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Foto: Christoph Lammertz

Symposium beleuchtet das Thema „Demenz im Akutkrankenhaus“.

Die Versorgung demenzkranker Patienten stellt Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern vor ganz besondere Herausforderungen. Die Abläufe in einem Krankenhaus sind in der Regel an Patienten ausgerichtet, die kooperativ, anpassungs- und auskunftsfähig sind. An Menschen mit einer Demenz-Erkrankung können diese Ansprüche nicht gestellt werden. Häufig kommt es bei ihnen, wenn sie wegen einer internistischen Erkrankung oder einer Verletzung in ein Krankenhaus eingewiesen werden, zu einer Verschlechterung der kognitiven Situation. Die Frage, wie diese Herausforderung zu meistern ist, beantworteten Experten jetzt in einem Symposium, zu dem das Krankenhaus Düren und die Alzheimer-Gesellschaft Kreis Düren ins Krankenhaus eingeladen hatten.

Ganz praxisnah und mitten aus dem Leben berichtete Stephan Braun (Alzheimer-Gesellschaft) zunächst über seine Erfahrungen mit der Heimbetreuung Demenzkranker. „Demenzsensible Kommunikation“ hatte er seinen Vortrag überschrieben, der viele praktische Tipps beinhaltete. Die Kernbotschaft: Holen Sie den Menschen dort ab, wo er sich in seiner eigenen Realität gerade befindet! Dafür sei das Wissen um die Biografie des Demenzkranken von großer Bedeutung.

Den Ansatz der Maltester in Köln in der Versorgung demenzkranker Patienten schilderte Dr. Jochen Hoffmann, Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin im St. Hildegardis Krankenhaus. Hoffmann und sein Team setzen auf das schwedische „Silviahemmet-Konzept“. Eine Steigerung der Lebensqualität im Alltag ist Ziel der Philosophie. Dazu gehören als zentrale Aspekte die Förderung der noch verbliebenen Ressourcen der demenziell Erkrankten und eine spezielle Gestaltung der Räume, die den Patienten die Orientierung erleichtert.

Den Stand der medizinischen Forschung stellte Dr. Klaus Maria Perrar (Alzheimer-Gesellschaft) vor. Während die diagnostischen Möglichkeiten sich weiter verbesserten, sei bei der Suche nach wirksamen Therapien vieles in der Testphase, berichtete Dr. Perrar. Auch wenn bei einigen Methoden erste positive Aspekte sichtbar würden, sei ein schneller Durchbruch nicht zu erwarten. „Vielleicht in 20 oder 30 Jahren“, so die Einschätzung des Facharztes für Psychiatrie und Palliativmedizin.

Über die Pilotphase einer besonderen Kooperation zwischen dem Krankenhaus Düren und der LVR-Klinik Düren berichtete Dr. Martine Grümmer, Chefärztin der Abteilung für Gerontopsychiatrie der LVR-Klinik. In einem Liaisondienst stellt die LVR-Klinik der Klinik an der Roonstraße ärztliche Fachkräfte zur Verfügung, die im Krankenhaus intensiv an der Behandlung und Betreuung der betroffenen Patienten beteiligt sind. So sind die demenzkranken Patienten auch in der Fachabteilung, die sich um die somatische Erkrankung kümmert, gut aufgehoben und müssen nicht auf einer gesonderten Demenz-Station behandelt werden. „Zur Versorgung dieser Menschen schulen wir im Krankenhaus alle Mitarbeiter – und das im täglichen Ablauf“, berichtete Dr. Martine Grümmer.

Die Wirkung von Humor konnten die Symposiumsteilnehmer beim abschließenden Vortrag von Dr. Petra Klapps, Fachärztin, Pantomime und Clown, ganz hautnah erleben. Unter der Überschrift „Humor und Demenz – Clowntherapie im Krankenhaus beschrieb sie mit Anekdoten aus ihrer Tätigkeit als Klinikclown die Effekte ihrer Arbeit auf Demenzkranke. Den oft gehörten Bedenken, Clowns würden in den Kliniken die Abläufe stören, widersprach sie: „Wir entlasten das Pflegepersonal. Clowns begegnen dem Menschen mit Demenz auf emotionaler Ebene – da wo Demenzkranke am Besten erreichbar sind.“