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Rund 20 Kinder konnte Rosi Struck, Fachwirtin im Gesundheitswesen, bei der «DN auf Tour» Führung durch das Krankenhaus Düren begrüßen. Foto: S. Kinkel

Erste Runde der neuen Veranstaltungsreihe «Mit den DN auf Tour». Rosi Struck führt rund 20 Kinder durch das Krankenhaus Düren.

«Ich kenne mich hier im Krankenhaus aus. Ich bin hier geboren.» Julia ist sechs Jahre alt und war eins von rund 20 Kindern, die gestern «mit den DN auf Tour» waren. Erste Station der neuen Veranstaltungsreihe der Dürener Nachrichten, bei der besondere Einblicke ermöglicht werden sollen, war das Krankenhaus Düren. Rosi Struck, Fachwirtin im Gesundheitswesen, hat den Jungen und Mädchen die große Klinik gezeigt.

«Wir sind so etwas wie eine eigene kleine Stadt», hat Rosi Struck den Kindern erklärt. «Unser Krankenhaus hat 500 Betten und 1200 Mitarbeiter.» Etwa 20 000 Menschen werden jedes Jahr stationär hier behandelt, 40 000 können nach einer ambulanten Untersuchung wieder nach Hause. Dass Ärzte und Krankenschwestern in der großen Klinik an der Roonstraße arbeiten, wissen die Kinder. Dass aber auch Köche, Diätassistentinnen, Reinigungskräfte und Techniker hier arbeiten, ist für die meisten neu.

 

Erste Station des spannenden Rundgangs war der Notarztwagen. Notarzt Dr. Mahmut Sönmez und Rettungssanitäter Domenic Krichel haben den Kindern erklärt, was sie bei einem Notfall beachten müssen. «Wenn Ihr die Notrufnummer 112 gewählt habt, ist es wichtig, dass Ihr Euren Namen sagt, was Euer Problem ist und wo Ihr seid.» Samira konnte mit einem der komplizierten Geräte aus dem Notarztwagen ihren Herzschlag hören und die Sauerstoffsättigung ihres Blutes messen.

Bei David Quade und Robin Kobertz in der zentralen Notaufnahme haben die Jungen und Mädchen dann gesehen, wie ein Körper von innen aussieht. David Quade, der pflegerische Leiter der Notfallambulanz, hat den Kindern auf einem Röntgenbild einen gebrochenen Oberschenkelknochen gezeigt. «Das tut bestimmt weh», sagte Jason. Und fragte gleich hinterher: «Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man einen Gips bekommt?»

Diese Frage konnte Jason sich kurz darauf selbst beantworten, als David Quade ihm einen Gipsarm verpasst hat. «Das wird ganz warm», sagte Jason. «Ich glaube, es ist besser, im Winter einen Gipsarm zu bekommen.»

Nach einer kleinen Stärkung im Klinik-Café ging es dann zur Endoskopie. Oberarzt Dr. Sebastian Wolf und pflegerischer Leiter Markus Page zeigten den Kindern, wie man in einen Bauch gucken kann, ohne den vorher aufschneiden zu müssen. «Dieses Gerät nennt man Endoskop», so Dr. Wolf. Die Patienten, so der Mediziner, würden bei einer Magenspiegelung einen Schlauch schlucken. Wolf: «Das Endoskop hat vorne eine Kamera, damit können wir dann sehen, was im Magen unserer Patienten los ist.» Um zu gucken, wie die Kamera funktioniert, konnten die Kinder jede Menge «Endoskop-Selfies» machen. Zum Schluss hatten Markus Page und Sebastian Wolf einen Luftballon vorbereitet, der einen Magen symbolisieren sollte. «Manchmal kommt es vor, dass Kinder oder auch Erwachsene etwas verschlucken», so Dr. Sebastian Wolf. «In unserem Magen gibt es ein kleines Spielzeug, eine Batterie und eine Münze. Das müssen wir jetzt herausholen.» Gesagt getan – klar, dass die Kinder dem Mediziner bei der schwierigen Untersuchung assistieren durften.

«Mir hat es Spaß gemacht», sagte der kleine Son nach der Führung. «Ich durfte heute ausprobieren, wie es ist, auf einer Untersuchungsliege zu liegen. Und ich weiß jetzt, dass man keine Angst haben muss im Krankenhaus. Die Leute wollen einem hier helfen.»

Sandra Kinkel, Dürener Nachrichten