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Beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Deshalb boten die Kardiologie mit Chefarzt Dr. Hermann Roth (l.) und die Anästhesie mit Chefarzt Prof. Dr. Stefan Schröder (2.v.l.) beim Patientenforum im Krankenhaus Düren auch ein Reanimationstraining an. Foto: Christiane Kraft

Patientenforum im Krankenhaus Düren mit Information und Reanimationstraining.

Bundesweit werden im November Informationsveranstaltungen zum Thema „Herz in Gefahr“ angeboten. Auch die Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin des Krankenhauses Düren beteiligte sich wieder an der großen Aufklärungsaktion der Deutschen Herzstiftung. Rund 100 Besucher nutzen die Gelegenheit, sich im Krankenhausfoyer über die Themen Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt zu informieren. Die Kernbotschaft des Abends lautete: „Die meisten Menschen sterben an einem Infarkt, weil niemand handelt. Ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebungschance um 10 Prozent pro Minute.“


Chefarzt Dr. Hermann Roth berichtete gleich zu Beginn seines Vortrags darüber, dass in Deutschland etwa 52.000 Menschen im Jahr einen Herzinfarkt erleiden. „Wenn ein Infarkt zum Tod führt, dann in 90 Prozent der Fälle, bevor der Patient das Krankenhaus erreicht“, sagte Dr. Roth. Gerade deshalb müsse Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Die Hauptursache des Herzinfarkts sind verstopfte Gefäße. Dr. Roth führte aus, dass Nikotin, Diabetes, eine Fettstoffwechselstörung, arterielle Hypertonie und eine genetische Belastung die Entstehung einer Koronaren Herzkrankheit begünstigen. Das Wichtigste sei, seinen Lebensstil zu ändern. Eine mediterrane Küche mit frischem Gemüse, Salat, öfter mal Fisch statt Fleisch, die Reduktion tierischer Fette sowie regelmäßige Bewegung und Nikotinverzicht gehörten dazu. So lasse sich nicht nur der Entstehung einer Koronaren Herzkrankheit entgegenwirken, sondern auch Lebensqualität und Leistungsfähigkeit verbessern. Auch die Einnahme von Aspirin eigne sich zur gezielten Vorbeugung, da Aspirin das Blut verdünne und somit verhindere, dass die Blutplättchen verklumpen und die Gefäße verstopfen.

Erst ab einer 60- bis 70-prozentigen Durchblutungsstörung des Herzens verspüre man die sogenannten Angina-Pectoris-Beschwerden, die sich unter anderem als Druck- oder Engegefühl in der Brustgegend äußern, sagte Dr. Roth. Sollten Beschwerden zunehmen und die Zeitabstände geringer werden, sei es angeraten, lieber einmal mehr als einmal zu wenig den Notarzt zu rufen.

Das Wissen um schnelle Hilfe rette definitiv Menschenleben, betonte der Chefarzt. Und deshalb bot das Krankenhaus den Besuchern des Patientenforums nach einem kurzen Vortrag zur Reanimation von Oberarzt Dr. Sebastian Paschke („Als Ersthelfer kann man nur gewinnen. Prüfen, Rufen und Drücken – jede Minute zählt“) ein Reanimationstraining an. Unterstützt wurde dies von der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Zudem nutzen viele Besucher das Angebot, das neue Herzkatheterlabor zu besichtigen, das nach dem Umbau und der Investition in neue Messplätze eines der modernsten in Deutschland ist.