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Hockonzentriert: Ärzte und Pflegekräfte trainieren im Krankenhaus Düren regelmäßig die Versorgung schwerstverletzter Patienten. Foto: Christoph Lammertz

Bei einem schlimmen Verkehrsunfall ist ein 39-jähriger Dürener schwer verletzt worden. Neben gebrochenen Knochen sind auch Organe im Bauchraum betroffen. Die Zeit drängt. Schnell sind die Rettungskräfte am Unfallort, wenige Minuten später erreicht der Rettungswagen das Krankenhaus Düren. In der Notaufnahme muss nun jeder Handgriff sitzen. Ein Rädchen muss ins andere greifen, wenn das Notfallteam mit Ärzten aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Fachpflegekräften im so genannten Schockraum seine Arbeit aufnimmt. Im Hintergrund hat das Team der Radiologie bereits alles vorbereitet, um mit Hilfe digitaler Röntgengeräte oder des CT die genaue Diagnose zu ermöglichen.

Bis in die Radiologie kommt der heutige Patient allerdings nicht. Er ist nur ein Dummy, eine hochkomplexe Puppe, die die Funktionen des menschlichen Körpers simuliert. Und das Szenario des schlimmen Verkehrsunfalls ist glücklicherweise an diesem Morgen nur Theorie. Das interdisziplinäre Team des Krankenhauses Düren trainiert den Ernstfall. Einen Ernstfall, für den das Krankenhaus als Regionales Traumazentrum für den Kreis Düren optimal ausgestattet und qualifiziert ist. Unfallopfer mit zahlreichen schweren Verletzungen, so genannte Polytrauma-Patienten, werden gezielt in die dafür zertifizierten Kliniken gebracht. Erfahrene Ärzte und Pflegekräfte stehen dort rund um die Uhr für ihre Versorgung zur Verfügung. „Trotz aller Erfahrung ist es aber immer wieder wichtig, die Abläufe zu trainieren und sich anders als im Ernstfall dabei kritisch beobachten zu lassen“, sagt Dr. Kirsten Oelbracht, Leiterin der Zentralen Notaufnahme im Krankenhaus Düren. Mit dabei sind deshalb auch Dr. Detlef Struck, der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Düren, und Dr. Thomas Dienstknecht, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Düren. Wie die ärztliche Leiterin der Notaufnahme und ein gutes Dutzend weiterer Ärzte und Pflegekräfte beobachten sie die Abläufe ganz genau und schildern später im kollegialen Austausch ihre Eindrücke. Dabei gibt es viel Lob für die handelnden Personen. „Wir haben gesehen, dass alle genau wissen, was zu tun ist“, bilanziert Dr. Oelbracht. Das nächste Training im Schockraum wird dennoch nicht lange auf sich warten lassen – damit auch im Ernstfall weiter jedes Rädchen ins andere greift.