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Rettungskräfte kümmern sich um eine bewusstlose Patientin: Auf der Xantener Nordsee absolvierten 150 Teilnehmer unter medizinischer Leitung von Prof. Stefan Schröder eine Großübung zur Wasserrettung. Foto: Regina Jaschke-Schröder

Krankenhaus Düren ist bei Großübung in Xanten federführend

Düren/Xanten. Noch liefen die letzten Vorbereitungen für die große Wasserrettungsübung auf der Xantener Nordsee, da holte die Realität die Teilnehmer ein: Ein Segelboot war gerade gekentert, zwei Menschen in Not. Dass zufällig 50 Notärzte und 100 Rettungskräfte des DRK gerade in der Nähe waren, passte da natürlich gut. Die beiden Gekenterten wurden in Sicherheit gebracht und medizinisch versorgt. Gut möglich, dass mancher Übungsteilnehmer nachher gar nicht mehr wusste, ob dieser echte Notfall nicht doch zur Übung gehörte. Denn das Szenario, das sich den Ärzten und Rettungskräften anschließend auf der Xantener Nordsee bot, war perfekt vorbereitet und kam ganz nah an die Realität heran. „Bessere Voraussetzungen zum Üben kann es gar nicht geben“, freute sich Prof. Stefan Schröder nach der gelungenen Veranstaltung. Der Chefarzt der Anästhesie im Krankenhaus Düren ist Landesarzt der DRK-Wasserwacht und übernahm auf der Xantener Nordsee die medizinische Leitung.

Intensiv arbeitet das Dürener Krankenhaus dank Schröders Initiative mit dem DRK-Landesverband und der DRK-Landesschule Nordrhein zusammen. Das Rote Kreuz nutzt das medizinische Knowhow aus Düren, die Dürener Klinik kann ihren eigenen Leuten im Gegenzug immer wieder erstklassige Fortbildungsmöglichkeiten bieten. Das galt natürlich auch für die Großübung am Niederrhein. Die Szenerie: Ein Ausflugsschiff mit ausgelassen feiernden jungen Leuten ist mit einem Segelboot kollidiert. Im Wasser kämpfen drei Menschen um ihr Leben, an Bord des Schiffs sind 20 Personen schwer verletzt oder bewusstlos. Überall hört man Schreie, es herrscht ein wildes Durcheinander. Jetzt heißt es für die Notärzte und Rettungskräfte kühlen Kopf bewahren. „Gerade auf einem solch engen Raum ist es nicht leicht, die Übersicht zu behalten“, erklärt Prof. Schröder eine der besonderen Herausforderungen bei einer Rettung auf dem Wasser. Zunächst werden die Verletzten je nach Schweregrad ihrer Verletzung gekennzeichnet. Dann machen sich Mediziner und Rettungskräfte an die Versorgung ihrer Patienten, denen mit einem Gelatine-Latex-Gemisch zuvor äußerst realistisch blutende Wunden oder offene Brüche verpasst worden waren. „Dazu hat das DRK einen eigenen Schminktrupp aus Recklinghausen anreisen lassen“, berichtet Annelie Barnowsky. Prof. Schröders Mitarbeiterin hat die organisatorische Vorbereitung für die Großübung übernommen.

Mit Vorträgen und einem Simulator-Workshop hatte der Tag auf der Xantener Nordsee begonnen, mit einer detaillierten Manöverkritik ging er zu Ende. „Zum ersten Mal haben wir eine solch große Gruppe von Notärzten, Klinik-Spezialisten, Bootsführern und Rettungsschwimmern zusammengeführt“, sagt Prof. Schröder, dem an der Fortbildung in Sachen Wasserrettung sehr gelegen ist. Denn: „Diese Einsätze sind für alle Beteiligten eine ganz besondere Herausforderung, spielen aber in der notfallmedizinischen Ausbildung bisher nur eine untergeordnete Rolle.“ Eine Wiederholung dieser Großübung ist deshalb bereits fest vereinbart.

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