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Besiegelten den Übergang der "Klinik Pänz" zur Stadt Düren (von links): Michael van Brederode, Kaufmännischer Direktor der LVR-Klinik, Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Gereon Blum, Bürgermeister Paul Larue und die Aufsichtsratsvorsitzende des Krankenhauses, Liesel Koschorreck. Foto: H. Göddertz

Der Betriebskindergarten „Klinik Pänz“ auf dem Gelände des Krankenhauses Düren geht in die Trägerschaft der Stadt Düren über. Das Krankenhaus und die Stadt sehen in dem Übergang zum neuen Kindergartenjahr Vorteile für alle Seiten. In der Betriebskita werden derzeit 50 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren betreut. Mit besonderen Öffnungszeiten orientiert sich das Angebot an den Arbeitszeiten der Eltern.

Vor sieben Jahren hat das Krankenhaus Düren den Betriebskindergarten „Klinik Pänz“ in eigener Trägerschaft eröffnet. Ziel war es, als familienfreundliches Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern und damit in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels qualifiziertes Personal zu gewinnen und an das Krankenhaus zu binden. Heute können die Verantwortlichen in der Klinik an der Roonstraße zufrieden feststellen, dass das Ziel erreicht wurde. „Die Betriebskita genießt in unserem Krankenhaus einen hervorragenden Ruf und wird sehr gut angenommen“, sagt Geschäftsführer Dr. Gereon Blum. „Das besondere Kita-Angebot auf dem Gelände unseres Krankenhauses soll deshalb auch langfristig gesichert werden“, betont die Aufsichtsratsvorsitzende des Krankenhauses, Liesel Koschorreck. Die Übertragung der Trägerschaft an die Stadt Düren zum nächsten Kindergartenjahr sei dafür die Basis.

Das Krankenhaus wünsche sich einen Übergang der Trägerschaft, weil die sehr aufwändige Trägervertretung viel Managementkapazität binde und nicht zu den Kernaufgaben eines Krankenhauses gehöre, erklärt der Geschäftsführer und verweist darauf, dass die Betriebskita weiter gewachsen ist und auch Plätze für Kinder von Mitarbeitern der LVR-Klinik anbietet. In einem größeren Verbund könnten die umfangreichen Aufgaben des Einrichtungsträgers wesentlich einfacher umgesetzt werden, sagt Dr. Blum. Von Beginn an bestehe ein enger Kontakt zwischen dem Krankenhaus und dem für die Kindergärten im Stadtgebiet zuständigen Jugendamt der Stadt Düren. Das Jugendamt habe das Krankenhaus in allen Fragen der Trägervertretung hervorragend unterstützt und stehe regelmäßig beratend zur Seite. Aus dieser Zusammenarbeit heraus sei auch auf Seiten der Stadt Düren ein Interesse an einer Übernahme signalisiert worden, da der Standort noch ausbaufähig ist. So wird die Stadt dort künftig auch Betreuungsplätze für Kinder aus dem Umfeld des Krankenhauses anbieten und damit auf die dynamische Bevölkerungsentwicklung im Grüngürtel gerade durch den Zuzug vieler junger Familien reagieren können. Durch eine Übertragung der Trägerschaft an die Stadt Düren könnten somit größtmögliche Synergien geschaffen werden, die sowohl der Stadt Düren als auch dem Krankenhaus zugutekommen.

Die besonderen Anforderungen des Krankenhauses – besondere Öffnungszeiten und bevorzugte Kitaplatzvergabe für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – werden vertraglich geregelt. Da sowohl beim Krankenhaus als auch bei der Stadt Düren der Tarif des Öffentlichen Dienstes (TVöD) Anwendung findet, entstehen bei dem Betriebsübergang keine Nachteile für die Mitarbeiterinnen. Auch aus diesem Grund kam für das Krankenhaus eine Übertragung ausschließlich an einen kommunalen Träger in Frage.

Bürgermeister und Jugenddezernent Paul Larue sieht hier ebenfalls positive Effekte für beide Seiten. So sei die Kindertagesstätte mit der Übernahme durch die Stadt in ein umfangreiches Netzwerk von Unterstützung und Hilfen für junge Familien eingebunden. Die Einrichtung werde zudem von der zusätzlichen Kompetenz im Jugendamt profitieren, etwa auch bei Fortbildung und Fachberatung des Personals. Ab dem 1. August seien zudem alle Kinderbetreuungsplätze in der Stadt Düren beitragsfrei. Schließlich könne man dem steigenden Platzbedarf im Dürener Osten besser gerecht werden.

Im Januar 2018 hatte der Rat der Stadt Düren einen entsprechenden Beschluss zur Übernahme des Betriebskindergartens „Klinik Pänz“ gefasst.

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