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Das Instruktorenteam mit den Teilnehmenden im Simulationszentrum des Dürener Krankenhauses

Am vergangenen Wochenende fand ein weiterer Simulationskurs zur Erstversorgung und Reanimation kritisch kranker Neugeborener im Krankenhaus Düren statt. Dieser Lehrgang ist seit 2013 fester Bestandteil des jährlichen Fortbildungskataloges und stößt regelmäßig auf großes Interesse bei Pflegekräften sowie Ärztinnen und Ärzten, die mit der Versorgung von Neugeborenen betraut sind.
Das Simulationszentrum des Krankenhauses Düren ist eines der wenigen Zentren, die Fortbildungen zu diesem speziellen Themenfeld anbieten. Dr. Andreas Wentz, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, und Prof. Dr. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, entwickelten das Lehrgangskonzept im Jahr 2013 unter dem Eindruck der Schließung der Kinderklinik und setzen es seitdem zusammen mit einem Instruktorenteam um. Mittlerweile ist der Kurs weit über die Grenzen Nordrheins bekannt, sodass es sogar eine Warteliste gab.

Der 1,5-tägige Lehrgang soll das notwendige Wissen rund um die Anpassung der Neugeborenen in den ersten Lebensminuten vermitteln und Gelegenheit geben, die in diesem Zusammenhang notwendigen praktischen Fähigkeiten zu erlernen bzw. zu trainieren. Andreas Wentz betont: „Wir legen bei diesen Lehrgängen besonderen Wert auf die Praxis. So können die Teilnehmenden in Kleingruppen Maßnahmen wie die Beatmung mit verschiedenen Hilfsmitteln, die Thoraxkompression und die Punktion einer Nabelvene bzw. das Legen intraossärer Zugänge trainieren. Das Simulationstraining am zweiten Lehrgangstag bietet uns abschließend die Möglichkeit, die praktischen Maßnahmen auch unter den teils stressigen und hektischen Bedingungen der Realität zu trainieren.“

Ein weiterer integraler Bestandteil dieses Lehrgangskonzeptes ist die Interdisziplinarität. Im Simulationszentrum trainieren die Berufsgruppen gemeinsam, die auch in der täglichen Praxis zusammen arbeiten. In der Neugeborenenversorgung sind dies insbesondere Hebammen und ärztliche Mitarbeiter aus Anästhesiologie, Gynäkologie und Pädiatrie. Häufig haben diese Teams in der aktuellen Konstellation noch nicht zusammen gearbeitet und die einzelnen Teammitglieder haben auch unterschiedlich viel Erfahrung auf diesem Gebiet. Prof. Stefan Schröder sieht darin jedoch keinen Widerspruch. Ganz im Gegenteil - er möchte genau diesen Aspekt abbilden und hebt hervor: „Die Teilnehmenden lernen im Simulationstraining allgemeine Grundlagen zum Lösen komplexer Probleme. Dazu gehören eine dynamische Entscheidungsfindung, der Umgang mit verschiedenen Ressourcen (Personen und Material) und das Verhalten im Team. Das kann nur gelingen, wenn das Team und die Umgebung so realitätsnah wie möglich zusammengesetzt sind“.

Weitere Unterstützung bei den Praxisstationen und der Umsetzung der Szenarien bekamen Andreas Wentz und Stefan Schröder an diesem Wochenende von Yvonne Kaiser, Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin, sowie von Nina Balfer und Tillmann Speer aus der Klinik für Anästhesiologie der Uniklinik Köln bzw. Marburg.
In diesem Jahr findet noch ein weiterer Lehrgang im Krankenhaus Düren statt (16./17.11.). Darüberhinaus sind auf Anfrage auch InHouse-Veranstaltungen möglich.