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Dr. Gereon Blum, Dr. Michael Flaßhove und Paul Larue begrüßten den neuen Chefarzt der Medizinischen Klinik II, Dr. Serhat Aymaz (2.v.l.) Foto: Christoph Lammertz

Dr. med. Serhat Aymaz ist neuer Chefarzt der Medizinischen Klinik II

Düren. Nach knapp 40 Jahren am Krankenhaus Düren ist Wolfgang Barényi, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Diabetologie (Medizinische Klinik II), Ende März dieses Jahres in den verdienten Ruhestand getreten. Seine Nachfolge tritt mit dem heutigen Tag Dr. med. Serhat Aymaz, M. Sc., an. In einem anspruchsvollen Bewerbungsverfahren mit 20 Kandidaten in der engeren Auswahl setzte sich der 44-Jährige gegen hochkarätige Konkurrenz durch. Dr. Aymaz kommt vom Krankenhaus Köln-Holweide. Dort war er seit 2009 stellvertretender Chefarzt der Medizinischen Klinik, der größten ungeteilten internistischen Abteilung in der Region Köln.

„Wir freuen uns sehr, Herrn Dr. Aymaz heute bei uns begrüßen zu dürfen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Krankenhauses, Bürgermeister Paul Larue, bei der Vorstellung des neuen Chefarztes vor der lokalen Presse. Er betonte, dass die Wahl im Aufsichtsrat einstimmig auf Dr. Aymaz gefallen sei, und dankte dem Ärztlichen Direktor, Priv.-Doz. Dr. med. Michael Flaßhove, als Sprecher des medizinischen Kompetenzteams für „eine hervorragende Beratung" bei der Auswahl des neuen Chefarztes. Geschäftsführer Dr. med. Gereon Blum stellte fest, dass Dr. Aymaz eine Klinik übernehme, die sehr hohe Wertschätzung in der Region und darüber hinaus genieße. Der Wunschkandidat von Aufsichtsrat und Geschäftsführung werde als Teamplayer nicht nur in seiner Abteilung viel bewegen können, sondern passe auch perfekt in die Runde der Chefärzte: „Im Team zu arbeiten, das ist die Zukunft. Die Zeit der Einzelspieler ist vorbei. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Tätigkeit zum Wohl der Patienten." Auch der Ärztliche Direktor verwies auf die Teamfähigkeit seines neuen Kollegen in der Chefarztrunde, von der man sich in dessen alter Klinik habe überzeugen können. Daneben seien eine hohe medizinische Kompetenz, empathischer Umgang mit den Patienten und eine gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen die wichtigsten Auswahlkriterien gewesen.

Dr. Aymaz ist Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie. Seine internistische Ausbildung begann er bei den Kliniken der Stadt Köln am Standort Merheim, ein Krankenhaus der überregionalen Maximalversorgung, das ihm eine sehr breite internistische und eine sehr fundierte gastroenterologische Ausbildung ermöglichte. Nach Beendigung der sechsjährigen internistischen und der zweijährigen gastroenterologischen Ausbildung arbeitete Dr. Aymaz als Oberarzt. Zugleich absolvierte er erfolgreich den Masterstudiengang „Krankenhausmanagement" und erwarb damit fundierte Kenntnisse der ökonomischen Zusammenhänge im Gesundheitswesen.

In den vergangenen drei Jahren hatte er als Stellvertreter des Chefarztes die Gelegenheit, seine Führungsfähigkeiten in den Bereichen Personal, Außenwirkung und Abteilungsorganisation auszubauen. Durch Neustrukturierung und Etablierung neuer gastroenterologischer Methoden hat sich die Abteilung unter seiner Mitwirkung zu einer der führenden gastroenterologischen Abteilungen der Region Köln entwickelt.

„Nach den Erfahrungen der letzten Jahre hat sich zunehmend der Wunsch entwickelt, Form und Inhalte der Patientenversorgung selbst zu gestalten", antwortet Dr. Aymaz auf die Frage, was ihn an der Aufgabe im Krankenhaus Düren reizte. Hinzu komme, dass er sehr gerne in dieser Region lebe („Ich bin Rheinländer durch und durch, denn 35 Jahre im Rheinland prägen") und dass er von der Idee der kommunalen Versorgung in der Gesundheitsfürsorge überzeugt sei: „Dass Gewinne nicht wie in großen Krankenhauskonzernen abgeschöpft, sondern vor Ort wieder zum Wohl der Patienten reinvestiert werden, halte ich für sehr wichtig."

Mit Blick auf die Klinik, die er fortan leitet, sieht Dr. Aymaz viele Stärken. „Sie hat eine schlagkräftige Größe, Anerkennung in der Bevölkerung, eine gute räumliche und technische Ausstattung und herausragende Mitarbeiter", urteilt Dr. Aymaz, der seinem Team um Dr. Horst Kinkel ausdrücklich für die hervorragende Überbrückung der Phase nach dem Abschied von Wolfgang Barényi dankte. „Ich konnte heute Morgen völlig nahtlos mit der Patientenbehandlung beginnen", freute sich der neue Chefarzt.

Die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit einer starken Onkologie und einer starken Chirurgie zähle ebenfalls zu den Stärken seiner neuen Klinik. Aber er sieht durchaus auch noch Entwicklungspotenzial, beispielsweise in der Standardisierung der Arbeitsabläufe, in der interdisziplinären Zusammenarbeit, der Außenwirkung, der Profilbildung und bei den Innovationen. Etabliertes mit Innovativem verbinden, sei sein Ziel, betont Dr. Aymaz. Konkret plant der neue Chefarzt unter anderem den weiteren Ausbau der Ultraschallkompetenz über die Grenzen Dürens hinaus, die Einführung neuer Techniken in der interventionellen Endoskopie und die Etablierung eines Kompetenzzentrums für Gallengangsspiegelungen und Endoskopischen Ultraschall. Das interdisziplinäre Darmzentrum will er weiter stärken und neue Zentren bilden, beispielsweise für Sodbrennen oder Crohn Colitis. Über allem stehe aber der Grundsatz, dass der Arzt „Begleiter der Patienten" sein müsse, sagt Dr. Aymaz und betont: „Medizin wird von Menschen für Menschen gemacht."

Dr. Serhat Aymaz ist verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von 8 und 16 Jahren. Seine Frau Suna Aymaz ist Juristin und arbeitet als Rechtsanwältin in eigener Kanzlei in Köln. Im Alter von 10 Jahren kam er aus der kurdischen Hochebene im Osten der Türkei mit seinen Eltern an den Rhein, wo sein Vater im diplomatischen Dienst tätig war. Aus geplanten vier Jahren Aufenthalt in Deutschland sind inzwischen fast 35 Jahre geworden.