headerline

Notfallmedizinischer Kongress in Düren mit fast 100 Teilnehmern

1. Dürener Anästhesiesymposium: Notfallmedizinischer Kongress in Düren mit fast 100 Teilnehmern

Düren. Kein röhrender Hirsch aus der Eifel, aber die (Luft-)Röhre von Hirschen spielte eine Hauptrolle beim ersten Dürener Anästhesie Symposium (DAS) am 26. Februar 2011 im Kongresszentrum des Krankenhauses Düren. Knapp 100 Notärzte und Rettungsdienstmitarbeiter trafen sich zum ganztägigen Erfahrungsaustausch über die besten Rettungsmethoden in lebensbedrohlichen Situationen.

Dass so eine notfallmedizinische Fortbildung nicht nur hochwillkommen, sondern regelmäßig notwendig ist, zeigten die Reaktionen der Teilnehmer: Die Praktiker der Rettung fanden hier Trainingsbedingungen vor, die ihnen einen wesentlichen Vorteil beim Echteinsatz am Unfallort oder im Operationssaal bringen – sie konnten in Workshops üben, wie Intubationen, Punktionen, Luftröhrenschnitte und andere letzte Mittel zur Rettung eines Menschenlebens tatsächlich funktionieren. „Denn immer wieder kommt es auf die Erfahrung an, wenn man sich in ärgsten Stresssituationen in Sekundenschnelle für einen Schnitt entscheiden muss, der Leben oder Tod des Verunfallten bedeutet", erläutert Dr. med. Sigurd Kohlen, erfahrener Notfallmediziner aus dem Krankenhaus Düren und Mitbegründer des DAS.

Und da kommt der Hirsch ins Spiel. Denn die Luftröhre des Tieres ist der des Menschen sehr ähnlich. Wie man die Instrumente an der entscheidenden Stelle des außerordentlich widerstandsfähigen Gewebes richtig ansetzt, will schlicht gelernt sein. „Wir trainieren den Luftröhrenschnitt, die sogenannte Koniotomie am Hals und das Legen von Notfallzugängen in das Knochenmark am Schienbein, weil das auch für Notärzte keine alltäglichen Situationen sind", berichtet Dr. med. Detlef Struck vom Krankenhaus Düren, ebenfalls Mitbegründer des Symposiums. Struck weiß, wovon er redet: Er musste einmal eine dieser seltenen letzten Eingriffe bei einem ertrunkenen Kind vollziehen. Mit Erfolg. „Das Kind ist gesund und geht heute zur Schule."

Gerade weil es bei Beatmungsmethoden bei schwierigen Unfällen nicht den einzigen goldenen Weg geben kann, waren die Ärzte in mehreren Vorträgen und den anschließenden Praxis-Workshops in einem regen Erfahrungsaustausch, dem weitere Veranstaltungen folgen sollen. „Die Anästhesie eines Krankenhauses ist 365 Tage lang 24 Stunden im Dienst. Da muss man auch neue Wege gehen, um den Erfahrungsschatz mit den Kolleginnen und Mitarbeitern im Sinne eines Netzwerkes zu erweitern. Das ist Qualitätsmanagement im besten Sinne", bilanzierte Privatdozent Dr. med. Stefan Schröder, der neue Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie in Düren.

Am 1. DAS beteiligten sich notfallmedizinische Experten aus Aachen, Köln, Bonn, Göttingen, Mechernich und Düren. Das DAS bleibt der Innovation und Nachhaltigkeit in der Lebensrettung verpflichtet.

 
Mehr in dieser Kategorie: Ausgezeichnete Schmerztherapie »