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Hilfe durch Schmerztherapeuten am Dürener Krankenhaus Foro: Krankenhaus Düren

Über 13 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen, oft haben sie jahrelange Therapien bei vielen verschiedenen Ärzten hinter sich und wenig Hoffnung auf Besserung oder Heilung. Mehr als die Hälfte von ihnen wurde nicht ausreichend oder erfolgreich therapiert und muss mit starken Schmerzen den Alltag bewältigen.
Um den richtigen Therapeuten, das passende Medikament oder die für den einzelnen Patienten hilfreiche Therapie zu finden, unternehmen die Leidtragenden viel, um endlich wieder an Lebensqualität hinzugewinnen zu können.

Patienten, bei denen Ärzte über Jahre hinweg nur einzelne Krankheitssymptome behandelt aber nicht den Mensch als Ganzes mit seinen individuellen körperlichen und seelischen Bedingungen betrachtet haben, kommen oft erst sehr spät in die Schmerzambulanz der Klinik. Das Team um Dr. Stefan Hegemann, Sektionsleiter für Schmerztherapie in der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Krankenhauses Düren, lud zum 6. Dürener Schmerztag, bei dem über 60 medizinische und pflegerische Kollegen nach den anregenden Vorträgen der Referenten über die unterschiedlichen Ausprägungen in der Schmerzbehandlung diskutierten.

Heike Müllers, Fachärztin für Psychosomatik aus Langerwehe, überzeugte die Kollegen von den positiven Auswirkungen gezielter Ausdrucksweise. Jeder Patient kann von Therapeuten lernen, seine Wahrnehmung auf die optimistischen Aspekte zu konzentrieren und sich selbst positiv zu beeinflussen. Damit beeinflusst er zunächst nur die Wahrnehmung, in der Folge aber auch die Bedeutung von Schmerz und langfristig auch sein individuelles Schmerzempfinden. Der Patient lernt Hilfe zur Selbsthilfe und "überschreibt" damit die gespeicherte negative Schmerzinformation durch eine positivere Sichtweise.

Neue regionale Anästhesieverfahren stellte Anästhesist Dr. Talis Kaulins vor, bei denen Brustkrebspatientinnen bereits nach der Operation so optimal versorgt werden, dass in der Phase nach der Operation kaum noch Schmerzmittel benötigt werden. In Benchmarking-Analysen belegt das Krankenhaus Düren bezüglich der Zufriedenheit mit der schmerztherapeutischen Behandlung bei diesem Patientenkollektiv den 1. Platz. So kann der Anästhesist durch rechtzeitiges Vorbeugen die Entstehung von chronischen Schmerzen verhindern.

Oberarzt Dr. Stefan Hegemann und Margret Reuter-Kirschnik präsentierten erste Erfahrungen in der multimodalen Schmerzbehandlung am Krankenhaus Düren. Hierbei arbeiten verschiedene Fachdisziplinen, wie z.B. Psychotherapeuten, Schmerztherapeuten, Krankengymnasten und Ergotherapeuten sowie alle weiteren an der Patientenversorgung beteiligten Berufsgruppen eng zusammen, um die individuelle Lösung für die Schmerzen des Patienten zu finden und die Schmerzen erfolgreich zu kontrollieren. Der Patient ist dabei das wichtigste Teil dieses Teams, er lernt sein Verhalten aktiv zu ändern, um den Schmerz zu beherrschen statt sich von ihm beherrschen zu lassen.

Welchen positiven Einfluss die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) auf die Behandlung von chronischen Schmerzpatienten nehmen kann, erläuterte Dr. Christine Gabriel aus Aachen. Die Gynäkologin stellte zunächst die Besonderheiten dieser Therapieform dar, bevor sie die Zuhörer
mit erfolgreichen Beispielen von geheilten Patienten überzeugte. Manchmal ist es leicht, den Teufelskreis zu durchbrechen und auch nach monatelangen Schmerzen kann die richtige Therapie innerhalb kurzer Zeit Erfolge zeigen, so dass der Patient als geheilt gelten kann- ein Erfolg für die Schmerztherapeuten und ein geschenktes neues Leben für die ehemals Betroffenen.