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Beate Rahn, Dr. Axel Sauerwald, Mücella Türker und Dr. Susanne Brandner (von links) stellten beim Patientinnentag der Frauenklinik im Krankenhaus Düren Möglichkeiten vor, das körperliche Wohlbefinden während der Krebstherapie zu stärken. Prof. Dr. Gerd Crombach (hinten) vertrat das St. Marien-Hospital, das mit dem Krankenhaus Düren im Brustzentrum kooperiert. Foto: Christoph Lammertz

Beim Patientinnentag im Krankenhaus Düren werden ergänzende Heilverfahren vorgestellt.

Brustkrebspatientinnen und ihre Angehörigen suchen oft nach Möglichkeiten, ergänzend zur „schulmedizinischen“ Behandlung noch etwas zu tun, um mit der Erkrankung und insbesondere den Nebenwirkungen besser umgehen zu können. Die Frauenklinik und das Brustzentrum im Krankenhaus Düren haben bei ihrem Patientinnentag 2015 deshalb die Möglichkeiten der Komplementärmedizin in den Mittelpunkt gestellt. Über 100 Besucher kamen ins Kongresszentrum der Klinik an der Roonstraße.

Der Begriff „Komplementärmedizin“ beschreibe Heilverfahren, die in Ergänzung zu einer konventionellen Krebstherapie eingesetzt werden. Die Komplementärmedizin stelle also keine Alternative zu den etablierten Krebstherapien dar, sondern ergänze und begleite sie, betonten Oberärztin Mücella Türker und Fachärztin Dr. Susanne Brandner in der von Chefarzt Dr. Axel Sauerwald moderierten Informationsveranstaltung. In jeder Phase einer Krebserkrankung sei es das Ziel dieser Verfahren, den Organismus zu stützen und zu stärken, Nebenwirkungen der Therapie zu mildern und die Betroffenen zu ermutigen, selbst etwas zur Heilung und zu einer verbesserten Lebensqualität beizutragen.

„Es können Maßnahmen aus unterschiedlichen Teildisziplinen wie Ernährungs- und Sportmedizin, Psychoonkologie, Phytotherapie oder Akupunktur eingesetzt werden“, sagte Susanne Brandner. Diese seien immer abgestimmt auf die individuelle Situation der Patientin und würden nur unter Abwägung möglicher Nebenwirkungen und Interaktionen von komplementär- und schulmedizinischen Verfahren angewandt. So könne beispielsweise bei Schlafstörungen unter Chemotherapie eine Kombination aus Elementen der Ordnungstherapie, moderatem Ausdauertraining, Entspannungsübungen sowie hydrotherapeutischen und phytotherapeutischen Maßnahmen zur Steigerung des Wohlbefindens eingesetzt werden. An der Frauenklinik des Krankenhauses Düren wird derzeit eine komplementärmedizinische Sprechstunde für die onkologischen Patientinnen aufgebaut. Dafür steht ein Team qualifizierter Ärztinnen und Therapeuten zur Verfügung, die Krebspatientinnen vor, während und nach einer Krebsdiagnose kompetent beraten und begleiten können.

Über das Krankheitsbild Fatigue informierte während des Patientinnentags die Psychoonkologin Beate Rahn vom Brustzentrum Köln-Holweide. „Krebsbedingte Fatigue ist ein quälendes, anhaltendes, subjektives Gefühl von körperlicher, emotionaler oder kognitiver Müdigkeit oder Erschöpfung, das im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung oder -therapie auftritt und die Alltagsfunktionalität enorm beeinträchtigt“, erklärte Beate Rahn. Viele der Besucherinnen fanden sich in den Symptombeschreibungen wieder. Umso wichtiger waren die zahlreichen Hilfestellungen, die die Psychoonkologin in ihrem Vortrag anbot. Bevor medikamentöse Möglichkeiten – bis hin zu Antidepressiva – genutzt würden, sollte eine Steigerung der körperlichen Aktivität und psychosoziale Interventionen wie beispielweise Entspannungstraining oder Stressmanagement im Vordergrund stehen, betonte Beate Rahn. Besonders wichtig sei es auch bei dieser häufigen Nebenwirkung einer Krebserkrankung, ganz individuelle Therapiekonzepte zu erstellen. Angesichts des großen Interesses am Thema kündigte Chefarzt Dr. Sauerwald an, Angebote wie eine Fatigue-Gruppe in Düren zu etablieren.

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