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Menschen mit demenziellen Veränderungen im Akutkrankenhaus verstehen, akzeptieren und integrieren: Fünf Kliniken im Kreis Düren haben sich dieses Ziel gesetzt.

Fachtagung zum Thema „Demenz im Akutkrankenhaus"

Düren. Die Abläufe in einem Krankenhaus sind in der Regel an Patienten ausgerichtet, die kooperativ, anpassungs- und auskunftsfähig sind. An Menschen mit einer Demenz-Erkrankung kann dieser Anspruch nicht gestellt werden. Häufig kommt es bei ihnen, wenn sie wegen einer internistischen Erkrankung oder einer Verletzung in ein Krankenhaus eingewiesen werden, zu einer Verschlechterung der kognitiven Situation.

Die akute Erkrankung kann dabei eine Rolle spielen, noch entscheidender ist aber meist der Umgebungswechsel. So haben demenziell Erkrankte große Probleme, sich auf den Krankenhausalltag einzustellen. Sie empfinden ihn sogar als sehr bedrohlich. Personalwechsel, neue Zimmernachbarn, eingeschränkte Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeiten und die umtriebige Atmosphäre mit unbekannter Geräuschkulisse nehmen ihnen häufig jede Sicherheit. Dass diese Umstände symptomfördernd wirken können, liegt auf der Hand. Wie aber soll man mit umherirrenden, schreienden, verwirrten oder aggressiven Patienten umgehen? Oft fehlen zu einem angemessenen Umgang Zeit und/oder Kompetenz.

Erst langsam werden Modelle zur Betreuung Demenzkranker in Allgemeinkrankenhäusern entwickelt. Noch sind die meisten Kliniken nicht ausreichend auf die besonderen Bedürfnisse dieser Patienten eingestellt. Im Kreis Düren wird diese Situation bald ein Ende haben. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren haben sich engagierte Mitarbeiter der fünf Allgemeinkrankenhäuser im Kreis Düren in der Arbeitsgruppe „Demenz im Akutkrankenhaus" – unterstützt vom Servicezentrum Demenz – regelmäßig getroffen, um die aktuelle Situation zu beleuchten, Bedarfe und Ziele zu formulieren. Das Ergebnis wird ein abgestimmtes Konzept zur Verbesserung der Versorgungssituation sein, das in allen beteiligten Kliniken umzusetzen ist. Themen wie Biografiearbeit und Milieugestaltung spielen dabei eine wichtige Rolle. Ganz entscheidend ist aber auch der Punkt „Fortbildung". Den Anfang macht dabei eine interdisziplinäre Fachtagung, zu der das Servicezentrum Demenz in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Demenz im Akutkrankenhaus" und den Krankenhäusern am Donnerstag, 26. Januar, von 8.15 bis 15 Uhr in den Winkelsaal von Schloss Burgau einlädt.

Diese Veranstaltung wurde maßgeblich von unserem Pflegedirektor Peter-Josef Dorn und der Leiterin unseres Pflege- und Entlassungsmanagements, Henny Zickbauer, konzipiert und vorbereitet. Sie richtet sich an Ärzte (5 Fortbildungspunkte der Kategorie werden vergeben), Pflegekräfte, Auszubildende in der Pflege und Mitarbeiter der Sozialen Dienste. Unter der Überschrift „Die Einmaligkeit bewahren – Menschen mit demenziellen Veränderungen im Akutkrankenhaus verstehen, akzeptieren, integrieren" geben fünf Referenten ihr Wissen weiter. Nach der Begrüßung durch Peter-Josef Dorn, Pflegedirektor des Krankenhauses Düren, und Grußworten von Landrat Wolfgang Spelthahn und Kreismedizinaldirektorin Dr. Marianne Hoff-Gehlen, stehen sehr praxisbezogene Vorträge auf dem Programm. Marita Dohr (St.-Marien-Hospital Birkesdorf) schildert die aktuelle Situation aus Sicht einer Pflegenden, Dr. Martine Grümmer (LVR-Klinik Düren) spricht über die Herausforderungen in der ärztlichen Behandlung von Demenzerkrankten.

Dr. Klaus Maria Perrar, Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft Kreis Düren, nimmt die Bedürfnisse der Demenzpatienten und ihrer Angehörigen in den Blick. Journalistin Stella Braam versucht die schwierige Frage zu beantworten, wie sich die Krankheit anfühlt. Die Kommunikation mit dementen Menschen ist das Thema von Altenpflegerin und Dozentin Friderike Leuthe. Bevor Nicole Savelsberg (Kreis Düren) das Schlusswort spricht, werden Dr. Gereon Blum, Geschäftsführer des Krankenhauses Düren, und Gábor Szük, Geschäftsführer der Caritas-Trägergesellschaft West, die Ergebnisse der Tagung bilanzieren und Antworten auf die Frage „Was machen wir daraus?" geben.