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Die Referenten des 2. Dürener Demenz-Symposium sprachen über besondere Herausforderungen in der palliativen Versorgung dementer Patienten (von links): Organisator Heinz Lönneßen, Dr. Klaus Maria Perrar, Maike Schwermann, Monika Ecker, Thomas Montag und Dr. Michael Flaßhove. Foto: Christoph Lammertz

Beim Symposium im Krankenhaus Düren sprechen Experten über die besonderen Herausforderungen.

Für ihr 2. Demenz-Symposium hatten das Krankenhaus Düren und die Alzheimer-Gesellschaft Kreis Düren ein Thema gewählt, das mit ganz besonderen Herausforderungen verbunden ist: Im Kongresszentrum des Krankenhauses ging es um die Versorgung sterbender Menschen mit Demenz. „Sterben Menschen mit Demenz anders?“ war eine der zentralen Fragestellungen des Symposiums, an dem rund 70 Pflegekräfte aus der Region teilnahmen.

Eine einfache Antwort auf diese Frage könne er nicht geben, sagte Dr. Klaus Maria Perrar, Palliativmediziner, Gerontopsychiater und Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft Kreis Düren. Die Symptomatik im Sterbeprozess unterscheide sich bei diesen Patienten nicht wesentlich von anderen. Der Unterschied liege darin, dass der demente Patient das Wissen um seine Erkrankung und um die eigene Endlichkeit verliere. Das Erkennen der Bedürfnisse werde damit natürlich enorm erschwert und stelle die Pflegenden vor große Herausforderungen.

Auf Möglichkeiten der ambulanten palliativen Versorgung von Menschen mit Demenz ging Thomas Montag vom Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln ein. Versorgungsformen, die sich in Abhängigkeit von der Diagnose auf einzelne Krankenhausstationen beziehen lassen, seien nicht erforderlich, sagte er. Vielmehr müsse sich die Versorgung in allererster Linie an den Bedürfnissen der Patienten und ihrer Familien orientieren. Maike Schwermann, Pflegedozentin an der Fachhochschule Münster, betonte in ihrem Vortrag die Notwendigkeit zur kontinuierlichen fachlichen Qualifikation aller am Versorgungsprozess Beteiligten. Nur so könnten Probleme und Symptome frühzeitig erkannt werden und nur so lasse sich auch die familiäre Krisenprävention zielgerichtet gestalten.

Wie das in der Praxis aussehen kann, machte Monika Ecker, frühere Wohngruppenleiterin im Sophienstift, deutlich. Im HoLDe-Projekt, das den Hospizgedanken und die Berücksichtigung der Lebenswelten der Bewohner mit Konzepten der Dementenbetreuung verbindet, erhalten alle Mitarbeiter unabhängig von ihrer Aufgabe eine 30-stündige Grundqualifikation zum Umgang mit dementiell veränderten Menschen. „Ich erlebe dadurch sehr viel weniger herausforderndes Verhalten“, berichtete sie und lobte die Zusammenarbeit mit den Hausärzten. Die Kooperation in einem funktionierenden Netzwerk stellte auch Priv. Doz. Dr. Michael Flaßhove als existenziell für die gute Versorgung aller Palliativpatienten heraus. Der Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie, Palliativmedizin, berichtete über die palliative Versorgung onkologischer Patienten im Krankenhaus Düren und betonte die hohe Bedeutung einer „gelebten Interdisziplinarität“. Neben Ärzten und Pflegenden seien Psychoonkologie, Schmerztherapie, Physiotherapie, Sozialarbeit, Hospizarbeit und Seelsorge wichtige Faktoren, die sicherstellen, dass Patienten zu einem bestimmten Zeitpunkt im Krankheitsverlauf auf einer Palliativstation besser aufgehoben sind.