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Fast allen Patientinnen, die unter Inkontinenz leiden, könne geholfen werden, versichert Dr. Guido Breuer, anerkannter Experte für die Behandlung von Inkontinenz und Erkrankungen des Beckenbodens. Foto: Christoph Lammertz

Dr. Breuer prüft angehende Kontinenz- und Beckenbodenzentren

Düren. Rund sechs Millionen Frauen in Deutschland leiden unter Inkontinenz. Die Patientenzahlen haben sich in den zurückliegenden Jahren vervielfacht. Nicht, weil die Erkrankung immer häufiger auftritt, sondern weil sie langsam aus der Tabuzone tritt. „Immer mehr Betroffene hören davon, wie gut ihnen die Medizin inzwischen helfen kann, und suchen ärztlichen Rat. Leider verzichten aber nach wie vor zu viele aus Scham darauf“, sagt Dr. Guido Breuer. Der stellvertretende Chefarzt der Urologie im Dürener Krankenhaus ist auf die Behandlung von Inkontinenz und Erkrankungen des Beckenbodens spezialisiert.

Er zählt im deutschsprachigen Raum zu den führenden Medizinern in diesem Fachgebiet. So ist es nur logisch, dass Dr. Breuer auch zu den 14 Experten gehört, die in ganz Deutschland darüber urteilen, ob einer Klinik der noch sehr junge Titel „Interdisziplinäres Kontinenz- und Beckenbodenzentrum“ (IKBZ) zugestanden werden kann. Zehn Kliniken sind inzwischen zertifiziert. Für den Dürener Urologen stehen die nächsten Prüftermine, im Fachjargon Audits genannt, bereits fest. Genauso wie ein Ziel, das Breuer für die eigene Klinik verfolgt: „Im nächsten Jahr wollen wir die Zertifizierung für das Dürener Krankenhaus angehen“, sagt Dr. Breuer und betont: „Wir sind perfekt dafür ausgestattet. Nicht viele Krankenhäuser haben wie wir hier in Düren alle relevanten Fachabteilungen unter einem Dach.“

Fast allen Patientinnen, die unter Inkontinenz leiden, könne geholfen werden, versichert der 45-Jährige. Entscheidend sei dabei allerdings, dass es nicht den einen Weg zur Heilung gibt. „Manchmal muss man eine ganze Reihe von Blickwinkeln einnehmen, um für die Patientin den richtigen Behandlungsweg zu finden“, sagt Dr. Breuer und nennt ein simples Beispiel: „Beckenbodentraining zur Stärkung der Muskulatur wird gemeinhin als sinnvolle Therapieform angesehen. Bei manchen Patientinnen führt aber erst das genaue Gegenteil, nämlich die gezielte Entspannung der Muskulator, zum Erfolg.“
Um jede Patientin individuell richtig zu behandeln, wählt man in der modernen Therapie von Beckenbodenerkrankungen und Inkontinenz den interdisziplinären Ansatz. Neben der Urologie sind insbesondere Gynäkologie, Chirurgie/Proktologie, Radiologie, Gastroenterologie, Physiotherapie und Sozialdienst Kooperationspartner eines IKBZ. Hat eine Klinik alle Fachabteilungen unter ihrem Dach, muss sie noch nachweisen, dass sie Diagnostik und Therapie nach den Standards anbietet, die in einem fünfjährigen Prozess von den vier großen Berufsgesellschaften der beteiligten Fachdisziplinen erarbeitet worden sind. Diese Standards sind Grundlage für die Anerkennung durch ClarCert, einem Tochterunternehmen des renommierten Zertifizierungsinstituts OnkoZert.
„Ich empfinde es als große Ehre, Teil einer Entwicklung zu sein, die die Therapie dieses weitverbreiteten Leidens auf eine neue Stufe hebt“, sagt Dr. Breuer. Dass die eigene Klinik von seinen Erfahrungen als Prüfer nur profitieren kann, ist selbstverständlich.