Das Team der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie befasst sich mit der Diagnose und Behandlung aller chirurgischen Erkrankungen der Organe der Brusthöhle (Lunge, Speiseröhre, Thymusdrüse) und der Bauchhöhle (gesamter Magendarmtrakt, Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse, Bauchfell). Die operative Behandlung der endokrinen Organe (Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Nebenniere), der Bauchwandhernien (Leistenbruch, Nabelbruch, Narbenbruch) und Erkrankungen der Körperweichteile gehören ebenfalls zu unserem Fachgebiet. Darüber hinaus besteht eine hohe Fachkompetenz zur Versorgung von Krankheiten des arteriellen und venösen Gefäßsystems. Selbstverständlich arbeiten wir in allen Gebieten nach dem neuesten Stand der medizinischen Erkenntnisse.

Um diese Aufgaben zu erfüllen, stehen unserer Klinik umfangreiche räumliche, apparative und personelle Möglichkeiten zur Verfügung. Unsere Klinik umfasst 60 stationäre Betten aufgeteilt auf zwei Stationen. Für die Behandlung von Patienten nach großen Operationen, komplizierten Krankheitsverläufen oder mit akut lebensbedrohlichen Erkrankungen ist die operative Intensivstation 1B mit 13 Patientenbetten vorhanden. Kinder werden zusammen mit den Kollegen der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin betreut.

Für ambulante Operationen ist eine Tagesklinik eingerichtet, die von allen operativen Abteilungen genutzt wird. Hier können die Patienten unseres Fachgebietes, deren Erkrankungen einen ambulanten Eingriff erlauben, versorgt werden. In der Tagesklinik erfolgt auch die ambulante Vorbereitung von geplanten, stationären Operationen, so dass viele Patienten erst am Operationstag aufgenommen werden müssen. Die Versorgung von Notfällen ist zudem über 24 Stunden in der Zentralen Notaufnahme gewährleistet.

Die operative Versorgung erfolgt täglich in durchschnittlich 3 bis 4 Operationssälen in unserem Zentral-OP. Die ambulante Vorstellung ist in Spezialsprechstunden für die Allgemein- und Viszeralchirurgie, die Gefäßchirurgie und die Thoraxchirurgie organisiert. Zur Diagnostik und Therapie von Enddarmerkrankungen ist eine proktologische Sprechstunde etabliert.

Ohne entsprechende apparative Ausstattung ist moderne Chirurgie nicht denkbar. So stehen uns zahlreiche Geräte zur Verfügung, die eine moderne Diagnostik und Therapie erst möglich machen.

Durch die Minimalinvasive Chirurgie (MIC), auch als Schlüssellochchirurgie bekannt, ist es heute möglich, in geeigneten Fällen auf eine große Eröffnung der Brust- und Bauchhöhle zu verzichten. Diese Art der Operation wird in großem Umfang eingesetzt. Auch die neuen Innovationen in diesem Gebiet wie zum Beispiel die so genannte Einzelzugangsspiegelung (Single-Port-Laparoskopie) oder die Verwendung von noch weiter verkleinerten Instrumenten gehört zu unserem Spektrum. Es stehen hierfür zwei HD-Laparoskopietürme zu Verfügung. Moderne Verfahren zur Gefäßversiegelung und Präperation wie Ultraschall, Wasserstrahldissektion und Ligasure werden von uns genutzt. In Zusammenarbeit mit der gastroenterologischen Klinik ist auch während der Operation eine Endoskopie möglich, um etwa kleinere Befunde sicher zu lokalisieren. Auch intraoperativ ist eine sonografische Untersuchung möglich, um tief im Gewebe der Bauchorgane gelegene Herde nachzuweisen. Röntgen ist im Operationssaal beispielsweise zur sicheren Platzierung von Stents oder Kathetern ebenfalls selbstverständlich möglich.

Eine sehr seltene Komplikation der Schilddrüsenoperation stellt die mögliche Verletzung des Stimmbandnerven dar. Neben einer sorgfältigen anatomischen Darstellung der Nerven, in der Regel mit Lupenbrillen, lässt sich dieses Risiko durch Einsatz des Neuromonitorings weiter minimieren. Ein spezielles elektronisches Gerät überprüft während der Operation die Nervenfunktion. Dieses Gerät wird auch zu Vermeidung von Komplikationen während einer Operation an den Halsschlagadern genutzt.

Bei der Behandlung von Patienten mit Darmerkrankungen und künstlichem Darmausgang steht darüber hinaus eine Pflegefachkraft zur Beratung und Schulung zu Verfügung.

Um eine bestmögliche Betreuung der Patienten auch nach einer Entlassung zu erreichen, ist die Planung von Rehamaßnahmen und die Organisation der häuslichen Versorgung ein wichtiger Faktor. Hier erfolgt die enge Zusammenarbeit mit der Pflege- und Sozialberatung des Krankenhauses.

Zur Betreuung von Patienten mit komplexen Wunden wird außerdem eine Wundsprechstunde zur ambulanten Kontrolle und Therapie angeboten.

Die Ärztekammer Nordrhein hat unserer Abteilung die volle Weiterbildungszeit für die Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie sowie mit der Chirurgie I die Erlaubnis zur Durchführung des common-trunk erteilt.