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Aktuelle Informationen

Athroskopie: Die schonende Methode, Gelenke zu heilen

Freitag, 03 Februar 2023 12:13

Der Tag der Arthroskopie findet in diesem Jahr bereits zum 5. Mal statt. Er wurde in Österreich, der Schweiz und Deutschland durch die operativ tätigen orthopädischen Chirurgen ins Leben gerufen, um über die Arthroskopie zu informieren.

Erfolgreich weitergebildet in der Intensiv- und Anästhesiepflege

Freitag, 27 Januar 2023 11:12

Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für Intensivpflege und Anästhesie - so dürfen sich nach erfolgreichem Abschluss einer zweijährigen Fachweiterbildung sechs Pflegekräfte unserer Intensivstationen und Anästhesie ab sofort nennen.

Bei Irene Root, Sarah Schöneberg, Jana Kröll, Lisa Zimmermann, Jacqueline Horn und Cansu Gül war die Freude und auch die Erleichterung offensichtlich groß, als sie am vergangenen Dienstagabend von Frau Dr. Maurer (Prüfungsvorsitzende des Aachener Gesundheitsamts) nach Bestehen der staatlichen Prüfungen ihre Urkunden entgegennehmen durften.

Beglückwünscht wurden die 6 von einem Vertreter der Pflegedirektion und ihren jeweiligen Teamleitungen, die stolz applaudierten. Die Absolventinnen leisten durch ihre Zusatzqualifikation einen wichtigen Beitrag in der hochqualitativen Versorgung schwer und vor allem kritisch erkrankter Patientinnen und Patienten.

Lebensretter Vorsorge

Donnerstag, 19 Januar 2023 15:49

Patientenforum: Je früher Krebs erkannt wird, desto besser die Aussicht auf Heilung!

„Vorsorge ist in allen Lebensbereichen besser als Nachsorge. Wenn nur ein Mensch die Botschaft ernstnimmt, hat es sich schon gelohnt“, bedankte sich Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthahn für die Organisation eines Patientenforums rund ums Thema Krebsvorsorge. Das Krankenhaus Düren und die AOK Rheinland/Hamburg hatten zu dieser Informationsveranstaltung ins Dorint-Hotel eingeladen. Durchaus besorgniserregender Hintergrund ist die ohnehin schon geringe Nutzung von Angeboten zur Krebs-Früherkennung, die während der Pandemie noch weiter gesunken ist. Dabei gilt bei fast allen Krebserkrankungen: Je früher sie erkannt wird, desto besser kann der Krebs mit einer guten Aussicht auf Heilung therapiert werden. Der Apell aller Expertinnen und Experten war daher eindeutig: Nutzen Sie die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen!

„Im Kreis Düren nutzen nur 37 Prozent der bei der AOK Rheinland/Hamburg versicherten anspruchsberechtigten Frauen und nur etwa 19 Prozent der Männer die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen“, bilanzierte AOK-Regionaldirektor Heiko Jansen. Wird der Tumor jedoch bereits im Frühstadium entdeckt, können bei manchen Krebsarten nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft neun von zehn Erkrankten geheilt werden. Doch ein Großteil der Menschen habe offenbar Angst vor der Untersuchung, Angst vor den Ergebnissen.
„Wenn nichts wehtut und schmerzt, geht ‚Mann‘ nicht zum Arzt“, brachte es Priv.-Doz. Dr. med. Christof Börgermann, Chefarzt der Klinik für Urologie, auf den Punkt. Beispiel Prostatakrebs: Bei 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr bundesweit gebe es 15.000 Männer, die an der Krankheit sterben.

Eine frühzeitige Erkennung des Karzinoms könne in vielen Fällen Leben retten. Gleiches gelte für den Lungenkrebs, schilderte Pneumologe Dr. med. Tobias Döring. Statistisch leide jeder zweite Mensch an einer bösartigen Krebserkrankung. Ein Drittel der Todesfälle könnten verhindert werden.
Unbestritten sei, dass in 80 Prozent der Fälle Rauchen ursächlich für den Lungenkrebs sei – also ein Faktor, auf den jeder Mensch durchaus selbst Einfluss nehmen kann.
Jede achte bis zehnte Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. „Ich empfehle, dass sich alle Frauen einmal im Monat selbst untersuchen und ab dem 30. Lebensjahr zusätzlich die Vorsorgeangebote wahrnehmen“, riet Dr. med. Telja Pursche, Sektionsleiterin des Brustzentrums im Krankenhaus Düren. Über die Vorsorgemöglichkeiten des oft zu spät entdeckten Darmkrebses referierte Ibrahim Musa, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Diabetologie. Ab dem 50. Lebensjahr steige das Risiko enorm, weil die Reparaturmechanismen des Körpers nicht mehr so gut funktionieren. „Alarmierend ist, dass zunehmend junge Erwachsene erkranken, bei denen der Krebs zu spät erkannt wird“, sagte Musa. Hier spielten oft zu viel Alkohol und zu wenig Bewegung eine Rolle.

In der abschließenden Fragerunde, die von Priv.-Doz, Dr. med. Michael Flaßhove, Chefarzt der Hämato-Onkologie, moderiert wurde, standen alle Expertinnen und Experten für Rückfragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Radiologische Bilddaten auf der Überholspur

Freitag, 13 Januar 2023 10:49

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt beizeiten im Schneckentempo voran. Während sich bei der elektronischen Patientenakte und E-Rezepten etwas tut, wurde im jüngsten Krankenhausmodernisierungsgesetzt die elektronische Bildgebung schlicht vergessen. Zwar müssen Patienten keine Mappen mit Röntgenaufnahmen mehr von Arzt zu Arzt tragen, doch auch das Einlesen von CDs braucht Zeit. Sofern die Datenträger überhaupt zur Hand sind und funktionieren. „Die schnelle Verfügbarkeit von Voraufnahmen aus anderen Kliniken oder Praxen kann im Notfall entscheidend sein, damit die behandelnden Ärzte eine richtige Therapieentscheidung treffen können. Traurige Realität in Deutschland ist jedoch, dass wie vor 20 Jahren sehr oft Bilddaten mit dem Taxi oder der Post auf CDs und DVDs versendet werden. Das ist für den Notfall absolut ungeeignet und führt zu unnötigen Doppeluntersuchungen“, bilanziert Professor Dr. med. Andreas F. Kopp, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Krankenhaus Düren. Es ist ein auch im Sinne der Patienten nicht haltbarer Zustand.
Das Krankenhaus Düren hat mit dem Anschluss an den Westdeutschen Teleradiologieverbund daher einen entscheidenden Schritt zur nächsten Stufe der digitalen Vernetzung mit anderen Leistungsträgern in der Gesundheitsversorgung getan. Hier steht vor allem der Patient im Mittelpunkt: „Durch den sicheren Austausch der Bilddaten kommen wir ganz schnell an die aktuellen Daten - und vermeiden zeit- und ressourcenintensive Doppeluntersuchungen“, erklärt Dr. Kopp. Dies ist nicht nur in Notfällen wichtig, sondern beispielsweise auch für Tumorpatienten, die oft in unterschiedlichen hochspezialisierten Kliniken und Praxen gemeinsam betreut werden. Der schnelle Austausch von Bilddaten ist dabei enorm wichtig.
Der Westdeutsche Teleradiologieverbund (TRV) bietet einen online-Transfer für radiologische Bilddaten, um zeitnah und kostengünstig bilddiagnostische Informationen behandelnden Ärzten zugänglich zu machen. Und das so einfach wie das Versenden einer E-Mail - selbstverständlich nur mit Einverständnis der Patienten und sehr hoher Datensicherheit. „Bei Verlegungen können hiermit die Bilder schon lange vor Ankunft des Patienten bei den weiterbehandelnden Ärzten eintreffen, um so die medizinische Versorgung zu optimieren“, beschreibt der Chefarzt weitere Vorteile. Patientinnen und Patienten müssen nicht einer zusätzlichen Strahlendosis ausgesetzt werden - und auch die Wartezeiten würden aufgrund der schnellen Übermittlung auch großer Datenvolumina spürbar sinken. „Es dauert schon einmal 30 bis 40 Minuten, eine DVD einzulesen. Und dann stellt sich heraus, dass die vermeintlich aktuelle Aufnahme des Herzens die Knie-OP aus dem Jahr 2017 ist“, sagt Kopp.
Derzeit sind über 600 Einrichtungen in diesem Netzwerk organisiert, das Krankenhaus Düren ist der erste Grundversorger in der Region, der sich beteiligt. Das Netzwerk wurde im Ruhrgebiet von Krankenhäusern gegründet und verfolgt keine Gewinnerzielungsabsicht. „Wer im Auge des Sturms arbeitet weiß, wie wichtig schnelle Informationen sind“, erklärt Chefarzt Kopp. Mittlerweile sind neben allen deutschen Universitätskliniken und vielen Krankenhäusern auch Kliniken der Euregio und Facharztpraxen angeschlossen. Über dieses Netzwerk können radiologische Bilder sowohl empfangen als auch gesendet werden. Bis dato wurden rund 200 Terrabyte Daten, 500 Millionen Mails und rund 750.000 Untersuchungen auf diesem Wege übertragen. Selbstverständlich wird hierbei der Datenschutz nach EU-DSVGO streng eingehalten und kontrolliert.
Der westdeutsche Teleradiologieverbund wird nicht nur für den Transfer von Klinik zu Klinik oder Praxis eingesetzt, auch die Kommunikation mit der Ärztlichen Stelle der Ärztekammer zur Qualitätssicherung läuft hierüber voll digital. „Besonders spannend ist die Möglichkeit, über das Netzwerk eigene Untersuchungen mit Hilfe von unterschiedlichsten Werkzeugen künstlicher Intelligenz auswerten zu lassen, ohne hierfür die notwendige Software oder Server vor Ort haben zu müssen“, berichtet Dr. Kopp. Auch hiervon profitiert ganz unmittelbar der Patient, da modernste Diagnosetechniken, wie sie sonst nur in großen Zentren eingesetzt werden können, auch anderen Kliniken und Praxen zur Verfügung steht. Andreas F. Kopp: „Ich würde mir wünschen, dass auch weitere medizinische Einrichtungen im Kreis Düren den Nutzen für die Patienten erkennen und sich anschließen.“

Invasive Notfalltechniken in der Akutmedizin

Dienstag, 20 Dezember 2022 10:49

Hands On Workshop an Hühnereiern, Schweinelungen und Tiefkühlspeck

„Hallo, Herr Müller, hören Sie mich? Bekommen Sie schwer Luft?“
Alle Versuche des Notarztteams, mit dem 86-jährigen Heimbewohner auf der Terrasse zu kommunizieren, misslingen. Neben Herrn Müller liegen ein Muffin und eine leere Limonadenflasche, doch die Notärztin kann keine Fremdkörper im Mund feststellen. Der Versuch, dem Patienten mit Atemmaske Erleichterung zu verschaffen, bleibt erfolglos. Auch ein Beatmungsschlauch kann nicht geschoben werden, außerdem ist die Zunge angeschwollen. Diagnose: allergische Reaktion durch einen Insektenstich, die Luftröhre schwillt zu, Atemnot. Das Rettungsteam bereitet sich auf einen notwendigen Luftröhrenschnitt vor. Ein lebensrettender Eingriff, um den Patienten wieder beatmen und Sauerstoff zuführen zu können.
Anästhesistin Franziska Eßer atmet auf - während des Notfallszenarios hat sie ihr Team angeleitet, versucht, selbst den Überblick zu behalten, die richtigen Medikamente anzufordern und schließlich für eine erfolgreiche Verlegung ins Krankenhaus gesorgt. Instruktor Dr. Marcus Münch, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im Krankenhaus Mechernich, ist voll des Lobes: „Das war professionelle Umsetzung, effektive Teamarbeit, richtige Diagnose und Maßnahmen, Herr Müller lebt!“ Auch wenn es in diesem Fall nur um einen Dummy ging - im Eifer des Einsatzes haben das Team des Rettungswagens und die Notärzte wie im Ernstfall gehandelt. Statt echten Medikamenten wurden wassergefüllte Glasampullen mit den entsprechenden Aufklebern für die richtige Dosierung des passenden Medikaments eingesetzt und auch die Symptome des Patienten wurden vom Instruktoren-Team auf die Monitore gesteuert, doch das Szenario wirkt echt und der Puls aller Beteiligten ist merklich angestiegen.
Auch weitere Szenarien sind an Trainingsinhalte zu invasiven Notallmaßnahmen vom Vormittag des Fortbildungstages angepasst, frisch gekühlte Schweinebrustkörbe vom Metzger werden per Skalpell angeritzt, anschließend wird das Loch mit der Kornzange und Zeigefinger gespreizt, eine Drainage eingeführt, so dass die Lunge sich wieder ausdehnen kann. An Hühnereiern werden mit kleinen Bohrmaschinen Zugänge gebohrt und geübt, wieviel Druck und welche Medikamente eingesetzt werden können, wenn beim Notfallpatienten kein Gefäßzugang etabliert werden kann und ein Zugang in das Schienbein gebohrt werden muss. Sabine Zwittnig, Anästhesistin aus Düren, musste bisher keine Drainagen zur Entfaltung der Lunge im Ernstfall anwenden und sie nutzte das Training am Schweinemodell intensiv. Ein ganzer Tisch voller Kopfmodelle ermöglicht videogestützte Darstellungen des Kehlkopfes und der Luftröhre.
Auf viele Tipps hatten nicht nur junge Assistenzärzte gewartet, auch erfahrene Oberärzte ohne ständiges Notarzttraining profitieren von Fachwissen und Training bei den „Hands on“ -Workshops im Bildungszentrum des Krankenhauses Düren. Die Zusammenarbeit der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin des Krankenhauses Düren mit dem Bildungszentrum des DRK Düsseldorf und der Zentralen Notaufnahme des Krankenhauses Mechernich ermöglichte Rettungsdienstkräften und Medizinern in kleinen, interdisziplinären Teams die Notfallversorgung in verschiedenen Lernszenarien zu perfektionieren. „Auch der Perspektivwechsel innerhalb des Teams ist gewollt“, erläuterte Initiator Prof. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin des Krankenhauses Düren.
"Häufig wechselt die Zusammensetzung von Rettungsteams, die Ausstattung der Rettungsmittel ist kreisabhängig unterschiedlich und das effektive Zusammenspiel aller Beteiligten entscheidet über den Ausgang der Situation. Jedes einzelne Teammitglied darf, soll, muss hinterfragen, kontrolliert mit, gibt Rückmeldung, vergewissert sich, auch wenn die Notärzte ‚den Hut aufhaben‘, dass die bestmögliche Versorgung des Patienten gewährleistet ist“.
Das erfolgreiche Fortbildungskonzept spricht sich herum. Auch im Landkreis Münster wird für das nächste Simulationstraining in Düren schon geworben. Oberärztin Patricia Gros aus Steinfurt bei Münster war nach ihrer Teilnahme begeistert und machte direkt online Werbung für das praxisorientierte Training.

So macht Lernen Spaß.