headerline

Dr. Nicole Zenner, Oberärztin der Frauenklinik im Krankenhaus Düren, ist Expertin für die Diagnose und Therapie der Dysplasie. Sie rät allen Frauen zur regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung. Foto: C. Lammertz

Die Vorsorge ist einer der wichtigsten Bausteine für die Gesundheit. Wie andere Untersuchungen zur Früherkennung ist der regelmäßige PAP-Abstrich bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt daher für die meisten Frauen selbstverständlich. Mit Hilfe dieses Tests können Gewebeveränderungen frühzeitig erkannt und so die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden.
„Ein auffälliges Ergebnis des PAP-Abstrichs bedeutet aber noch lange nicht, dass eine Krebserkrankung vorliegt“, sagt Dr. Nicole Zenner, Oberärztin der Frauenklinik im Krankenhaus Düren. Zunächst bedeute es nur, dass die untersuchten Zellen unter dem Mikroskop verändert aussahen. „Dafür können zum Beispiel auch Entzündungen verantwortlich sein. Oder es liegen Krebsvorstufen vor, die aber zu 100 Prozent heilbar sind“, sagt die Fachärztin für Gynäkologie. Dr. Nicole Zenner kommt ins Spiel, wenn die Frauenärztin oder der Frauenarzt ihre Patientin zur weiteren Abklärung in die Hände einer Dysplasie-Expertin gibt.

Was bedeutet Dysplasie?
„Unter Dysplasie verstehen wir in der Frauenheilkunde Veränderungen des Gewebes am Gebärmutterhals, in der Scheide und an den Schamlippen“, erklärt Dr. Zenner. „Sie verursachen zumeist keine Beschwerden und werden daher von der Patientin nicht selbst bemerkt. Vor allem leichtgradige Veränderungen bilden sich zu einem hohen Prozentsatz spontan zurück. Hochgradige Vorstufen können ohne Behandlung aber zu einem bösartigen Tumor werden.“
Aber wie entsteht die Dysplasie? „Seit Beginn der 80er Jahre ist bekannt, dass Humane Papilloma Viren (HPV) der wichtigste Faktor für das Entstehen von Zellveränderungen und die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs sind“, berichtet Dr. Zenner. Etwa 80 Prozent der Frauen erlebten irgendwann in ihrem Leben eine HPV-Infektion, da diese Viren sehr leicht sexuell übertragbar sind. „Die meisten dieser Viren sind zum Glück harmlos, andere, so genannte High-Risk-HPV können aber zu Zellveränderungen am Muttermund führen.“

Die Therapie
„Unterschiedliche Zell- oder Gewebsveränderungen werden unterschiedlich therapiert“, sagt Dr. Zenner. So könnten leichte Gewebsveränderungen an der Scheide oder an den Schamlippen schon mit Hilfe einer Creme erfolgreich behandelt werden. Bei schwerwiegenderen Zellveränderung am Gebärmutterhals sei dagegen meist eine Entfernung des Gewebes ratsam. „Die Operationsmethode heißt Konisation. Dabei wird mit einer heißen Schlinge ein Keil aus dem Gebärmutterhals herausgetrennt“, erklärt die Oberärztin. „Die Konisation wird in einer kurzen Voll- oder Teilnarkose durchgeführt und kann sehr schonend ambulant durchgeführt werden.“

Zusatzinfo: HPV-Impfung bei Jugendlichen
Humane Papilloma Viren (HPV) zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erregern. Eine dauerhafte HPV-Infektion kann sich im Laufe der Zeit zu einer Krebserkrankung führen, vor allem am Gebärmutterhals, aber auch an After oder Penis und in Mund und Rachen.
Eine Impfung schützt vor den gefährlichsten HPV-Typen und senkt damit das Risiko für diese Krebserkrankungen. Für den bestmöglichen Schutz sollte vor dem ersten sexuellen Kontakt bereits ein Impfschutz bestehen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen HPV für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Jugendliche, die bis zum Alter von 15 Jahren noch nicht gegen HPV geimpft worden sind, sollten die Impfung möglichst bald und noch vor dem 18. Geburtstag nachholen

Dieser Artikel ist erschienen in der Ausgabe 1_2021 des Gesundheitsmagazins InForm, herausgegeben vom Krankenhaus Düren.

Ähnliche Artikel