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Chefarzt Dr. Serhat Aymaz (2.v.r.) blickte mit seinen Vorgängern Prof. Dr. Helmut Leonhardt (2.v.l) und Wolfgang Barényi (3.v.r.) auf die Entwicklung des Fachgebiets zurück. Die Oberärzte der Gastroenterologie befassten sich bei der Tagung im Krankenhaus Düren mit Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Foto: S. Johnen

Die Gastroenterologie des Krankenhauses Düren blickt bei einer Tagung zurück.

Stillstand gibt es in der Medizin nicht. Neue Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie beschleunigen Schwerpunktbildungen und Spezialisierungen. Es ist noch gar nicht lange her, da war die Versorgung von Patienten mit gastroenterologischen Krankheitsbildern in eine allgemeine internistische Klinik eingebunden. Heute ist die Gastroenterologie, die sich mit den Erkrankungen von Magen, Darm, Leber, Gallenwegen, Bauchspeicheldrüse und mit Stoffwechselerkrankungen befasst, als großer Schwerpunktbereich der Inneren Medizin eine eigenständige Fachabteilung. Am Krankenhaus Düren geht diese Entwicklung bereits auf die frühen 70er Jahre zurück. Im Rahmen der Tagung „Gastroenterologie am Krankenhaus Düren“ blickten Dr. Serhat Aymaz, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Diabetologie, und sein Oberarztkollegium auf die Entwicklungen und Fortschritte der Medizin und die Entwicklung der Dürener Gastroenterologie zurück. Eingeladen waren Hausärzte aus dem gesamten Kreisgebiet.

Dass die Gastroenterologie der kommunalen Klinik besonders in den Bereichen Endoskopie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Hepatologie und Sonographie überregionale Bedeutung erlangt hat, sei den Chefärzten Professor Dr. Helmut Leonhardt und Wolfgang Barényi zu verdanken, sagte Dr. Aymaz. „Seit jeher wurden Patienten hier unter Einsatz modernster Verfahren auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau versorgt. Wir setzen diese Tradition fort.“

Bis 1960 war die Diagnose im Bauchinnenraum vor allem Handarbeit, alles musste erfühlt und ertastet werden. Die zentrale Frage lautete: Wie bringe ich Licht ins Dunkel? Erst die Erfindung von lichtleitenden Fasern ermöglichte den Einsatz flexibler Endoskope. Lag die Zahl der Endoskopien 1976 noch bei 1600, so sind es heute 6000 im Jahr. „Endoskope dienten damals ausschließlich der Diagnostik. Heute können wir interventionell therapieren, beispielsweise Gallensteine mit Sonar zerstören, Stents einsetzen oder kleine Operationen durchführen“, erklärt Dr. Aymaz. Im Krankenhaus Düren kommt auch ein sogenanntes „SpyGlass“ zum Einsatz, das einen Durchmesser von nur fünf Millimetern hat. Mit Hilfe dieses Systems kann der Gallengang „erkundet“ werden.

„Medizin wird immer komplexer“, weiß Dr. Serhat Aymaz aus der täglichen Arbeit. In der Gastroenterologie gilt es wie in allen anderen medizinischen Fächern den Finger am Puls der Zeit zu haben. Die Tagung war daher in das umfassende Fortbildungsangebot der kommunalen Klinik eingebaut.