissertation zur Erlangung des Titels „Dr. med.“ nährten. Wie wir nach intensiven Recherchen herausgefunden haben, soll der Mann, der als Assistent bei uns arbeitete, nicht nur die Promotionsurkunde gefälscht, sondern auch seine ärztliche Berufserlaubnis (Approbation) durch die Bezirksregierung Köln dort offenbar erschlichen haben.

Unsere Nachforschungen ergaben zunächst, dass die von dem Mitarbeiter vorgelegte Promotionsurkunde offenbar gefälscht ist. Laut der Universität, die die Urkunde angeblich ausgestellt haben soll, sei die Doktorarbeit dort nie geschrieben worden. Die gleiche Auskunft erhielten wir von zwei anderen Hochschulen, an denen der Mann angeblich in einem zweiten Studienfach ein Diplom und einen weiteren Doktortitel erworben haben soll. Unter dem Eindruck dieser Erkenntnisse haben wir bei der Bezirksregierung noch einmal um Bestätigung der Echtheit der Approbationsurkunde gebeten, die den Mitarbeiter zur Ausübung des ärztlichen Berufs ermächtigte. Die Echtheit wurde uns schriftlich bestätigt. Unsere Hinweise waren jedoch Anlass für Nachforschungen beim Landesprüfungsamt. Dabei stellte sich heraus, dass der Mann zwar Medizin studiert haben soll, aber vermutlich keine Prüfung absolviert hatte. Das Zeugnis des Landesprüfungsamtes, das er bei der Bezirksregierung in Köln zur Erlangung der Approbation vorgelegt hatte, war womöglich gefälscht. Die Bezirksregierung hat inzwischen ebenfalls Anzeige erstattet.
Wir haben den Mann auf Basis eines guten Leumundes aus der Klinik, in der er vorher tätig war, eingestellt. Seine Approbationsurkunde wurde wie üblich vor der Einstellung auf Echtheit geprüft und von der Bezirksregierung als echt bestätigt. Wir hatten also keine Veranlassung, an seiner Qualifikation zu zweifeln. Auch die Arbeit des Mannes gab dazu keinen Anlass. Wir sind sehr froh darüber, dass wir uns nach dem Hinweis auf den vermutlich falschen Doktortitel intensiv mit der Vita des Mitarbeiters befasst haben und so das ganze Ausmaß des Falls aufdecken konnten.

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