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Priv.-Doz. Dr. Michael Flaßhove, Dr. Serhat Aymaz, Dr. Klaus Döring, Dr. Telja Pursche, Priv.-Doz. Dr. Hermann Jansen und Priv.-Doz. Dr. Christof Börgermann (von links) werben am 4. November für die Krebsvorsorge. Foto: Jörg Abels, Dürener Zeitung / Dürener Nachrichten

Krebs! Diese Diagnose will niemand von seinem Arzt hören. Sie ist immer ein Schock. Oftmals sind die dann erforderlichen Therapien komplex und mit enormen Belastungen für den Patienten verbunden, physisch wie psychisch.  Und leider sind sie nicht immer erfolgreich. Krebs ist in Deutschland immer noch die zweithäufigste Todesursache.

Dabei kann Krebs heute in vielen Fällen geheilt werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Krankheit so früh wie möglich erkannt wird. Wird der Tumor im Frühstadium entdeckt, können bei manchen Krebsarten nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft neun von zehn Erkrankten geheilt werden. Dennoch nutzt nur jede zweite Frau über 20 und jeder fünfte Mann über 45 die kostenlosen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. Scham, Unsicherheit Unwissenheit – die Gründe sind vielschichtig, ist Priv.-Doz. Dr. Michael Flaßhove vom Krankenhaus Düren überzeugt, auch wenn Hausärzte verpflichtet sind, je nach Alter des Patienten auf die Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchungen hinzuweisen, wie sein Chefarzt-Kollege Dr. Serhat Aymaz betont. Frauen werden ab dem 50. Lebensjahr sogar zum Mammografie-Screening (Röntgen der Brust) eingeladen. Trotzdem nehmen nur 50 Prozent der 50- bis 69-Jährigen dieses Angebot wahr, weiß Dr. Telja Pursche. Dabei ist Brustkrebs in 86 Prozent der Fälle heilbar, wie die Spezialistin vom Brustzentrum des Dürener Krankenhauses betont, „je früher desto besser, im frühen Stadium sogar bei bis zu 98 Prozent“. In Deutschland erkranken jährlich rund 72.000 Frauen. „Aber auch Männer können Brustkrebs bekommen“, erklärt die Experten, zwar weitaus seltener (rund 650 Fälle pro Jahr), dafür aber oft im weiter fortgeschrittenen Stadium mit entsprechend schlechteren Prognosen. Und weil Vorsorge so eminent wichtig ist, steht das Thema im Mittelpunkt des nächsten Forums "Medizin Hautnah", zu dem das Krankenhaus Düren, die AOK und die Dürener Zeitung / Dürener Nachrichten am Montag, 4. November, 17 bis 19 Uhr, ins Tagungszentrum am Dürener Dorint-Hotel einladen.

„Vorsorge  - Ich geh hin! Du auch?“ lautet das Thema, das nach einer kurzen Einführung von Dr. Michael Flaßhove als Leiter des Darmkrebszentrums von vier Experten des Dürener Krankenhauses in kurzen Vorträgen beleuchtet wird.  Prov.-Doz. Dr. Christof Börgermann erklärt die Früherkennung des Prostatakarzinoms und wird dabei versuchen, mögliche Ängste vor einer Untersuchung zu nehmen. Wichtig ist ihm auch der Hinweis auf den Wert des prostataspezifischen Antigens, das sich im Blut nachweisen lässt. Allerdings müsse er richtig interpretiert werden, betont der Chefarzt, um voreilige Operationen mit eventuell weitreichenden Folgen wie Inkontinenz oder Impotenz zu vermeiden. Börgermann will auch für Hodenkrebs sensibilisieren, den schon junge Männer verhindern können, wenn sie schon mit bloßem Tasten am eigenen Körper frühzeitig  Veränderungen feststellen.

Anschließend widmet sich Dr. Klaus Döring dem Lungenkrebs, für den es aktuell zwar noch keine Vorsorgeuntersuchung gibt, die aber insbesondere für die Hochrisikogruppe der Raucher kommen werde, da die Kosten für die Behandlung von Lungenkrebs bei weitem die Summe übersteigt, die der deutsche Staat mit der Tabaksteuer einnimmt.  „In den USA ist sie schon etabliert“, erklärt der Facharzt. Es geht auch hier darum, den Krebs in einem Stadium zu erkennen, in dem er noch behandelt werden kann.

Oder dass er wie beim Thema Darmkrebs, dem sich Dr. Serhat Aymaz, erst gar nicht ausbricht. „Es gibt hier eine echte Vorsorge, weil man die Vorstufen erkennen und behandeln kann.“ Dr. Aymaz spricht von Polypen im Darm, aus denen sich nach zehn Jahren Krebs entwickeln könnte. Und um diese zu erkennen, ist noch nicht einmal eine Darmspiegelung, die bei Frauen ab dem 55. Lebensjahr und bei Männern neuerdings sogar bereits ab dem 50. Lebensjahr von den Kassen bezahlt wird, erforderlich. Oft reicht schon eine Untersuchung auf Blut im Stuhl, weil die Polypen mehr bluten als das normale Gewebe. „Leider wird von den beiden Möglichkeiten nur von 25 Prozent der Vorsorgeberechtigten Gebrauch gemacht“, bedauert Dr. Aymaz.

Dr. Telja Pursche schließlich wird für die Brustkrebs-Vorsorge werben und sie erklären. „ Damit haben wir an diesem Tag 95 Prozent aller Krebsarten abgedeckt“, betont Flaßhove, der mit seinen Kollegen im Anschluss an die Vorträge natürlich auch wieder Fragen aus dem Publikum beantwortet – in einer gemeinsamen Diskussionsrunde, aber auch im persönlichen Gespräch.  Der Eintritt ist wie immer frei.

Jörg Abels, Dürener Zeitung / Dürener Nachrichten