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Das Simulationszentrum des Krankenhauses Düren hat einen In-House Refresher-Kurs zum Thema „Sedierung und Notfallmanagement in der Endoskopie“ für Mitarbeiter der Endoskopie des Evangelischen Krankenhauses Düsseldorf angeboten.
Unter der Leitung der beiden Dürener Chefärzte, Dr. Serhat Aymaz aus der Gastroenterologie, und Prof. Stefan Schröder aus der Anästhesiologie, führte das Team des Simulationszentrums aus Düren durch den Ein-Tages-Refresher-Kurs.


Jeder Patient hat ein Recht auf eine schmerz- und stressfreie Endoskopie, bringt es die Deutsche Gesellschaft für Endoskopie-Assistenzpersonal, kurz DEGEA, auf den Punkt. Sichere Sedierung bedarf einer angemessenen Struktur- und Prozessqualität sowie persönlicher Voraussetzungen des Personals in der Endoskopie. Wichtig ist neben Fach- und Handlungskompetenz insbesondere eine strukturierte Teamarbeit. Seit langem ist der Einfluss der Human Factors, der menschlichen Faktoren, auf die Patientensicherheit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter bekannt. Verstärkt wird deren Einfluss in einer komplexen Arbeitsumgebung mit multiplen akustischen und visuellen Reizen, in denen neben kognitiven Höchstleistungen auch filigrane Tätigkeiten durchgeführt werden müssen. Dies betrifft sowohl die Endoskopie als auch das Herzkatheterlabor, sogenannte Hochrisiko-Arbeitsplätze. Der angebotene Refresher-Kurs hatte den Anspruch, alle angesprochenen Ebenen zu trainieren. Da das beste Training mit einem bestehenden Team unter möglichst realistischen Arbeitsbedingungen stattfindet, wurden die Räumlichkeiten der Endoskopie des Evangelischen Krankenhauses Düsseldorf kurzerhand für das Simulationstraining umgestaltet.
Am Vormittag machte das Dürener Team die acht pflegerischen Teilnehmer der Endoskopie des Evangelischen Krankenhauses Düsseldorf sowie vier pflegerische Kolleginnen aus dem Herzkatheter mit den theoretischen Hintergründen vertraut. In einem intensiven Diskurs wurden den Teilnehmern die Details rechtlicher Grundlagen wie auch der strukturellen und prozessualen Qualitätsmerkmale einer sicheren Sedierung nähergebracht. Fehlen durften aber weder pharmakologische noch pharmakokinetische Eigenschaften der bei Sedierungen zum Einsatz kommenden Medikamente. Abgerundet wurde der Vormittag durch Einblicke in die Sicherung vitaler Funktionen und das Zwischenfallmanagement.
Am Nachmittag ging es dann zum Training der praktischen Fertigkeiten mit dem Fokus auf Patientenüberwachung und Management von Problemsituationen. Nach einer Einführung und Eingewöhnung in den Simulator begann für die Teilnehmer ein spezifisches Training zur Verbesserung der persönlichen Handlungsfähigkeit, vor allem aber auch zur Erhöhung der Effektivität der Teams der Endoskopie und des Herzkatheterlabors. Im Anschluss an die einzelnen Szenarien, in denen die häufigsten kritischen Situationen bei einer Sedierung thematisiert wurden, erfolgte ein offenes und konstruktives Debriefing, das den Teilnehmern die Selbst- und Teameinschätzung erleichterte.
Nach einem intensiven Trainingstag bestätigte das Teilnehmerfeedback das angebotene Kurskonzept der Schulung für das gesamte Team am eigenen Arbeitsplatz. „Wichtig wäre ein Simulationstraining mit allen Teammitgliedern, also auch dem ärztlichen Personal“, lautete das Resümee. Hier zeige sich die Bedeutung interdisziplinärer Trainings zur Vermeidung von Fehlern und Zwischenfällen.
Das Team des Simulationszentrums der Krankenhaus Düren gem. GmbH steht für In-House Seminare zur Verfügung. Für Anfragen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat der Anästhesie. (Text: Anja Sommer).