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Aktuelle Informationen

Donnerstag, 17 September 2020 15:16

Geschäftsführer scheidet im Herbst 2021 aus

Nach fast zwei Jahrzehnten in der Geschäftsführung des Krankenhauses Düren wird Dr. Gereon Blum im Herbst 2021 aus der Klinikleitung ausscheiden. Der 57-jährige Mediziner teilte dem Aufsichtsrat des kommunalen Krankenhauses heute mit, dass er seinen bis zum 31. Oktober des kommenden Jahres laufenden Vertrag nicht verlängern möchte. Er habe diese Entscheidung aus persönlichen Gründen getroffen, sagte Dr. Blum: „In meiner Lebensplanung gab es immer die Option, noch einmal medizinisch tätig zu werden. Nach reiflicher Überlegung habe ich entschieden, dass dafür im kommenden Jahr der richtige Zeitpunkt ist“.

Mittwoch, 02 September 2020 11:29

Die neue Generation Pflegeschüler

In den Krankenhäusern wird man sich daran gewöhnen müssen: Die neue Generation Pflegeschüler startet nicht mehr in die Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung, sondern in die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Auch im Krankenhaus Düren sind jetzt die ersten 25 jungen Leute angetreten, um in den kommenden drei Jahren alles zu lernen, was für die Pflege wichtig ist.

Dienstag, 01 September 2020 11:39

Schonende Gefäßmedizin

Ist die Rede von der Radiologie, dann denken wir zuallerst an Diagnosen. Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie und andere bildgebende Verfahren liefern Befunde als Basis für die folgenden Behandlungen. Doch das Fach kann mehr: Seit vielen Jahren sind Radiologen auch therapeutisch tätig. In der Interventionellen Radiologie werden unter Bildkontrolle Gefäße geweitet, verschlossen oder erneuert, Gewebeproben entnommen und Tumore behandelt. All das geschieht mit kleinsten Einschnitten und ist damit besonders schonend für die Patienten. Die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Krankenhaus Düren ist nicht nur auf diese Verfahren spezialisiert, sondern darf sich nun auch zertifiziertes Ausbildungszentrum für Interventionelle Radiologie nennen.

Donnerstag, 20 August 2020 14:10

Ein Eingriff für mehr Lebensqualität

Wenn das Gehen zur Qual wird, leidet die Lebensqualität. Ganz erheblich sogar. Dann ist es Zeit, einen Experten aufzusuchen. So wie es Paul Erven getan hat. Der 82-Jährige klagte seit Jahren über schlimme Schmerzen in den Beinen. Und weil sich trotz aller Bemühungen keine Linderung einstellte, suchte er Rat in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Düren. Dort wurde erkannt, wie ihm geholfen werden kann.

„Bei unserer Untersuchung ergab sich, dass die Ursache in der Wirbelsäule zu finden war“, erklärt Dr. Marco Gerards, Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Aufgrund einer sogenannten Spinalkanalstenose wurden im Bereich der Lendenwirbelsäule die Nerven eingeklemmt. Mithilfe einer mikrochirurgischen Technik unter dem OP-Mikroskop weitete Dr. Gerards die verengten Stellen, um die Nerven zu befreien. „Die Komplikationsrate der Operation ist sehr gering, der Zugewinn an Lebensqualität aber enorm“, berichtet der zertifizierte Wirbelsäulenchirurg (Deutsche Wirbelsäulengesellschaft) aus den Gesprächen mit vielen Patienten, denen es nach dem Eingriff wieder wesentlich bessergeht. 

Dienstag, 18 August 2020 14:10

„Die Heilungschancen sind sehr gut“

 

Dr. Telja Pursche ist Sektionsleiterin des Brustzentrums im Krankenhaus Düren. Im Interview spricht sie über Vorsorge, immer bessere Therapien, psychische und ästhetische Aspekte.

Frau Dr. Pursche, die regelmäßige Vorsorge ist für die Heilungschancen bei Brustkrebs von hoher Bedeutung.
pursche webDr. Telja Pursche: Das ist richtig. Durch eine regelmäßige Vorsorge gelingt es in der Regel, eine Brustkrebsvorstufe oder einen Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Das vergrößert die Heilungschancen und erlaubt in den allermeisten Fällen eine möglichst wenig belastende Therapie.

Dennoch ist Brustkrebs eine Erkrankung, die mit vielen Ängsten verbunden ist.
Dr. Telja Pursche: Die Diagnose Krebs macht natürlich immer Angst. Mit rund 72.000 Neuerkrankungen im Jahr bei Frauen ist es die häufigste Krebserkrankung, aber Brustkrebs ist tatsächlich mittlerweile gut behandelbar. Durch die gute Früherkennung sind die Heilungsraten sehr gut. Sie liegen aktuell bei 86 Prozent. Das liegt auch an immer besseren Therapien, die meistens auch gut verträglich sind. Gerade in den letzten Jahren haben wir gelernt, dass nicht jede Patientin mit Krebs eine Chemotherapie braucht und dennoch eine sehr gute Prognose hat. Es gilt: So wenig wie möglich und so viel wie nötig. Wichtig ist es jedoch, genau diese Patientinnen zu identifizieren, die eine intensive Therapie benötigen. Das ist nur durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Team möglich, denn die Innovationen gerade im Bereich der Brustkrebstherapie sind erfreulicherweise aktuell so mannigfaltig, dass man ansonsten schnell den Überblick verliert oder nicht mehr auf dem aktuellsten Stand ist.

Dies ist sicherlich auch ein Vorteil des Brustzentrums im Krankenhaus Düren. Hier arbeiten die Gynäkologinnen als Spezialistinnen für Brusterkrankungen quasi Tür an Tür mit den Radiologen, den Onkologen, den Pathologen und den Strahlentherapeuten. So können wir für jede Patientin eine maßgeschneiderte Therapie komplett vor Ort anbieten. 

Auch die Möglichkeiten der brusterhaltenden OPs und der Brustrekonstruktion sind in den vergangenen Jahren noch einmal größer geworden. Sie sind als „Senior Mammaoperateur“ der Deutschen Krebsgesellschaft Spezialisten auf diesem Gebiet.
Dr. Telja Pursche: In den meisten Fällen ist heute eine brusterhaltende Methode möglich – ein wichtiger Aspekt vor dem Hintergrund der psychischen Belastung, die mit der Erkrankung einhergeht. Der Gewebeverlust, der durch die Tumorentnahme entsteht, kann durch plastische Operationstechniken ausgeglichen werden. So lassen sich neben der Heilung der Krebserkrankung auch gute ästhetische Ergebnisse erzielen – auch dann, wenn die Brust neu aufgebaut und die Brustwarze rekonstruiert werden muss.
Für die Patientinnen hat natürlich zunächst einmal die Heilung vom Brustkrebs die höchste Priorität. Aber auch die Ästhetik ist ein wichtiger Aspekt. Dass sie bei uns zwischen den aktuellsten Verfahren entscheiden können, ohne dafür noch einmal das Behandlungsteam zu wechseln, ist für die Dürener Patientinnen sicher ein großer Vorteil.

Sie sprachen die psychische Belastung für die Patientinnen an. Auch die Sorge um das seelische Gleichgewicht gehört zu den Aufgaben eines Brustzentrums. Wozu raten Sie den Patientinnen?

Dr. Telja Pursche: Wichtig ist, dass sich die Patientin darauf verlassen kann, dass Spezialisten aus allen beteiligten Fachgebieten gemeinsam eine „maßgeschneiderte“ individuelle Therapieempfehlung geben und dass diese Empfehlung im vertrauensvollen Gespräch mit der Patientin intensiv erläutert wird. Auch der schnelle Beginn der Therapie mit zeitnahen Terminen zum Beispiel beim Onkologen oder Radiologen ist wichtig.
Neben den klassischen ärztlichen Behandlungsoptionen sollten aber viele weitere Behandlungsakteure nicht vergessen werden, die sehr viel zum Wohlbefinden unserer Patientinnen beitragen. Unsere speziell ausgebildeten Brustschwestern, die Breast Care Nurses, begleiten und beraten Sie während der gesamten Therapie und darüber hinaus, zum Beispiel auch bezüglich Reha oder sozialrechtlichen Fragen. Sport kann nachweislich das Rezidivrisiko und die Nebenwirkungsrate von medikamentösen Therapien senken. Deshalb sind wir sehr froh über unser Gesundheitszentrum, das ein breites Sportangebot auch speziell für Krebspatientinnen vorweisen kann. Ein weiteres Standbein ist die psychoonkologische Betreuung, die wir in unserem Haus anbieten. Und wir haben Expertinnen für naturheilkundliche Verfahren, die ebenfalls eine sehr gute Ergänzung zur klassischen Schulmedizin sein können.

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Moderne Mammographie

Seit dem Frühjahr steht im Krankenhaus Düren das derzeit modernste Mammographiegerät. Wie wird es eingesetzt?
Dr. Telja Pursche: Unser neues Mammographiegerät ist rege im Einsatz. Beispielweise bei Patientinnen, die sich mit einer bereits bekannten Brustkrebserkrankung bei uns in Behandlung befinden. Die Mammographie bieten wir diesen Patientinnen zur Komplettierung der Diagnostik an. Ein weiteres Einsatzgebiet der neuen Anlage sind sehr kleine Tumorbefunde oder auffälliger Mikrokalk. Am Tag der Operation können wir mit Hilfe der modernen Mammographieanlage einen Markierungsdraht einlegen, um ganz präzise operieren zu können.

Bieten Sie auch Vorsorgeuntersuchungen an?
Dr. Telja Pursche: Für Vor- und Nachsorgeuntersuchungen mit dem neuen Mammographiegerät haben wir bisher nur eine Zulassung der privaten Kassen. Die Brustvor- und Nachsorge bei gesunden Patientinnen ist aber in Deutschland auch vor allem über den ambulanten Bereich organisiert. Ihr Frauenarzt ist dafür der erste Ansprechpartner. Ab dem 30. Lebensjahr werden die Brustdrüsen und die Lymphknoten in den Achselhöhlen jährlich kontrolliert und abgetastet. Sollten sich hier unklare Befunde ergeben, führt der Frauenarzt oft einen gezielten Ultraschall durch und prüft, ob eine Weiterüberweisung ins Brustzentrum zur Abklärung sinnvoll ist.
Zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr erfolgt zusätzlich alle zwei Jahre die Einladung zur sogenannten Screening-Mammographie, also die Röntgenuntersuchung der Brust. Bei sehr dichtem Drüsengewebe kann es sein, dass die Mammographie nur bedingt aussagekräftig ist. Dann kann eine zusätzliche regelmäßige Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Auch hier berät Sie der niedergelassene Frauenarzt und entscheidet mit der Patientin zusammen, was sinnvoll ist.

Dieses Interview ist erschienen in der Ausgabe 2_2020 des Gesundheitsmagazins InForm, herausgegeben vom Krankenhaus Düren.

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