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Sie informierten über gute Nachbehandlung für Prostatakrebspatienten (v.l.): Helmut Hönig, Dr. Guido Breuer, Dr. Christof Börgermann und Bernd Troche. Foto: K. Teichmann

Prostatakrebs: Eine individuell abgestimmte Nachbehandlung löst viele Probleme.

Im dritten Teil der Vortragsreihe zum Thema Prostatakrebs befassten sich die Experten des Krankenhauses Düren mit den Optionen in der Nachbehandlung. Auch wenn eine Operation der Prostata nach wie vor mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden ist, gebe es ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten, die für den Patienten ein längeres und besseres Leben bedeuten können, lautete der Tenor des gut besuchten Patientenforums.

Zu Beginn erläuterte der Leitende Oberarzt der Urologie im Krankenhaus Düren, Dr. Guido Breuer, zu welchen Problemen es nach einer Prostata-Operation kommen kann. Inkontinenz und Erektionsstörungen gehören für manche Patienten ebenso zu den unerwünschten Folgen wie Reizdarm oder -blase, wenn der Tumor zudem noch bestrahlt wurde. Mit den physischen Ein-schränkungen sind häufig auch psychische Leiden verbunden. Es entwickle sich eine „Tumorangst“, berichtete Dr. Breuer. Er betonte aber auch: „Die Probleme können durch adäquate Behandlung behoben werden. Man muss sich nur an Fachleute wenden. Es gibt ein unfassbar breites Spektrum an Möglichkeiten.“ Es reicht von der medikamentösen Therapie und Physiotherapie über Operationen bis hin zu einer Prothesenversorgung beispielsweise für den Schließmuskel. Wichtig sei, dass der Patient nicht aus Scham schweigt. „Dem Arzt von Nöten und Sorgen berichten und sich diese nehmen lassen. Nicht nur überleben, sondern auch sinnvoll weiterleben“, sei der richtige Weg, sagte Dr. Breuer.

Es sei nachgewiesen, dass eine erfolgreiche Reha zu einer längeren und besseren Lebenszeit verhilft, betonte auch Urologie-Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Christof Börgermann. Mit der Erkrankung zu leben, sei heute über einen langen Zeitraum problemlos möglich – selbst wenn der Krebs unheilbar ist. Dass der Austausch mit anderen Betroffenen für das seelische Gleichgewicht und das damit eng verbundene körperliche Wohlbefinden sehr hilfreich sein kann, daran gibt es für Dr. Börgermann keinen Zweifel. Er verband die Vortragsreihe zum Thema Prostatakrebs deshalb auch sehr gerne mit dem Ziel, eine lokale Selbsthilfegruppe aus der Taufe zu heben. So wurde die Reihe durchgehend vom Landesverband Prostatakrebs-Selbsthilfe unterstützt. Auch beim dritten Abend warben Helmut Hönig und Bernd Troche vom Landesvorstand gemeinsam mit den Ärzten des Krankenhauses für dieses Ziel. Mit Erfolg: Rund 20 Forumsteilnehmer haben sich für den 21. September, 18 Uhr, im Kongresszentrum des Krankenhauses (Raum Jülich) verabredet, um die Dürener Selbsthilfegruppe zu starten. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen.