Reine Kopfsache Foto: Christoph Lammertz

Dürener Krankenhaus, Dürener Zeitung und AOK veranstalten ein Patientenforum "Medizin hautnah" zum Thema Kopfschmerz.

Das Patientenforum "Medizin hautnah" geht in die nächste Runde. Am Dienstag, 6. Juni, dreht sich ab 18 Uhr im Foyer des Krankenhauses Düren alles um das Thema „ Kopfschmerzen erkennen, verstehen, behandeln“.

 „Es gibt 37 Arten von Kopfschmerzen, und für alle gibt es ein Mittel“: Wenn Dr. Stefan Hegemann diesen bekannten Werbeslogan eines Arzneimittelherstellers hört, kann der Oberarzt und Schmerztherapeut am Krankenhaus Düren nur mit dem Kopf schütteln. Denn ganz so einfach ist es nicht. „Das Thema ist weitaus komplexer, als es die Werbung uns Glauben machen will“, betont der 43-Jährige, der an der Roonstraße seit 2013 in der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie tätig ist. Daher widmet sich das nächste Forum "Medizin hautnah", eine Gemeinschaftsveranstaltung von Krankenhaus Düren, Dürener Zeitung und AOK, am Dienstag, 6. Juni, ab 18 Uhr im Foyer des Krankenhauses an der Roonstraße unter der Überschrift „Reine Kopfsache“ explizit dieser Volkskrankheit. Die Wahrscheinlichkeit, einmal im Jahr Kopfschmerzen zu bekommen, liegt in Deutschland bei über 56 Prozent. „Es trifft also mindestens jeden Zweiten einmal im Jahr“, betont Hegemann, der an diesem Abend mit seinem Kollegen Dr. Manuel Dafotakis, Oberarzt für Neurologie am Uniklinikum Aachen, erklären wird, wie man Kopfschmerzen erkennt, versteht und behandelt.

„De facto gibt es etwa 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen“, erklärt der Experte. Von der klassischen Migräne über den Spannungskopfschmerz, der sich mit einem dumpfen, drückenden bis ziehenden Schmerz bemerkbar macht, und den sogenannten Trigeminus-Schmerz mit plötzlich einschießenden Symptomen, bis zum episodisch auftretenden Cluster-Kopfschmerz, der in der Regel immer einseitig im Augenbereich auftritt und mit immensen Schmerzen bis zur Schläfe ausstrahlt. Nicht zu vergessen der Kopfschmerz nach Medikamentenübergebrauch, betont Hegemann, der jeden treffen kann, der Kopfschmerzmittel an mehr als zehn Tagen im Monat, länger als drei Tage hintereinander oder mehr als zweimal täglich einnimmt. Hier ist die Therapie am einfachsten, sagt der Experte: „Einfach die Medikamente absetzen.“

In der Regel aber ist die Behandlung weitaus komplexer. Schmerzmediziner wie Stefan Hegemann nehmen sich daher ausgiebig Zeit für den Patienten. „Eine Therapie beinhaltet viele Gespräche mit dem Patienten“, betont Hegemann, der umfasende Informationen über die körperliche, berufliche und auch seelische Verfassung der Betroffenen einholt, bevor er einen Therapieplan erstellt. Dabei spielt auch der sogenannte „Kopfschmerz-Kalender“ eine wichtige Rolle, in der jeder Patient notieren muss, wann und warum ein Kopfschmerz aufgetreten ist, wie stark er war, ob es Begleiterscheinungen gegeben hat und welches Medikament in welcher Dosierung mit welcher Wirkung genommen wurde. Alles hat Einfluss auf die Art der Behandlung. In diesem Zusammenhang wird Dr. Stefan Hegemann beim Forum Medizin hautnah auch die neue Migräne-App der Schmerzklinik Kiel vorstellen und erklären.

Dr. Manuel Dafotakis wird am 6. Juni vor allem über die Migräne-Behandlung mit Botulinustoxin sprechen, besser bekannt unter dem Begriff „Botox“. Denn was die wenigsten wissen dürften: Mit „Botox“ können nicht nur Falten temporär geglättet werden, die Substanz kann auch die Häufigkeit und die Stärke von Migräne-Anfällen vermindern. Beide Experten beantworten nach ihren Vorträgen auch noch Fragen aus dem Publikum.

„Da vielfach nicht die Ursache, sondern der Kopfschmerz als Symptom behandelt wird, ist im Rahmen einer multimodalen Therapie eine spezialisierte Schmerztherapie von großer Bedeutung“, sagt AOK-Regionaldirektor Waldemar Radtke. „Es freut uns sehr, dass wir mit dem nächsten Medizinforum in Düren die von dieser Volkskrankheit Betroffenen aufklären und informieren“, freut sich der AOK-Chef auf das nächste Forum. Der Eintritt zu "Medizin hautnah" ist wie immer ebenso frei wie das Parken an diesem Abend auf dem Parkplatz oder im Parkhaus des Krankenhauses.

Jörg Abels, Dürener Zeitung

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