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Eindrücke aus dem Simulationstraining: Teilnehmende versorgen ein Neugeborenes mit Anpassungsstörung. Foto: T. Speer

Bereits zum elften Mal bot die Anästhesie im Krankenhaus Düren den Simulationskurs zur Erstversorgung und Reanimation kritisch kranker Neugeborener an. Dieses etablierte Lehrgangskonzept hat seit 2013 einen festen Platz im Fortbildungskalender des Krankenhauess Düren. Unter der Leitung von Dr. Andreas Wentz, leitender Kinderarzt am Krankenhaus Düren und Prof. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, nahmen Ärztinnen, eine Hebamme und ein Notfallsanitäter an diesem Lehrgang teil.

Die Versorgung kritisch kranker Neugeborener ist eine interdisziplinäre und multiprofessionelle Aufgabe, die an vielen Krankenhäusern nicht regelmäßig durchgeführt wird. Aus diesem Grund stellt eine solche Situation besonders hohe Anforderungen an das medizinische Personal, das in dieser zeitkritischen Situation eine leitliniengerechte Versorgung des Neugeborenen sicherstellen muss. Dabei sind bestimmte manuelle Fertigkeiten wie beispielsweise die Beatmung Neugeborener oder oder das Etablieren eines intraossären Katheters notwendig. Gleichzeitig sind in dieser Situation auch nichttechnische Fähigkeiten wie Situationswahrnehmung, Teamwork, Entscheidungsfindung, Aufgabenmanagement und nicht zuletzt Kommunikation von außerordentlicher Bedeutung. Der Dürener Lehrgang vermittelt gleichermaßen das medizinisch-fachliche Wissen über die Versorgung von Neugeborenen in den ersten Lebensminuten, die dafür notwendigen manuellen Fertigkeiten durch Skill-Stationen und ebenso die genannten nicht-technischen Fähigkeiten durch Simulationstraining.

Der elfte Kurs bot die Gelegenheit, die Vorträge und den Ablauf zu überarbeiten. Dabei wurde der sehr regelmäßig positiv bewertete Wechsel aus Theorie und Praxis und das Lernen in Kleingruppen beibehalten. Das Lernen im Simulator durch Erleben von kritischen Situationen rund um die Geburt konnte durch den angepassten Zeitplan hingegen noch weiter ausgebaut werden.
Prof. Stefan Schröder zog nach Abschluss des Lehrganges eine positive Bilanz: „Unsere Arbeit für den Simulationslehrgang hat sich gelohnt. Wir sind mit dem überarbeiteten Konzept sehr zufrieden und werden weiterhin daran arbeiten, unsere Fortbildungsveranstaltungen mit Simulationstraining so auszurichten, dass wir einen möglichst hohen Lerneffekt erzielen und auf diese Weise die Sicherheit der uns anvertrauten Patienten erhöhen.“

Seit sechs Jahren ist das Simulationszentrum der Anästhesie am Dürener Krankenhaus eine der wenigen Einrichtungen in Deutschland, die Simulationskurse für Neugeborene anbieten. Jährlich werden je nach Nachfrage ein bis zwei Veranstaltungen dieser Art durchgeführt. Die Termine werden auf der Internetseite der Anästhesie der Krankenhaus Düren gem. GmbH angekündigt

(Autor: T. Speer).

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