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Sie zeigten Behandlungsoptionen on links): Priv.-Doz. Dr. Christof Börgermann, Dr. Guido Breuer, Dr. Michael Schumacher und Dr. Elisabeth Bosch. Foto: Fred Schröder

Ärzte des Krankenhauses Düren stellen die Optionen Bestrahlung, Operation und Aktive Überwachung vor.

In der Vortragsreihe zum Thema Prostatakrebs standen im Krankenhaus Düren beim zweiten Patientenforum die Behandlungsoptionen im Mittelpunkt. In seiner Begrüßung erinnerte Urologie-Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Christof Börgermann daran, dass die Vortragsreihe auch dazu dienen soll, eine Selbsthilfegruppe „Prostatakrebs“ in Düren zu etablieren. Die nächste Gruppe ist in Eschweiler zu Hause und arbeitet sehr intensiv. Wert und Notwendigkeit einer Dürener Selbsthilfegruppe unterstrich auch Helmut Hönig, Vorsitzender der Landesgruppe NRW der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen. Für die dritte von vier Veran-staltungen im Krankenhaus Düren sei die Gründung geplant, berichtete König.

Den medizinischen Fachteil eröffnete Strahlentherapeutin Dr. Elisabeth Bosch. Als „schonende Variante“ stellte sie die Perkutane Strahlentherapie vor. „Eine Bestrahlung dauert fünf bis 20 Sekunden und Sie spüren sie nicht“, nahm sie den Anwesenden die Angst vor dieser Form der Therapie. Die Expertin machte allerdings keinen Hehl daraus, dass sich das Ziel der Tumorverkleinerung oft erst nach längerer Zeit erreichen lässt.

Schneller, aber auch radikaler ist die operative Methode. Der Leitende Oberarzt der Urologie, Dr. Guido Breuer, stellte klar, dass in jedem Fall eine ausführliche Diagnose und eine ebenso umfassende Beratung erfolgen. Erst danach werde entschieden, ob Strahlentherapie oder Operation im Einzelfall die bessere Variante ist. Bereits während des operativen Eingriffs werde der Pathologe zu Rate gezogen, sagte Dr. Breuer. Damit sei sichergestellt, dass in der OP auch alle Krebszellen entfernt wer-den können.

Details der Vor- und Nachsorge stellte der in Düren niedergelassene Urologe Dr. Michael Schumacher vor. Er widmete sich auch dem Thema „Aktive Überwachung – Die minimalistische Variante?“. Sie kommt für Patienten infrage, bei denen ein wenig aggressiver Tumor diagnostiziert wurde. Die Diagnostik ist auf diesem Gebiet so gut geworden, dass in vielen Fällen sehr gut vorhergesagt werden kann, wie schnell oder langsam ein Tumor wächst und gefährlich wird. Bei der „Aktiven Überwachung“ wird der Patient zunächst weder operiert, noch bestrahlt. Er bleibt aber in einer engmaschigen Kontrolle.

In der anschließenden Fragerunde resümierten die Referenten, dass die Therapie eines Prostatakarzinoms hoch individuell ist. In jedem Einzelfall muss zusammen mit dem behandelnden Arzt die beste Therapiealternative für den Patienten gewählt werden. Die weiteren Termine der Veranstaltungsreihe zum Thema Prostatakrebs sind Dienstag, 6. September („Geschafft! – Management der Therapiefolgen des Prostatakarzinoms“), und Dienstag, 15. November („Und nun? – Möglichkeiten beim unheilbaren Prostatakarzinom“).