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Das Brustzentrum Düren informiert im Haus der Stadt

Düren. Warum Früherkennung von Krebs? Diese Frage beantworteten die Fachärzte bei der Veranstaltung des Brustzentrums Düren, einer Einrichtung von St. Marien-Hospital und Krankenhaus Düren, einhellig. Im gut gefüllten Haus der Stadt in Düren erfuhr das Publikum, dass dann die Heilungsrate bei über 90 Prozent liegt. Und dass sie abnimmt, je später ein Tumor entdeckt wird. Ziel der Mediziner ist es, die Todesrate bei Krebserkrankungen zu senken.

Privatdozent Dr. Michael Flaßhove, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie im Krankenhaus Düren, erläuterte, wann Früherkennungsuntersuchungen sinnvoll sind: Wenn mehr Menschen durch eine frühzeitige Behandlung geheilt werden können. Das ist der Fall bei Tumoren des Dickdarms, der Brust, der Prostata und des Gebärmutterhalses. Darmkrebs kann sogar vermieden werden, wenn die Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen würden, wie Dr. Thomas Heyer, Chefarzt der Inneren Medizin im St. Marien-Hospital, deutlich machte. Schamgefühl sei völlig fehl am Platz, stellt Dr. Heyer klar. Darmkrebs entsteht meist aus Polypen, die im Darm entstehen, wenn die Schleimhaut sich verändert. Diese können bei der Vorsorgedarmspiegelung meist direkt entfernt werden. Ab dem 55. Lebensjahr haben Versicherte Anspruch auf diese Vorsorgekoloskopie.

Darmkrebs liegt sowohl bei Männern als auch bei Frauen an zweiter Stelle der Krebserkrankungen. Die häufigste Krebserkrankung der Frau ist der Brustkrebs, die häufigste beim Mann der Prostatakrebs. Die Entstehung des Brustkrebses ist weitgehend unklar, erklärte Prof. Dr. Gerd Crombach, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im St. Marien-Hospital. Zu 90 Prozent entstehe er sporadisch, in fünf bis zehn Prozent der Fälle sei er erblich bedingt. Wenn ein Tumor in der Brust eine Größe von fünf bis zehn Millimetern im Durchmesser aufweist, spricht der Mediziner von Früherkennung. Bei der Tastuntersuchung der Brust, die die Frau selbst durchführen kann, handelt es sich nicht um Früherkennung, da der Tumor dann bereits größer ist. Deshalb ersetzt diese auf keinen Fall die Vorsorgeuntersuchung beim Arzt. Das seit zehn Jahren bestehende Mammografie-Screening, in dessen Rahmen 50- bis 69-Jährige zu dieser Untersuchung eingeladen werden, um bereits kleine Karzinome zu entdecken, zeigt nach Auswertungen, dass früher höhere Therapieerfolge vorliegen. Die Akzeptanz dieses Programms ist gut.

Besonders Männer gehen sehr selten zu Vorsorgeuntersuchungen. Privatdozent Dr. Christof Börgermann, Chefarzt der Urologie im Krankenhaus Düren, empfiehlt den Männern, ab dem 40. Lebensjahr zum Urologen zu gehen. Dann könne der Verlauf des prostataspezifischen Antigens (PSA) dokumentiert werden. Die Bestimmung des PSA-Wertes sei ein Teil der Früherkennungsuntersuchung. Das Prostatakarzinom sei häufig, aber meist nicht aggressiv, jedoch nur im Frühstadium heilbar. Die Abstände zu Folgeuntersuchungen werden dann je nach Ergebnis individuell festgelegt.

Prof. Dr. med. Hans-Josef-Beuth ging anschließend der Frage nach, ob das Krebsrisiko durch bestimmte Maßnahmen gesenkt werden kann. Er ist Direktor des Institutes zur Evaluierung naturheilkundlicher Verfahren in der Medizin am Universitätsklinikum Köln und berät sowohl erkrankte als auch gesunde Menschen. Kernpunkt seines Vortrags: „Achten Sie auf Ihren Lebensstil." Dazu gehören die ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse, Getreide, körperliche Fitness durch regelmäßige Bewegung, und seelische Balance. Essen soll Freude machen, Bewegung soll gut tun, seelische Balance soll für Entspannung sorgen, betonte der Fachmann. Diese Punkte können das Risiko, zu erkranken, senken, wie Studien zeigen. Werden Ernährungsempfehlungen eingehalten und Übergewicht vermieden, kann das Risiko für Krebs oder Herz-Kreislauferkrankungen gesenkt.

Bürgermeister Paul Larue hatte zu Beginn der Veranstaltung die gute Zusammenarbeit von Krankenhaus Düren und St. Marien-Hospital im Brustzentrum Düren hervorgehoben. Weitere Kooperationen und Absprachen zwischen Krankenhäusern, aber auch zusammen mit den niedergelassenen Fachärzten, sollen dazu beitragen, die beste Versorgung in Stadt und Kreis Düren vorzuhalten. Die Voraussetzungen dafür seien im Kreis sehr gut. Barbara Feykens, Stabsstellenleiterin Medizinische Versorgung der AOK Rheinland/Hamburg, Regionaldirektion Düren-Jülich, hatte in ihrem Grußwort die rechtzeitige Therapie angesprochen, die nach einer frühen Diagnose erfolgen kann. Da auch zu wenige ihrer Versicherten Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen, wirbt die Krankenkasse ebenfalls dafür, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Informationsschreiben zur Darmkrebsvorsorge führten etwa dazu, dass mehr Menschen diese Untersuchung wahrnehmen.

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