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Prof. Gernot Marx von der Uniklinik RWTH Aachen (2.v.r.), bedankte sich als Konsortialführer von TELnet@NRW bei Olaf Schroeder, Prof. Stefan Schröder und Dr. Bernhard Heising (von links) für das erfolgreiche Mitwirken im Projekt. Foto: ZTG GmbH

Die bestmögliche Gesundheitsversorgung in Stadt und Land ist der Wunsch von Patienten und ihren Angehörigen, von Ärzten und der Politik. Insbesondere schwer kranke Menschen sind auf eine hochqualifizierte intensivmedizinische und infektiologische Behandlung angewiesen. Dort setzte 2017 das Projekt TELnet@NRW an: Mit Hilfe der Telemedizin sollte es möglich werden, medizinisches Wissen genau dort zu nutzen, wo es benötigt wird – und das rund um die Uhr.

Zwei Modellregionen wurden für TELnet@NRW ausgewählt: Münster und Aachen. In der hiesigen Modellregion vernetzte sich das Krankenhaus Düren mit der Uniklinik RWTH Aachen. Fortan wurde die Videokonferenz zwischen den Aachener und Dürener Intensivmedizinern und Infektiologen zur täglichen Praxis. Beide Seiten waren schnell vom großen Wert des kollegialen Austauschs über teils hochkomplexe Behandlungsfragen überzeugt. Bei der Abschlussveranstaltung wurden die beteiligten Mediziner aus dem Krankenhaus Düren nun von TELnet@NRW-Konsortialführer Prof. Gernot Marx (Uniklinik Aachen) für ihre wertvolle Mitarbeit am erfolgreichen Projekt ausgezeichnet.

Mit über 10.000 telemedizinisch betreuten Patienten habe das Projekt die Erwartungen der Beteiligten weit übertroffen, sagte Prof. Marx. Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass die Zusammenarbeit in einem sektorenübergreifenden telemedizinischen Netzwerk einen spürbaren Mehrwert bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten in der Intensivmedizin und Infektiologie bietet.

Dieser Einschätzung können sich die Dürener Mediziner nur anschließen. „Ganz besonders erfreulich sind die starken Verbesserungen bei der Sepsisbehandlung, die im Zweifelsfall Leben retten können“, erklärt Intensivmediziner Olaf Schroeder. „Wir konnten durch die Televisiten im Klinikalltag jederzeit eine qualifizierte antiinfektive Therapie sicherstellen“, ergänzt der Infektiologe und Krankenhaushygieniker Dr. Bernhard Heising. „Auch die Patientinnen und Patienten sind von der zusätzlichen telemedizinischen Betreuung überzeugt“, berichtet Prof. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Das Projekt zeige eindrucksvoll, dass die Bildung telemedizinischer Netzwerkstrukturen, insbesondere bei hochkomplexen Gebieten wie der Intensivmedizin, eine flächendeckende und heimatnahe Versorgung auf höchstem medizinischen Niveau ermöglicht. „Vor diesem Hintergrund sind wir froh, von Anfang an bei diesem zukunftsweisenden Projekt beteiligt gewesen zu sein“, betont Schröder. Was ihn und alle anderen Beteiligten besonders freut: Im Anschluss an die geförderte Projektlaufzeit stellt eine Übergangsfinanzierung der Krankenkassen die Weiterführung der telemedizinischen Betreuung sicher.