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(Bild: Tillmann Speer)

Im Krankenhaus Düren fand jetzt zum ersten Mal ein speziell auf die Bedürfnisse von Allgemeinmedizinern zugeschnittenes Simulationstraining zum Notfallmanagement statt. Prof. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, begrüßte niedergelassene Hausärztinnen und Hausärzte aus Stadt und Kreis Düren zu dieser Premiere in den Räumen des Simulationszentrums.

Die Versorgung von Patienten mit akut lebensbedrohlichen Notfällen gehört nur selten zum Alltag eines Allgemeinmediziners und bedeutet somit oft eine besondere Stresssituation für alle daran beteiligten Personen. Zur deren Häufigkeit existieren kaum verlässliche Zahlen. Es ist anzunehmen, dass diese nach Standort, Patientenklientel und Versorgungsschwerpunkt auch unterschiedlich ausfallen. Erfahrungsgemäß treten solche Situationen jedoch immer wieder auf. So stellen sich Patienten aufgrund der Nähe zur Praxis oder aufgrund eines Hausarztmodells der Krankenkasse auch mit einem medizinischen Notfall zuerst bei ihrem Hausarzt vor. Manche Patienten erfahren auch innerhalb der Praxis eine unerwartete Komplikation, z.B. eine allergische Reaktion nach Medikamentengabe.

Der erstbehandelnde Arzt spielt in der Notfallsituation eine entscheidende Rolle. Durch eine zielgerichtete Diagnostik und die zügige Einleitung einer Initialtherapie zur Stabilisierung des Patienten sollen möglichst schwerwiegende Verläufe abgewendet werden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist ein Notfallmanagement essentiell, das explizit auf die individuellen Bedürfnisse der Einrichtung abgestimmt ist. Neben einer adäquaten Notfallausrüstung ist dafür auch ein fundiertes Fachwissen in der Akutbehandlung, insbesondere bei der Sauerstofftherapie, der Schmerzbehandlung und der Gabe von Notfallmedikamenten sowie Vollelektrolytlösungen besonders wichtig. Darüberhinaus sind in solchen Situationen die sog. nicht-technischen Fähigkeiten (Situationswahrnehmung, Entscheidungsfindung, Aufgabenmanagement, Teamwork und Kommunikation) von entscheidender Bedeutung. Diese lassen sich im Simulationszentrum der Krankenhauses Düren gem. GmbH mit einem realitätsnahen Patientensimulator und einer steuerbaren Monitoreinheit exzellent trainieren.

Das Instruktorenteam rund um Dr. Ulrike Glöckner, Fachärztin für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin, sowie Tillmann Speer, Arzt und Lehrrettungsassistent, lässt seine langjährige Erfahrung aus der Notfallmedizin und aus Simulationstrainings in unterschiedlichsten Bereichen in die Gestaltung der Lehrgänge einfließen. So beginnen die Lehrgänge mit einer Einführung über die Entstehung von Fehlern in der Medizin und Möglichkeiten, das vorhandene medizinisch-fachliche Wissen tatsächlich auch in Notfallsituationen abzurufen und vor allem effektiv umzusetzen. Nach einer Einführung in den Simulator haben die Teilnehmenden Gelegenheit, aktiv mit dem Patientensimulator zu arbeiten. „Dass es sich dabei nur um einen Simulator und nicht um einen echten Patienten handelt, vergessen die meisten Teilnehmenden bereits am Anfang“, berichtet Tillmann Speer. Er führt weiter aus: „Natürlich ist dafür eine gewisse Bereitschaft nötig, sich auf diese Situation einzulassen und auch über eigene Fehler zu sprechen. Die Nachbesprechungen, sog. Debriefings, die wir gemeinsam mit den Teilnehmenden durchführen, ermöglichen ihnen dann, aus diesen Fehlern zu lernen. Das ist eine einzigartige Chance, die Sicherheit der uns anvertrauten Patienten nachhaltig zu erhöhen.“

Seit kurzem wird das Instruktorenteam bei seiner Tätigkeit von einer erweiterten EDV-Ausstattung unterstützt. Prof. Stefan Schröder, der diesen Umbau initiierte, zeigt sich hoch erfreut: „Mit der neuen Videotechnik können wir neben dem Kamerabild und dem Ton nun auch die Patientendaten wie EKG, Sauerstoffsättigung und Blutdruck direkt auf einen Monitor in den Seminarraum übertragen. So ermöglichen wir den Lehrgangsteilnehmern, die gerade nicht aktiv simulieren, live dabei zu sein und die Geschehnisse genau zu verfolgen. Aus unseren Evaluationen wissen wir, dass dies sehr positiv bewertet wird. Die neue Technik bringt uns dabei noch weitere Vorteile und erleichtert die Kameraführung.“

Das Simulationszentrum der Klinik für Anästhesie der Krankenhaus Düren gem. GmbH bietet auf Anfrage weitere Lehrgänge zum Notfallmanagement für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte an. Dabei können individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden. Das Simulationstraining kann dank mobiler Technik sogar in Praxisräumen im Rahmen eines In-House-Lehrgangs durchgeführt werden. (Text und Bild: Tillmann Speer)

 

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