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Auch die Versorgung eines verunglückten Wassersportlers wurde bei „DAS goes Outdoor“ trainiert. Foto: Regina Jaschke-Schröder

Zur sommerlich-leichten Atmosphäre am Seeufer wollten die Themen auf den ersten Blick nicht so recht passen. Es ging um Jagdunfälle, Terrorszenarien und verunglückte Taucher. Doch der landschaftlich reizvolle Antoniushof in Rurberg war nur Schauplatz eines intensiven Trainings, mit dem sich beim 8. Dürener Anästhesie-Symposium (DAS) des Krankenhauses Düren wieder fast 90 Ärzte, Rettungsdienstler und Pflegekräfte für den Ernstfall präparierten.

Das Symposium, das erstmals unter der Überschrift „DAS goes Outdoor“ stand, hielt, was der Titel versprach: ein breitgestreutes Angebot, sich über Theorie und Techniken bei der Versorgung von Unfällen in der Freizeit und bei der Arbeit zu informieren und die adäquate Versorgung bei Outdoor-Sportarten zu präsentieren. Viele DAS-„Wiederholungstäter“ kamen in das Naturschutzgebiet am Rursee, denn das große Spektrum an Übungsstationen hat sich mit jedem Symposium mehr und mehr herumgesprochen.

Während am Vormittag die theoretische Basis gelegt wurde, ging es nach der Mittagspause in die Praxis: In Kleingruppen konnten die Teilnehmer an den sechs Stationen ihre Fertigkeiten dank täuschend echter Prothesen trainieren. Das kam, wie auch der theoretische Teil am Vormittag, bei den Teilnehmern sehr gut an. So sprach zum Beispiel Nadine Bidaoui, Allgemeinmedizinerin und Notärztin aus Heimbach, von hohen Erwartungen, die erfüllt worden seien. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Rettungstauchern vom THW hatte es der Seglerin angetan. Die Demonstration der Rettungskette von der Alarmierung nach einem Unfall am Wasser über die Funkkontrolle und das Absuchen nach dem „Scheibenwischerprinzip“ unter Wasser veranschaulichten, wie wichtig das Zusammenspiel aller Beteiligten zur Rettung von Unfallopfern ist.
Der Kreuzauer Allgemeinmediziner Christopher von Laufenberg war gekommen, „um fachlich über den Tellerrand zu schauen“. Als Hausarzt betreffen ihn die Rettungsaktionen nur sekundär, doch Wassersportunfälle treten auch im Freizeitbereich vermehrt auf – und auf diese wollte er vorbereitet sein. Sozialpädagogin Angelika Braun aus Aachen wollte ihre Kenntnisse als Rettungssanitäterin auffrischen und fand die Rettungsmöglichkeiten bei Unterkühlung besonders spannend. Gleichzeitig konnte sie ausgiebig an Schweinelungen üben, einem Patienten durch Thoraxdrainage die Atmung wieder zu ermöglichen.

Erstmalig kam im Rahmen des DAS eine neue Simulationspuppe zum Einsatz. Damit wurde in einer 30-minütigen Simulation ein Explosionstrauma dargestellt. Dabei konnten schwere Verletzungbilder wie Schusswunden erkannt und  behandelt werden. Mit einer neuartigen Thoraxpunktionsnadel konnte der Spannungspneu entlastet werden. Mit einem "Chest Seal" wurde die Schussverletzung versorgt. Der Rettungsdienst Kreis Düren ist technisch komplett auf diese Verletzungsbilder eingestellt und übt den Einsatz der medizinischen Geräte in regelmäßigen Skilltrainings. 

„Insgesamt war es eine rundum gelungene Veranstaltung in einer passenden Kulisse, die eine optimale Arbeitsatmosphäre begünstigte“, zog Chefarzt Prof. Dr. Stefan Schröder ein positives Fazit. Er dankte den vielen Mitarbeitern des Krankenhauses Düren, die sich als Gruppenleiter, Referenten und in die Organisation eingebracht haben, sowie den Helfern von DRK-Wasserwacht und THW für ihren Einsatz. Er betonte, dass ohne das große Engagement der hauptverantwortlichen Ärzte Dr. Sigurd Kohlen, Oberarzt der Anästhesie, und Dr. Detlef Struck, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Düren, eine solch aufwändige Fortbildung nicht zu stemmen sei. (Regina Jaschke-Schröder)