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Ein ZDF-Team begleitete Ismaail Alali zwei Tage lang im Krankenhaus Düren. Die Doku ist am 15. Juni um 17.35 Uhr in der ZDF-Reihe "plan b" zu sehen. Foto: Christoph Lammertz

Zwei Tage lang war das ZDF zu Gast im Krankenhaus Düren. Ein TV-Team um die Autorin Kristina Forbat drehte für das Format „plan b“, eine neue Doku-Reihe des ZDF, die über mögliche Lösungen für gesellschaftliche Probleme berichtet. Im Mittelpunkt der Sendung am Samstag, 15. Juni, steht Ismaail Alali. Der 22-Jährige stammt aus Syrien und macht im Krankenhaus Düren eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. 2015 flüchtete er mit seinem Bruder aus seiner Heimat in die Türkei und von dort über Griechenland und Budapest nach Deutschland. Gleich nach seiner Ankunft in Düren bemühte er sich um Sprachkurse. Mit großem Erfolg. Erfolgreich verläuft auch seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Auf die guten Noten in Theorie und Praxis ist Ismaail Alali stolz.

Und das darf er sicherlich auch auf das Ergebnis der Dreharbeiten im Krankenhaus sein. Denn der junge Mann machte eine sehr gute Figur vor der Kamera. Bescheiden, aber dennoch selbstbewusst, berichtete er, wie gut er im Krankenhaus integriert sei und wie viel Freude ihm die Ausbildung bereite. Die ZDF-Autorin Kristina Forbat begleitete Ismaail Alali in der Schule und auf Station. Sie wollte dabei den Menschen kennen lernen, aber vor allem auch der Frage nachspüren, ob geflüchtete Menschen helfen können, den Fachkräftemangel in Pflegeberufen zu reduzieren. Für Heinz Lönneßen, Leiter des Bildungszentrums im Krankenhaus Düren, ist die Antwort eindeutig: „Wir brauchen jeden Menschen, der die nötige Qualifikation mitbringt.“

In Syrien hatte Ismaail Alali sein Abitur gemacht. „Das hätte besser ausfallen können. Ich habe damals nicht so viel gelernt. Wegen der Situation im Land habe ich wenig Sinn darin gesehen“, sagt er und betont, dass das hier in Deutschland anders sei: „Ich lerne wirklich viele Stunden. Wenn es dabei um Fachbegriffe geht, dann ist das wie eine weitere neue Sprache neben Deutsch.“ Von seinen Deutschkenntnissen ist Praxisanleiterin Martina Ziogos beeindruckt: „Sein Sprachverständnis, sein Vokabular und seine Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift sind hervorragend.“

Die Arbeit im Pflegeteam und mit den Patienten macht Ismaail Alali große Freude. „Ich mag die gute Atmosphäre hier. Und der Beruf ist anspruchsvoll“, berichtete er dem Fernsehteam. Später hoffe er, in Deutschland bleiben zu dürfen und vielleicht eine Weiterbildung in der Pflege zu machen.

Für die Journalistin Kristina Forbat kann Ismaail Alali ein Vorbild sein: „Wir möchten gerne dieses Positivbeispiel gelingender Integration erzählen, um anderen Menschen Mut zu machen.“ Das Krankenhaus Düren qualifiziert aktuell fünf geflüchtete Menschen für die Gesundheits- und Krankenpflege. Ein weiterer junger Mann wird im Rahmen seines Anerkennungsverfahrens als Pflegefachkraft unterstützt. Dabei setzt das Lehrerteam auf individuelle Förderung und Unterstützung durch ein gutes Netzwerk in Düren. Düren biete eine vorbildliche Infrastruktur, die geflüchteten Menschen mehr als nur ein gutes Ankommen sichern, sagt Heinz Lönneßen. „Gesellschaftliche Integration gelingt besonders gut über Berufstätigkeit“, ist er auch mit Blick auf die eigenen Erfahrungen mit Geflüchteten im Krankenhaus Düren überzeugt.

 

Der Sendetermin

„plan b“: Neuer Job im neuen Land, Fachkräfte von morgen
Ein Film von Kristina Forbat
Samstag, 15. Juni, 17.35  bis 18.05 Uhr im ZDF