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Prof. Josef Beuth referierte auf Einladung des Darmkrebszentrums im Krankenhaus Düren über Naturheilverfahren und Komplementärmedizin bei Krebs. Foto: Christoph Lammertz

Viele Patienten und Angehörige fragen sich nach der Diagnose „Krebs“, ob es neben der Schulmedizin weitere unterstützende Maßnahmen gibt, um die Lebensqualität zu verbessern. Antworten auf diese Frage gab der renommierte Krebswissenschaftler Prof. Dr. Josef Beuth rund 70 interessierten Besuchern in seinem Vortrag über „Naturheilverfahren und Komplementärmedizin bei Krebs“. Das Darmkrebszentrum des Krankenhauses Düren hatte zu dem Patientenforum mit dem Leiter des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Universität Köln in das Kongresszentrum der kommunalen Klinik eingeladen.

Nach der Begrüßung und Einführung durch Priv.-Doz. Dr. Michael Flaßhove, Leiter der Onkologie am Krankenhaus Düren, betonte Prof. Beuth gleich zu Beginn, dass die Komplementärmedizin keine alleinige Krebstherapie ist, sondern zur Linderung von Nebenwirkungen und zur Verbesserung der Lebensqualität diene. Nicht nur für an Darmkrebs Erkrankte, sondern für alle Krebspatienten seien eine gesunde Ernährung, körperliche Aktivität sowie die psychologische Betreuung wesentliche Grundpfeiler während und nach der Therapie.

Ganz wichtig sei, sich ausgewogen zu ernähren und regelmäßig Obst, Gemüse und Getreide zu essen. Bei speziellen Diäten solle man jedoch Vorsicht walten lassen, betonte Beuth. Diese seien „häufig wissenschaftlicher Unsinn“. Als gute Ergänzung nannte der Professor Enzyme, zum Beispiel in Form von Selen-Enzym-Linsenextrakten, zur besseren Verträglichkeit von Chemo-, Strahlen- und Hormontherapie. Vorsicht sei hingegen bei sogenannten Wundermitteln oder Alternativtherapien geboten. Oft schadeten derart angepriesene Mittel mehr als dass sie nutzten. Eine Wirkung könne meist wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.

Neben der gesunden Ernährung sei es wichtig, trotz der kräftezehrenden Behandlung körperlich aktiv zu bleiben, sagte Beuth. Dafür müsse man nicht „dreimal pro Woche in die Muckibude rennen“, es reiche völlig, viel Bewegung in den Alltag zu integrieren, spazieren zu gehen und anstelle des Aufzugs regelmäßig die Treppe zu nutzen.

Bei der psychoonkologischen Betreuung müsse jeder für sich herausfinden, welche Form von Unterstützung ihm guttue. Aber ungeachtet der vielfältigen Möglichkeiten betonte der Experte, dass die Geborgenheit in der Familie oder unter guten Freunden sowie ein stabiles soziales Netzwerk dabei helfen, mit den Belastungen fertig zu werden. Ein gesunder Egoismus – also die Fähigkeit, sich auch einmal etwas zu gönnen, auf sich zu achten und sich auch einmal helfen zu lassen – sowie Gelassenheit und das Annehmen der Situation seien wichtig und hilfreich, ergänzte Beuth.

Nach einer von Dr. Serhat Aymaz, Chefarzt der Gatroenterologie im Krankenhaus Düren, moderierten Fragerunde schloss Prof. Beuth seinen kurzweiligen Vortrag mit der Quintessenz: „Aktivieren Sie Ihre Sinne, Gefühle und Kräfte, um die Glücksmomente des Lebens zu erkennen und auszuleben.“ 

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