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Das Krankenhaus Düren und die Initiative InSorge vernetzen sich. Den Start der Kooperation markierte ein öffentliches Forum im Kongresszentrum des Krankenhauses. Foto: Christoph Lammertz

Das Krankenhaus Düren und die Initiative InSorge wachsen eng zusammen. Ihr Blick richtet sich auf den Patienten – auf den Patienten als ganzen Menschen. Was das für die Verantwortlichen im Krankenhaus an der Roonstraße und für die ehrenamtliche Initiative bedeutet und wie das gemeinsame „Sorge tragen“ aussehen soll, wurde zum Start der Kooperation in einem öffentlichen Forum miteinander besprochen. Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass viele, vor allem ältere Patienten über die medizinische und pflegerische Betreuung hinaus besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung benötigen.

Im Kongresszentrum des Krankenhauses begrüßte Peter-Josef Dorn aus der Pflegedienstleitung des Krankenhauses zahlreiche interessierte Besucher. Seit einigen Monaten ist das intensive Kümmern um die Belange von Patienten und Angehörigen Schwerpunkt seiner Arbeit. Er berichtete von gesellschaftlichen Veränderungen, die im Klinikalltag deutlich werden: Die Patienten werden immer älter und oft leider auch einsamer. Ein Krankenhaus, das seine Verantwortung für die Patienten ernst nimmt, müsse sich mit den Lebensbedingungen und den weiteren Perspektiven der Menschen befassen. Die Verantwortung ende nicht mit dem Tag der Krankenhausentlassung. Eine Vernetzung der professionellen Hilfsstrukturen im Krankenhaus mit den ehrenamtlichen Hilfsangeboten in Stadt und Kreis Düren biete aus Sicht der Klinikverantwortlichen viele Möglichkeiten, Menschen nachhaltig zu unterstützen.

Das sieht Gerda Graf genauso. Sie hat die Initiative InSorge aus der Hospizbewegung heraus im Kreis Düren etabliert. Dass die von der Initiative mit großem ehrenamtlichem Engagement gelebte Sorgekultur nun auch im Krankenhaus Düren etabliert werden soll, ist für Gerda Graf eine sehr erfreuliche Entwicklung. Gerne übernahm sie deshalb auch die Moderation des Forums, in dem  Dr. Ruth Baumann-Hölzle, Leiterin des „Interdisziplinären Instituts für Ethik im Gesundheitswesen“, zunächst ethische Fragestellungen im klinischen Alltag näher beleuchtete. Dabei benannte die Expertin auch deutlich den Konflikt zwischen der Würde des Patienten auf der einen Seite und der unternehmerischen Gewinnorientierung auf der anderen Seite. Dass die Würde der Patienten im Krankenhaus Düren ein hohes Gut ist, verdeutlichten die Berichte aus der Praxis: Prof. Stephan Schröder, Chefarzt der Anästhesie, berichtete von der Herausforderung, auch auf der Intensivstation den Patientenwillen als wichtigsten Maßstab zu akzeptieren. Die Pflege- und Sozialberatung des Krankenhauses, die Altersmedizin und die Seelsorge stellten ihre Arbeit vor und machten dabei deutlich, dass in der Klinik der Mensch nicht nur als medizinische Aufgabe, sondern in seiner Gesamtheit betrachtet wird.

Mit großer Freude konnte Gerda Graf zum Abschluss des Forums bereits die ersten Sorgebeauftragten für das Krankenhaus begrüßen: zwei ehemalige Krankenpflegerinnen der Klinik, die sich als Rentnerinnen ehrenamtlich für Patientinnen und Patienten engagieren wollen und nun in den Kreis der bereits 15 weitergebildeten Sorgebeauftragten im Kreis Düren aufgenommen werden.