Krebs ist häufig gut heilbar. Dennoch verursacht Krebs viele Ängste. Daher möchten wir Sie medizinisch optimal behandeln und gleichzeitig bei Ihren Sorgen und Ängsten unterstützen. Das Krankenhaus Düren ist auf die Behandlung von bösartigen Erkrankungen spezialisiert. Hier sind unter einem Dach alle wichtigen Partner für eine optimale Behandlung vereint: Neben der Frauenklinik sind das Hämato-Onkologie, Viszeralchirurgie, Urologie, Pathologie, Radiologie und Strahlentherapie.

Unser Gynäkologisches Krebszentrum befindet sich in der Planungsphase für das Zertifizierungsverfahren. Sie profitieren von der Erfahrung der Chefärztin Dr. Heike Matz. Sie ist Gynäkologische Onkologin und langjährig auf gynäkologische Krebserkrankungen spezialisiert. Neben einer optimalen operativen Therapie ist uns aber auch eine menschliche Zuwendung bei diesen belastenden Erkrankungen sehr wichtig und wir unterstützen Sie begleitend mit zahlreichen Maßnahmen. 

Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Behandlung einzelner Krankheitsbilder:

 

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Gebärmutterhalskrebs wird durch bestimmte Humane papilloma Viren (HPV) verursacht und entwickelt sich über Krebsvorstufen. Da ein Gynäkologe den Gebärmutterhals gut einsehen und Abstriche entnehmen kann, ist es möglich, nicht nur einen Krebs früh festzustellen, sondern auch durch Behandlung der Vorstufen einen Krebs zu vermeiden.
Die gynäkologische Krebsvorsorge war das erste, sehr erfolgreiche Modell, die Entwicklung einer bösartigen Erkrankung zu verhindern. Diese Vorsorge erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen und in unserer Dysplasiesprechstunde. Für die Behandlung des Gebärmutterhalskrebses sind moderne Konzepte von ganz entscheidender Bedeutung. Die sorgfältige gynäkologischen Untersuchung und bildgebende Verfahren sind die wichtigsten Voruntersuchungen. Die moderne, minimal-invasive Untersuchung der Lymphknoten durch eine Bauchspiegelung ermöglicht eine sehr genaue Diagnose, auf der die weitere erfolgreiche Behandlung basiert. Neben einer einfachen Kegelumschneidung des Gebärmutterhalses, einer einfachen Gebärmutterentfernung werden teilweise auch erweiterte Gebärmutterentfernungen notwendig, die nach Möglichkeit ebenfalls schonend als Bauchspiegelung durchgeführt werden können.
Eine Strahlenbehandlung ist eine ebenfalls sehr erfolgreiche Alternative zu einer Operation. Welche Behandlung die sinnvollste ist, hängt von allen Ergebnissen der Untersuchungen ab. Die Therapie wird immer im enger Kooperation mit den Pathologen, Radiologen und Strahlentherapeuten in unserer Tumorkonferenz geplant.

Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)

Gebärmutterkörperkrebs geht von der Schleimhaut der Gebämutter aus. Das typische Symptom sind Blutungsunregelmäßigkeiten oder Blutungen nach den Wechseljahren. Dadurch werden die meisten Endometriumkarzinome früh entdeckt. Es werden zwei wesentliche Typen unterschieden. Der häufigste Typ I verhält sich relativ gutartig und ist meist durch eine einfache Entfernung der Gebärmutter mit den Eierstöcken einfach zu behandeln. Der Typ II ist biologisch aggressiver und erfordert auch die Entfernung der Lymphknoten und möglicherweise eine Nachbehandlung. Je nach Situation können wir das Endometriumkarzinom minimalinvasiv mit einer Bauchspiegelung operieren. Dieser Eingriff ist schonend und nicht sehr belastend. In anderen Situationen bedarf es manchmal einer ausgedehnten Operation und eventuell auch weiterer unterstützender Therapien, um eine möglichst hohe Heilungschance zu erreichen.

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Das Ovarialkarzinom wird häufig erst spät erkannt, weil es lange Zeit keine oder nur unspezifische Symptome hervorruft. Oft wird der Verdacht auch durch Hausärzte gestellt, weil sich Wasser im Bauchraum angesammelt hat. Am Anfang stehen die körperliche Untersuchung der inneren Organe und vor allem eine vaginale Ultraschall-Untersuchung durch einen Frauenarzt. Diese Untersuchung wird ggf. durch Blutuntersuchungen, eine Computertomographie und/ oder Kernspintomographie ergänzt. Die Diagnose wird meist erst durch die Operation mit feingeweblicher Untersuchung gestellt. Leider liegen neben dem Tumor im Beckenbereich auch häufig Absiedlungen im Bauchraum vor. Aus mehreren Studien wissen, wir, dass die Patientin in hohem Maße davon profitiert, auch diese vollständig zu entfernen. Dazu sind teilweise ausgedehnte Operationen und Entfernungen des Bauchfells notwendig. Umso wichtiger ist die operative Expertise des gynäkologischen Krebsspezialistens, der in guter Zusammenarbeit mit den Narkoseärzten (Anästhesie) und Bauchchirurgen (Viszeralchirurgie) eine optimale Basis für die üblicherweise folgende Chemotherapie schaffen kann.

Vulva- und Vaginalkarzinom

Bösartige Erkrankungen der kleinen Schamlippen und auch der Scheide sind relativ selten. Leider werden Beschwerden und neu aufgetretene Veränderungen häufig verdrängt oder aus falscher Scham erst spät ein Arzt aufgesucht. Die Diagnose kann durch eine kleine Probeentnahme einfach gestellt werden. Die Angst vor verstümmelnden Operationen ist meist unbegründet, denn mit modernen OP-Techniken kann der Tumor meist mit gutem kosmetischem Ergebnis entfernt werden. Die Entfernung der Lymphknoten kann oft durch die schonendere Wächterlymphknotenmethode vermieden werden. Manchmal schließt sich eine Strahlentherapie an die Operation an oder wird gerade beim Krebs der Scheide mit gutem Erfolg alternativ zur Operation durchgeführt.

Dysplasien

Dysplasien beschreiben Auffälligkeiten im feingeweblichen Aufbau. In der Gynäkologie werden diese Auffälligkeiten meistens durch den gynäkologischen Abstrich im Rahmen der Krebsvorsorge festgestellt. Die sehr erfolgreiche gynäkologische Krebsvorsorge wurde in den 70er Jahren eingeführt. Es ist gut nachgewiesen, dass durch Teilnahme an der Krebsvorsorge und die Behandlung von Krebsvorstufen die Entwicklung zum Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom-LINK) verhindert werden kann.
Dadurch ist das Zervixkarzinom vom häufigsten Unterleibskrebs zu einem seltenen Krebs geworden. Dysplasien und Krebsvorstufen treten jedoch um ein Vielfaches häufiger auf, und noch häufiger als Dyplasien sind auffällige Krebsabstriche. Wenn in der Krebsvorsorge ein auffälliger Abstrich festgestellt wird, so kann dies viele Ursachen haben. Wenn der Verdacht auf Dyplasien gestellt wird, so sind die Konsequenzen nicht starr und nicht für jede Patientin gleich. Es fließen viele Faktoren zusammen und sind abhängig auch vom Alter der Patientin. Daher erfolgt die Abklärung von auffälligen Abstrichen heute im Rahmen einer Dysplasiesprechstunde.
Im Rahmen der Sprechstunde werden alle Befunde erneut beurteilt und dann mit einer speziellen Lupe, dem Kolposkop, der Gebärmutterhals, die Scheidenwände und das äußere Genitale untersucht. Veränderungen können mit Betupfen von verdünnter Essigsäure oder Jodlösung sichtbar gemacht werden. Dann können sehr gezielt Proben von auffälligen Arealen entnommen werden. Die Probeentnahme ist nicht sehr schmerzhaft. Erst durch die Probeentnahme kann geklärt werden, ob dem auffälligen Abstrich eine Dysplasie zugrunde liegt. Leichte Dysplasien können meistens beobachtet werden und verschwinden häufig durch selbstheilende Kräfte des Körpers.
So können durch einfache Kontrolle unnötige Eingriffe vermieden werden. Schwere Dysplasien sollten jedoch operativ behandelt werden. Dann kann der Befund gezielt und schonend durch die Anwendung modernster Methoden wie Laser und Hochfrequenzschlinge unter mikroskopischer Sicht entfernt werden. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt.