Wucherungen im Verdauungstrakt

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Dickdarmkrebs entsteht häufig aus pilzförmigen Wucherungen des Darms, so genannte Polypen. In den frühen Stadien - bevor der Krebs Metastasen bildet - ist Darmkrebs meist gut operabel. Im Verlauf der Tumorentwicklung durchdringt der Krebs zunächst die Gewebeschichten des Darms (Stadium I bis II). Im weiteren Verlauf (Stadium III und IV) dringen Tumorzellen in umliegende Gewebe wie zum Beispiel Lymphknoten ein und können so über Blut- und Lymphsystem in weit entfernten Organen wie Lunge oder Leber Tochtergeschülste bilden.

 

• Kurative Operation

Hauptziel ist die völlige Entfernung des betroffenen Darmabschnitts und der zugeordneten Lymphgefäße und Lymphknoten. Dabei wird ein ausreichender Sicherheitsbereich von gesundem Darmgewebe mit entfernt.

Da der Dickdarm recht lang ist, bedeutet der Verlust eines Teils für seine Funktion in der Regel keine Beeinträchtigung. Bei zwei Dritteln der Patienten befindet sich die Erkrankung oberhalb des Mastdarms, so dass die Erhaltung des normalen Stuhlgangs möglich ist.

Wird nur ein kurzer Abschnitt des Darms entfernt, können im einfachsten Fall die Enden wieder zusammengenäht oder -geklammert werden.

Nur in schwierigen Fällen (z.B. Durchbruch eines Tumors in die Bauchdecke, akutem Darmverschluss oder Infektion der Bauchhöhle) werden nach der Entfernung des Tumors die Dickdarm-enden nicht direkt zusammengefügt, sondern ein vorübergehender, künstlicher Darmausgang (Anus praeter, Stoma) geschaffen. Dabei wird der Stuhlgang vorzeitig durch die Bauchhaut ausgeleitet und in einem auf der Haut befestigten luftdichten Beutel geruchlos aufgefangen. Durch dieses Verfahren wird die frische Darmnaht entlastet. Nach ungestörter Wundheilung wird der künstliche Darmausgang nach etwa 6 bis 12 Wochen in einer weiteren Operation wieder verschlossen und der natürliche Verdauungsweg wieder hergestellt.

Bei einem Drittel der Darmkrebspatienten ist die Erkrankung im Mastdarm. Dank moderner Operationsverfahren ist auch hier in den meisten Fällen eine Erhaltung des natürlichen Darmausgangs möglich. Liegt der Tumor jedoch so nahe am Darmausgang, dass der Schließmuskel mit entfernt werden muss, bleibt der künstliche Darmausgang dauerhaft bestehen.

 

• Palliative Operation

Auch wenn der Darmkrebs schon weit fortgeschritten und mit einer vollständigen Heilung nicht mehr zu rechnen ist, entschließen sich Ärzte oft für eine palliative Operation. Dadurch können Beschwerden gelindert und drohende Komplikationen, wie ein lebensbedrohlicher Darmverschluss, verhindert werden. Zu einem Darmverschluss kann es kommen, wenn das Krebsgewebe weit ins Darminnere wächst und schließlich keine Stuhlpassage mehr möglich ist.

Der Chirurg versucht dann durch eine Verkleinerung des Krebstumors möglichst die Engstellen am Darm zu beseitigen. Ist dies nicht möglich wird entweder eine Umgehung des Tumors geschaffen (Umgehungsanastomose) oder vor dem Tumor ein künstlicher Darmausgang angelegt.