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„Von allem etwas“, das sei beim Grillen wie auch bei der Ernährung im Allgemeinen die richtige Losung, sagt Ernährungsberaterin Kathrin Hunf. So könne es auch beim Grillen nicht nur lecker, sondern auch gesund sein.

Das sollte ein perfekter Feiertag werden: Strahlenden Sonnenschein und sommerliche Temperaturen versprechen die Meteorologen für diesen Donnerstag. Ideale Voraussetzungen also, um im Garten oder auf dem Balkon den Grill anzufeuern. Wir haben unsere Ernährungsberaterin Kathrin Hunf gefragt, was wir denn mit gutem Gewissen aufs Rost legen können. Die Überschrift: Gesundes Grillen! 

Mit einer Ernährungsberaterin übers Grillen sprechen – ob das so eine gute Idee ist? Im Grunde kann das nur mit einem schlechten Gewissen und dem Abblasen des Familiengrillens enden, für das beim Metzger schon die Großbestellung liegt.

Stimmt nicht. Denn die Ernährungsberaterin heißt Kathrin Hunf. Und die Expertin aus dem Krankenhaus Düren kommt nicht mit erhobenem Zeigefinger daher. Gesund und lecker grillen? „Ja, das geht“, sagt Kathrin Hunf und richtet ihr Augenmerk zunächst auf das für viele Männer einzig akzeptable Grillgut: Fleisch. „Maximal 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung“, berichtet Kathrin Hunf. „Wenn Sie also gerne Fleisch grillen, ist das kein Problem. Sie sollten dann nur in den Tagen davor und danach ein bisschen zurückhaltender damit sein.“ Und welches Fleisch sollte es ein? „Am besten höherwertiges aus der Region“, rät die Ernährungsexpertin mit Blick auf den besseren Geschmack, die bessere Öko-Bilanz und auf den Preis. Richtig gelesen: auch mit Blick auf den Preis. „Das hochwertige regionale Produkt vom Metzger ist teurer. Da kauft man dann lieber ein bisschen weniger von“, sagt Kathrin Hunf augenzwinkernd.

Wichtig sei es, beim Fleischgrillen darauf zu achten, dass sich keine gesundheitsgefährdenden Stoffe entwickeln. Die als krebserregend geltenden Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe entstehen, wenn beim Grillen Fett, Fleischsaft oder Marinade in die Holzkohle tropft. Kathrin Hunf empiehlt deshalb, das Fleisch in Aluschalen zu grillen. Oder besser noch in Stahlpfännchen: „Dünne Aluschalen können sich durch säurehaltige Marinade auflösen. Und es sind im Gegensatz zu stabilen Pfännchen Wegwerfprodukte, die die Umwelt belasten.“

So viel zum Thema Fleisch. Auch wenn viele Männer jetzt stark sein müssen: Es gibt Alternativen für den Grill. Zum Beispiel Fisch. Zweimal pro Woche sollten wir im Sinne einer ausgewogenen Ernährung Fisch essen, am besten einmal fettreichen und einmal fettarmen, weiß Kathrin Hunf. „Zum Grillen eignet sich als fettreicher Fisch der Lachs sehr gut, als fettarmer die Forelle“, lautet der Tipp der Ernährungsberaterin. Wobei der Lachs auch anstelle von Fleisch perfekt für einen bunten Grillspieß sei. Dazu Zwiebeln und Paprika oder auch in der süßeren Variante Ananas oder anderes Obst.

Gemüse, zum Beispiel Paprika, Champignons oder Zucchini, lässt sich nicht nur aufspießen, sondern auch wunderbar füllen. Mit Fleisch – natürlich – aber mindestens genauso gut und lecker auch mit Frischkäse oder Feta. Wenn das Ganze, bevor es auf den Grill kommt, dann noch mit frischen Kräutern, Frühlingszwiebelchen und Möhrchen verfeinert wird, dann könnte sich vermutlich auch der größte Fan der Hackfleischfüllung überzeugen lassen.

Und welche Beilagen empfiehlt die Ernährungsexpertin? Den Vorschlag „Fleischsalat“ quittiert sie mit einem milden Lächeln. Ihr Tipp: „Linsen- oder Kichererbsensalat. Die Hülsenfrüchte haben gutes pflanzliches Eiweiß und viele sättigende Ballaststoffe. Dazu komplexere Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel deutlich weniger ansteigen lassen.“

„Von allem etwas“, das sei beim Grillen wie auch bei der Ernährung im Allgemeinen die richtige Losung, sagt Kathrin Hunf zusammenfassend. So könne es auch beim Grillen nicht nur lecker, sondern auch gesund sein.

Zu unserer Ernährungsberatung geht es hier.