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Live-Bilder aus dem Pankreasgang: Gastroenterologe Dr. Serhat Aymaz wertet die Aufnahmen des „Spy Glass“ am Computer aus. Foto: Christoph Lammertz

Krankenhaus Düren bietet neue Verfahren zur Behandlung von Steinen und Lebertumoren an.

Die Bilder sind faszinierend: Wie Felsbrocken, die einen Höhleneingang blockieren, sehen die Steine im Gallengang aus. Bald sind sie aus dem Weg geräumt. Denn die hochaufgelösten Fotos der Minikamera am Ende des Endoskop-Schlauchs lassen die Ärzte im Krankenhaus Düren mit dem Stoßwellen-Zertrümmerer so zielgenau arbeiten, dass die Bilder vom blockierten Höhleneingang rasch nur noch Erinnerungsfotos sind.
Mit hochspezialisierten Geräten und dem Einsatz neu entwickelter Verfahren hat das Krankenhaus Düren seine diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für Patienten mit Steinen oder Tumoren im Bereich von Galle und Leber weiter verbessert. Die Klinik an der Roonstraße bietet nun schonende Methoden an, die bisher nur in wenigen anderen Kliniken angewendet werden. Neu ist unter anderem der oben beschriebene Einsatz eines „Spy Glass“ (Spion-Glas) bei der Spiegelung von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen. Bei diesem endoskopischen Verfahren zum Auffinden und Entfernen von Steinen nutzen die Gastroenterologen keine Röntgenbilder mehr, sondern die Live-Aufnahmen einer Mini-Digitalkamera.


„Das Spy Glass liefert uns Echt-Bilder aus den Gallen- oder den Bauchspeicheldrüsengängen. So können wir nicht nur problemlos Steine entfernen, indem wir sie zertrümmern oder mit einem Körbchen herausziehen, sondern bei Verdacht auf einen Tumor auch direkt Biopsien entnehmen“, erklärt Dr. Serhat Aymaz, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Diabetologie im Krankenhaus Düren.
Eine weitere Ausweitung des Behandlungsspektrums ist die Transarterielle Chemoembolisation (TACE). Mit diesem
neuen radiologischen Verfahren können die Mediziner Lebertumore, die bisher wegen ihrer Lage inoperabel waren, trotzdem behandeln. Auch Metastasen in der Leber können so am weiteren Wachstum gehindert werden. Durch die Arterien
bringt der Radiologe mit Hilfe eines Katheters Chemotherapeutika direkt zu den tumorversorgenden Gefäßen der Leber. Zusätzlich werden Stärkepartikel (Embolisationsmittel) eingesetzt, die den Blutzufluss zum Tumor blockieren und damit die Wirkung der Chemotherapeutika verlängern. Mit Hilfe der TACE lässt sich die Lebenserwartung von Patienten mit inoperablen Lebertumoren deutlich verlängern. Zunehmend gewinnt diese Methode auch Bedeutung als Überbrückungstherapie vor einer Lebertransplantation.
„Die TACE ist nicht nur bei Lebertumoren ein Verfahren, das unsere Behandlungsmöglichkeiten erweitert. Wir nutzen es am Krankenhaus Düren inzwischen in der Behandlung weiterer Tumorerkrankungen und erzielen damit gute Erfolge“, freut sich Prof. Dr. Andreas Kopp, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, über die neuen Möglichkeiten.