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„Meine Frau schickt mich“ ist der Titel des kommenden Patientenforums im Krankenhaus Düren. Foto: Fotolia/hannamonika

Beim Patientenforum „Medizin hautnah“ geht es am 15. März um die Früherkennung von Prostatakrebs.

„Meine Frau schickt mich.“ Der Titel des Forums „Medizin hautnah“, das Krankenhaus Düren, Dürener Zeitung und AOK in bewährter Partnerschaft anbieten, ist nicht aus der Luft gegriffen. Diesen Satz hat Dr. Christof Börgermann schon oft gehört. „Männer gehen nicht gerne zum Arzt. Zum Urologen ohnehin nicht“, sagt der Chefarzt der Klinik für Urologie im Krankenhaus Düren. Wie wichtig dabei gerade für Männer ab 45 ein regelmäßiger Besuch beim Urologen ist – darüber möchte Börgermann am Dienstag, 15. März, ab 18 Uhr im Foyer des Krankenhauses sprechen. Thema des Forums ist die Früherkennung des Prostatakarzinoms. Unterstützt wird Börgermann vom Leitenden Oberarzt der Urologie, Dr. Guido Breuer, sowie Professor Dr. Andreas Kopp, dem Chefarzt der Klinik für Radiologie, und der Leitenden Oberärztin Kerstin Brucksch.

„Dieses Thema ist stark mit Angst belegt“, weiß Dr. Börgermann. Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern, etwa 200.000 Neudiagnosen gibt es jedes Jahr. 12.000 Männer sterben jährlich an Prostatakrebs. „Männer sind Vorsorgemuffel: Während im Kreis Düren etwa 45 Prozent aller anspruchsberechtigten Frauen die Untersuchung zur Krebsfrüherkennung in Anspruch nehmen, nutzen lediglich etwa 17 Prozent der Männer dieses Vorsorgeangebot“, sagt AOK-Regionaldirektor Waldemar Radtke. Trotz aller Ängste und Vorbehalte sei es aber umso wichtiger, die Vorsorge nicht leichtfertig abzutun. Weil sie Leben retten kann.

Im Mittelpunkt steht dabei zunächst der PSA-Test. „Er ist Segen und Fluch zugleich“, findet Dr. Börgermann. Denn auch dieser Punkt sei vielfach mit Angst belegt. PSA steht für prostataspezifisches Antigen und bezeichnet ein von der Prostata gebildetes Eiweiß, das der Verflüssigung der Samenflüssigkeit dient. Ist die PSA-Konzentration im Blut hoch, kann dies ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Der Wert steigt aber beispielsweise auch bei einer Entzündung der Prostata und generell bei steigendem Lebensalter. Er ist also eine Momentaufnahme. „Bei Männern, die regelmäßig zur Vorsorge gehen, können wir die Entwicklung auf einer Zeitschiene beobachten und einschätzen“, sagt Börgermann. Zum Einsatz kommen bei der Früherkennung auch Ultraschall und zunehmend bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT). „Die Tastuntersuchung ist nicht immer zwingend notwendig“, fügt der Mediziner hinzu.

Im Verdachtsfall wird eine Gewebeprobe entnommen. Die Frage der Behandlung muss immer individuell beantwortet werden. „Tumoren gibt es wie Sand am Meer“, sagt Christof Börgermann. Es gelte, die Tumoren zu finden, die therapiepflichtig sind. Längst werde nicht mehr automatisch operiert. Zumal eine OP auch Inkontinenz und Impotenz zur Folge haben kann. Die „sichere Überwachung“ stehe dabei zunehmend im Vordergrund. Mit regelmäßigen Kontrollen wird überwacht, ob und wie sich der Krebs entwickelt, ob und wie er therapiert werden muss.

Das Patientenforum sowie die Nutzung des Parkhauses sind kostenlos. Besucher können im Anschluss an die Vorträge Fragen an die Mediziner richten.

Stephan Johnen (Dürener Zeitung)