headerline

In der Klinik an der Roonstraße entsteht ein Mutter-Kind-Zentrum

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Schließung der Pädiatrie im Krankenhaus Düren verfügt. Die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin kann nur noch bis Ende März des kommenden Jahres weiterbetrieben werden. Der Beschluss ist eine Reaktion auf die wegen der demografischen Entwicklung zu geringe Zahl kleiner Patienten. Nicht betroffen von dieser Entscheidung ist die Geburtshilfe im Krankenhaus Düren. Im Gegenteil: Der Aufsichtsrat hat grünes Licht für eine Aufwertung der Geburtshilfe gegeben und der Gründung eines Mutter-Kind-Zentrums zugestimmt.

Bereits 2005 hatte das Land die Kinderklinik aus dem Bedarfsplan gestrichen. Im Sinne einer Rundum-Versorgung wollten die Verantwortlichen im Krankenhaus Düren, das in 13 Kliniken und Instituten nahezu das gesamte medizinische Spektrum abdeckt, die Pädiatrie aber so lange wie möglich aufrechterhalten. Sieben Jahre lang wehrten sie sich erfolgreich gegen das Aus. Mit erstklassiger medizinischer, pflegerischer und pädagogischer Betreuung der kranken Kinder gelang es sogar, gegen den demografischen Trend die Patientenzahlen noch einmal zu steigern. Das änderte aber nichts an der Einschätzung des Landes.

„Wir bedauern diese Entscheidung sehr“, sagt Bürgermeister Paul Larue, Vorsitzender des Aufsichtsrats im Krankenhaus Düren. „Wir haben sieben Jahre lang gekämpft und alles unternommen, um die Kinderklinik zu erhalten, denn dort wird hervorragende Arbeit geleistet. Deshalb schmerzt dieser Beschluss ganz besonders.“ „Wir haben uns bis zuletzt für den Erhalt eingesetzt“, betont auch Geschäftsführer Dr. Gereon Blum, der sich bei den 30 Mitarbeitern der Abteilung für die vorbildliche Arbeit bedankte. Erklärtes Ziel von Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Betriebsrat ist es, Kündigungen zu vermeiden. Derzeit wird ein Konzept zur Unterbringung der Beschäftigten in anderen Abteilungen des Hauses erarbeitet.

Zugleich wird eine alternative Lösung für die Anbindung von Kinderärzten an das Krankenhaus Düren erarbeitet. "Es werden auf jeden Fall weiter Kinderärzte im Krankenhaus verfügbar sein", sagt Dr. Blum. Selbstverständlich können Kinder auch weiterhin in den Fachabteilungen des akademischen Lehrkrankenhauses behandelt werden, die medizinische Leistungen auf höchstem Niveau bieten.

Gemütliche Familienzimmer

Mit dem Ausbau der Geburtshilfe wird bereits zu Beginn des kommenden Jahres begonnen. Auf der Wöchnerinnenstation werden alle Zimmer in gemütliche Familienzimmer umgewandelt, in der auch Väter und Geschwisterkinder die ersten Stunden und Tage mit dem neuen Familienmitglied verbringen können. Neben neuen Funktionsräumen und einem schicken Frühstücks- und Aufenthaltsraum entstehen vier weitere Zimmer auf dem Niveau der Komfortstation „Düren“. Dass das Land die pädiatrischen Betten im Krankenhaus aus dem Krankenhausplan gestrichen hat, nutzt die Klinik zur Verdopplung der Fläche, die künftig für Neugeborene und ihre Eltern zur Verfügung steht.  „Wir gehen den Weg, den Aufenthalt in unserem Haus für alle Patienten komfortabler zu gestalten, konsequent weiter“, sagt Geschäftsführer Dr. Gereon Blum. „Die junge Familie ist uns dabei ein besonderes Anliegen. Auch deshalb haben wir mit Dr. Axel Sauerwald im Sommer einen neuen Chefarzt der Frauenklinik ins Krankenhaus Düren geholt, der in der Region zu den führenden Medizinern auf dem Gebiet der Geburtshilfe zählt.“

Ähnliche Artikel