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Referenten und Moderatoren der Sepsis-Fortbildungsveranstaltung (von links): Dr. Serhat Aymaz, Prof. Stefan Schröder, Prof. Sebastian Lemmen, Dr. Marzia Bonsignore, Dr. Bernhard Heising, Reinhard Strohdeicher, Dr. Jan Karl Schütte und Dr. Fabian Juzek-Küpper.

Viele Menschen kennen die Sepsis als Erkrankung nicht oder unterschätzen die Gefahr der „Blutvergiftung“. Wird sie nicht früh erkannt und sofort behandelt, kann sie tödlich sein. „In Deutschland ist das Sterberisiko von Patienten mit einer schweren Sepsis höher als in anderen Industrienationen“, erläuterte Dr. Jan Karl Schütte, Sektionsleiter der operativen Intensivstation im Krankenhaus Düren. Er forderte von der Politik einen nationalen Aktionsplan, wie bereits in Australien, England und den Vereinigten Staaten umgesetzt.

„Sepsis ist häufig Folge einer unbeherrschten bakteriellen Infektion der Atemwege, des Harntrakts oder des Bauchraums“, führte Dr. Bernhard Heising, Infektiologe und Krankenhaushygieniker im Krankenhaus Düren, aus. Dr. Fabian Juzek-Küpper, Infektiologe am Uniklinikum Aachen, veranschaulichte den 60 Teilnehmern aus Kliniken und Praxen der Region die Schwierigkeiten bei der Sepsis-Diagnostik und -Therapie. Die Referenten Dr. Marzia Bonsignore und Reinhard Strohdeicher aus Gelsenkirchen analysierten anschaulich infektionsprophylaktische Methoden und die Wertigkeit von spezialisiertem Hygienefachpersonal. „Viele tausend Todesfälle bei Sepsis pro Jahr wären in Deutschland durch Steigerung der Impfraten, Reduzierung vermeidbarer Krankenhausinfektionen und vor allem durch bessere Früherkennung und Behandlung vermeidbar“, waren sich die Referenten einig. Aufklärung rettet Leben, lautete das Resümee der Diskussion mit dem Fachpublikum. Vor diesem Hintergrund werden die Dürener Ärzte ihre Aufklärungskampagnen für Fachpersonal und Laien intensivieren.