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Nach dem Vortrag von Dr. Hermann Roth (links) und Dr. Ingo Zillessen (2. von rechts) haben die Besucher im Krankenhaus Düren wieder die Gelegenheit, die Herzdruckmassage an Übungspuppen zu trainieren.

Mit rund 1,8 Millionen Betroffenen in Deutschland ist das Vorhofflimmern die häufigste Herzrhythmusstörung. Unbemerkt und unbehandelt kann sie zur großen Gefahr für Herz und Gehirn werden. Herzschwäche und Schlaganfall drohen.

Wie kann man Vorhofflimmern erkennen und den normalen Herzrhythmus wieder herstellen? Mit Medikamenten? Mit einem Kathetereingriff oder mit einer Operation? Welche Fortschritte bei den Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung gibt es? Welche Rolle spielen Bluthochdruck, Diabetes und andere Erkrankungen bei der Entstehung des Vorhofflimmerns? Antworten auf diese und weitere Fragen geben die Herzspezialisten des Krankenhauses Düren am Donnerstag, 8. November, von 18 bis 20 Uhr im Foyer des Krankenhauses. Mit ihrem Patientenforum beteiligt sich die Kardiologie der kommunalen Klinik an den Herzwochen 2018, die von der Deutschen Herzstiftung unter das Motto „Herz außer Takt“ gestellt wurden.

Das Risiko von Vorhofflimmern betroffen zu sein, steigt mit dem Alter. Bei Menschen unter 50 Jahren liegt die Häufigkeit bei deutlich unter einem Prozent, bei den über 80-Jährigen zwischen neun und 16 Prozent. Beim Vorhofflimmern kreisen in den Wänden der Herzvorhöfe schnelle elektrische Erregungswellen, die die Pumpfunktion der Vorhöfe soweit behindern, dass sich dort im langsamer fließenden Blut Gerinnsel bilden können. Diese Gerinnsel können mit der Blutströmung verschleppt werden und dann Arterien im Körper oder Gehirn verschließen und zu Infarkten oder Schlaganfällen führen.

Vorhofflimmern kann zwar auch ohne erkennbare Ursache auftreten, jedoch zählen besonders Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, die koronare Herzerkrankung und Diabetes zu den Risikofaktoren. So steigert ein hoher Blutdruck das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, etwa auf das Doppelte. Eine Herzinsuffizienz sogar auf das Viereinhalb- bis Sechsfache. Es sollte also darauf geachtet werden, diese Erkrankungen rechtzeitig zu behandeln. Dr. Hermann Roth, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie im Krankenhaus Düren, und sein Stellvertreter Dr. Ingo Zillessen werden die Entstehungsmechanismen und Risiken des Krankheitsbildes aber auch die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten im Rahmen eines Vortrags ausführlich beleuchten. Im Anschluss an die Vorträge haben die Besucher die Gelegenheit, den Referenten ihre Fragen zu stellen.

Und dann heißt es: Mitmachen! Dr. Detlef Struck, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Kreis Düren, wird anschaulich auf das Thema Reanimation eingehen und die Angst vor der Herzdruckmassage nehmen. Er wird erklären, wie eine Herzmassage korrekt durchgeführt wird und wie man sich bei einem Herzstillstand richtig verhält. Für die Teilnehmer besteht anschließend die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen an Übungspuppen praktisch umzusetzen.

Der Eintritt zum Patientenforum ist frei, Teilnehmer parken auf dem Gelände des Krankenhauses kostenlos.