headerline

Mit Sportwissenschaftlerin Christiane Kraft (links) hat Dr. Hans Dieter Kaufmann das Gesundheitszentrum am Krankenhaus Düren aufgebaut. Nach seinem Abschied übernimmt Dr. Jutta Flaßhove die ärztliche Betreuung der Reha-Sportler. Foto: Christoph Lammertz

Dr. Kaufmanns Engagement für das Gesundheitszentrum des Krankenhauses Düren.

Düren. Das Gesundheitszentrum des Krankenhauses Düren hat sich in wenigen Jahren zu einer Vorzeige-Einrichtung entwickelt. In den Reha-Sport an der Roonstraße setzen Ärzte und Patienten größtes Vertrauen. Seit seiner Gründung vor gut sechs Jahren schreibt das Zentrum eine Erfolgsgeschichte. Eng verbunden ist sie mit einem Namen: Dr. Hans Dieter Kaufmann.

Der Mediziner hat die Einrichtung mit der sportlichen Leiterin Christiane Kraft aufgebaut und die rasante Entwicklung mit vorangetrieben. Und das, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten, denn Dr. Kaufmann übernahm die ärztliche Betreuung des Reha-Sports nach seiner Pensionierung ehrenamtlich. Aus gesundheitlichen Gründen musste er sein Engagement jetzt beenden. „Die Arbeit hat mir immer sehr viel Freude gemacht", blickt der 62-Jährige zurück.

Drei Stunden täglich hat er in den vergangenen Jahren die Reha-Sportler im Gesundheitszentrum betreut. „Und dann zu Hause noch am Computer gesessen", berichtet der Birgeler und gibt zu: „Ich werde das schon vermissen." Ihn wird man im Krankenhaus Düren natürlich auch vermissen. „Für sein großes Engagement sind wir ihm sehr dankbar", sagt Geschäftsführer Dr. Gereon Blum. „Was Dr. Kaufmann mit Christiane Kraft aufgebaut hat, kann sich wahrlich sehen lassen." Auch die sportliche Leiterin bedauert den Abschied: „Mit ihm konnte ich hervorragend zusammenarbeiten. Es hat einfach Spaß gemacht." Das Kompliment gibt Dr. Kaufmann gerne zurück: „Reha-Sport ist eine gute Geschichte – und bei uns ist sie noch besser. Frau Kraft macht das wirklich sehr gut." Er sei sehr froh darüber, dass auch die ärztliche Betreuung im Gesundheitszentrum weiter in guten Händen liegt, betont der Mediziner. Dr. Jutta Flaßhove hat inzwischen seine Nachfolge angetreten.

Vor Dr. Kaufmanns ehrenamtlichem Engagement am Krankenhaus Düren stand ein Berufsleben mit einigen klinischen Stationen und langen Jahren als Betriebsmediziner beim RWE. Nach seinem Studium an der Uni Köln absolvierte der gebürtige Brühler seine Ausbildung in Krankenhäusern in und rund um Köln. Der Stabsarztzeit bei der Bundeswehr folgten seine ersten Jahre am Dürener Krankenhaus, wo er in der Inneren Medizin tätig war. Schließlich reizte ihn aber vor allem die Arbeitsmedizin. „Die Zusammenarbeit mit vielen anderen Disziplinen wie Ergonomen, Sicherheitsingenieuren, Hygienikern oder Chemikern war sehr interessant", erinnert sich Dr. Kaufmann. Ein ganz wichtiger Aspekt sei die Anpassung der Arbeit an die verbliebenen Fähigkeiten von gesundheitlich angeschlagenen Mitarbeitern und ihre Wiedereingliederung ins Berufsleben gewesen. Und nicht zuletzt die Beratung der Kollegen in Fragen des privaten und innerbetrieblichen Sports. „Das hat mir immer viel Spaß gemacht, da ich selber von frühester Jugend an Sportler war", sagt Dr. Kaufmann.

Die Möglichkeit, nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben im Gesundheitssport tätig zu werden, sei deshalb für ihn ein Glücksfall gewesen. Im Dürener Krankenhaus stand man seinem Vorschlag, etwas Neues aufzubauen, sehr positiv gegenüber.

Mit Sportwissenschaftlerin Christiane Kraft wurde die passende Partnerin für das Vorhaben gefunden. Den Anfang machten Herzsportgruppen. „Gründliche Eingangsuntersuchungen, Anpassung des Belastungsprogramms an die individuellen Möglichkeiten des Patienten, kontinuierliche ärztliche Betreuung während der Sportstunden, Kontakt mit den überweisenden Ärzten", zählt Dr. Kaufmann einige seiner Aufgaben auf. „Unser Hauptaugenmerk galt dem Training für alltagsbezogene Tätigkeiten wie Treppensteigen", erklärt er. Zum Reha-Sport für Herzpatienten gesellten sich später Angebote für Patienten mit chronischen Lungen- und Bronchialerkrankungen, Menschen mit Diabetes und arteriellen Verschlusskrankheiten.

Fehlte nur noch der Reha-Sport aus dem orthopädischen und chirurgischen Bereich, zumal im Haus viele Hüft- und Knieprothesen implantiert werden. „Auch der ist inzwischen an unserem Gesundheitszentrum etabliert, so dass wir wirklich sehr gut aufgestellt sind", kann Dr. Kaufmann mit stolz auf das Erreichte zurückblicken. Seinen ehrenamtlichen Einsatz sieht er dabei gar nicht als etwas Besonderes. Für ihn steht fest: „Wenn es einem im Leben gut ergangen ist, dann muss man auch etwas zurückgeben und sich für die Allgemeinheit engagieren."