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Die DNA-Zytometrie ist eine aussagekräftige Methode zur Aggressivitätsbestimmung eines Prostatakarzinoms. Ein Pathologe nimmt die DNA-Messung vor.Die Prostata ist in der Medizin zum Streitfall geworden. Seit in den 80er-Jahren die Blutuntersuchung auf das prostataspezifische Antigen, der sogenannte PSA-Test, zur Früherkennung des Prostatakarzinoms eingesetzt wird, hat sich die Zahl der Krebsdiagnosen mehr als verdoppelt. Doch der Nutzen dieser Früherkennungsmethode ist umstritten. Laut einer europäischen Studie mit 162.000 Männern führt der PSA-Test pro verhindertem Todesfall zu 48 zusätzlichen Krebsdiagnosen und Behandlungen. Weltweit kritisieren deshalb seit Jahren renommierte Urologen, dass zu viele Männer unnütz im OP landen – mit allen möglichen negativen Folgen wie Impotenz und Inkontinenz.

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Zellen eines Grad I Prostatakarzinoms aus einem Feinnadelpunktat.Was leistet die DNA-Zytometrie?

Die DNA-Zytometrie ist eine sehr aussagekräftige Methode zur Aggressivitäts- (= Malignitäts) Bestimmung eines Tumors. Dabei wird der Gehalt an Erbsubstanz (Desoxyribonukleinsaure, abgekürzt: DNA) in Zellkernen gemessen. Mengenveränderungen der DNA lassen nicht nur tumorös veränderte Zellen (Krebszellen) erkennen, sondern sie geben auch ein Maß für die Bösartigkeit und Aggressivität vieler Tumoren ab. Das gilt auch für das Prostatakarzinom.

Die Messung der DNA-Menge erfolgt mittels geeigneter computerisierter Verfahren an einem Mikroskop unter der Kontrolle eines entsprechend erfahrenen Pathologen. Als verwandte Messverfahren stehen

a) die DNA-Bildzytometrie und b) die DNA-Flusszytometrie zur Verfügung.

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DNA-Bildzytometrie zum Ausschluss eines Progresses bei Mikrokarzinomen der Prostata

Hintergrund:Die Entscheidung zu einer Aktiven Überwachungsstrategie bei Vorliegen eines sog. klinisch insignifikanten Mikrokarzinoms der Prostata beruht derzeit neben der geringen Ausdehnung des Tumorherdes und dem PSA-Wert im Blut entscheidend auf der subjektiven histopathologischen Malignitätsgradierung an gefärbten Schnitten von Stanzbiopsien nach Gleason (1973) (Interdisziplinäre S3-Leitlinie Prostatakarzinom, 2009). Diese Gradierung ist erwiesenermaßen schlecht reproduzierbar (Burchardt et al., 2008) und nicht hinreichend prognostisch valide (Böcking, 2011).

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