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Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel wurde im Krankenhaus Düren von Onkologie-Chefarzt Dr. Michael Flaßhove und Geschäftsführer Dr. Gereon Blum begrüßt.

Krebserkrankungen sind nach wie vor eine der größten Herausforderungen für die moderne Medizin. Um die Perspektiven der Patientinnen und Patienten nach einer Krebsdiagnose weiter zu verbessern, müssen neue Möglichkeiten der Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge erforscht werden und möglichst schnell den Betroffenen zugutekommen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat deshalb mit dem Bundesministerium für Gesundheit und weiteren Partnern die Initiative „Nationale Dekade gegen Krebs“ ins Leben gerufen. In dieser Initiative arbeiten Vertreter aus Politik, Krebsforschung, Forschungsförderung, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen, um alle Kräfte in Deutschland zu mobilisieren und Krebs gezielt und erfolgreich zu bekämpfen.

„Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache und in den nächsten zehn Jahren ist ein Anstieg der Neuerkrankungen von 500.000 auf 600.000 Krebsfälle zu erwarten. Deshalb sind Prävention und Forschung unsere wichtigsten Werkzeuge gegen Krebs.“ Das betonte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und Vorsitzender des Strategiekreises der Nationalen Dekade, bei seinem  Besuch in der Onkologie des Krankenhauses Düren, dem Schwerpunktversorger für Krebspatienten im Kreis Düren. Mit Priv.-Doz. Dr. Michael Flaßhove, seit 2005 Chefarzt der hämato-onkologischen Klinik im Krankenhaus Düren, sprach Rachel darüber, wie Forschung und Versorgung schon heute in der Praxis vernetzt sind.

Dr. Flaßhove berichtete, dass die hämato-onkologische Klinik im kommunalen Krankenhaus mit 58 stationären Betten (davon fünf Palliativbetten) und einer großen hämato-onkologischen Ambulanz allen Patienten in der Region eine heimatnahe Versorgung bietet. Damit die Patienten bestmöglich behandelt werden, sei die Klinik weit vernetzt – beginnend mit der Kooperation aller an der Behandlung beteiligten Disziplinen im Haus: In der Tumorkonferenz arbeiten im Krankenhaus Düren Spezialisten verschiedener Fachrichtungen zusammen. Gemeinsam diskutieren Onkologen, Strahlenkliniker, Chirurgen, Radiologen und Pathologen die Diagnose und erarbeiten für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept.

Extern kooperiert die Onkologie des Dürener Krankenhauses unter anderem mit zahlreichen Universitätskliniken. Derzeit wirkt sie an einer Reihe von wissenschaftlichen Studien mit, beispielsweise Studien der Deutschen Krebsgesellschaft zur Behandlung von Darmkrebs und der Universitätsklinik in Dresden zur akuten Leukämie. Zwischen Krebsforschung und Versorgung gibt es im Dürener Krankenhaus also durchaus bereits eine enge Verknüpfung. „Lässt sich die Vernetzung weiter verbessern?“, wollte Thomas Rachel wissen. Dr. Flaßhove sieht ein lohnendes Projekt darin, die vorhandenen Studienregister konsequent zu optimieren. Ärzte und Patienten können sich in einem Register über aktuelle Studien informieren, in Erfahrung bringen, welche Universität eine Studie durchführt und ob diese Studie offen oder geschlossen ist. „Das Entscheidende ist, dass das Register aktuell ist“, sagte Dr. Flaßhove. Von einem aktuellen Register profitiere nicht nur der behandelnde Arzt, sondern ganz entscheidend auch der Patient.

Der Parlamentarische Staatssekretär verwies darauf, dass sich in der Nationalen Dekade gegen Krebs eine eigene Arbeitsgruppe mit der Thematik „Wissen generieren durch Vernetzung von Forschung und Versorgung“ befasst. Zudem plane das Bundesministerium für Bildung und Forschung für Ende 2019 eine Ausschreibung für weitere Standorte des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen. In den bisherigen Standorten in Heidelberg und Dresden fände onkologische Spitzenforschung und multidisziplinäre Versorgung unter einem Dach statt. Dies sei ein Erfolgsbeispiel für Krebsforschung und Versorgung zum Wohl der Patientinnen und Patienten.