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Priv.-Doz. Dr. Hermann Janßen, Chefarzt der Chirurgie im Krankenhaus Düren, beim Schilddrüseneingriff mit Lupenbrille. Foto: C. Lammertz

Sie hat die Form eines Schmetterlings, befindet sich im vorderen Halsbereich und übernimmt eine wichtige Steuerungsfunktion im menschlichen Körper: die Schilddrüse. Die Hormone, die in der Schilddrüse gebildet werden, beeinflussen Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und Psyche. Erkrankungen dieses Organs können sich deshalb vielgestaltig äußern und kommen insbesondere bei Menschen über 45 häufig vor – als hormonelle Fehlfunktionen oder als krankhafte Veränderungen in Größe und Beschaffenheit des Organs.

Bei einem Großteil der Schilddrüsen-Erkrankungen ist die Behandlung mit Medikamenten die Therapie der ersten Wahl. Isolierte Überfunktionen lassen sich in ausgesuchten Fällen auch mit nuklearmedizinischen Methoden gut behandeln. Häufig bietet aber eine Operation die besten Heilungschancen. Insbesondere bei einer starken Vergößerung der Schilddrüse oder bei Verdacht auf Schilddrüsenkrebs wird eine OP erforderlich. Dann sind die Patientinnen und Patienten bei Priv.-Doz. Dr. Hermann Janßen und seinem Team in besten Händen.

„Gerade bei operativen Eingriffen an der Schilddrüse sind viele Menschen zögerlich“, weiß der Chefarzt der Chirurgie im Krankenhaus Düren. Der Grund dafür sei die Angst vor einer Beschädigung des Stimmbandnervs bei der Operation. „Ein zentrales Anliegen der modernen Schilddrüsenchirurgie ist neben der Sanierung der Organveränderungen die sichere Schonung verletzlicher Strukturen“, betont daher der Chefarzt. „Die Sicherheit der Patientinnen und Patienten ist für uns das höchste Gut. Darum setzen wir im Krankenhaus Düren nicht nur auf erfahrene Chirurgen, sondern auch auf die Unterstützung modernster Technik.“

Die Operation ist die einzige Schilddrüsen-Behandlung, bei der sich der gewünschte Effekt unmittelbar einstellt. Alle krankhaften Veränderungen (zum Beispiel heiße oder kalte Knoten) können gleichzeitig behandelt werden. Zudem lässt nur die pathologische-mikroskopische Untersuchung des entfernten Schilddrüsengewebes zweifelsfrei die Unterscheidung zwischen Gut- und Bösartigkeit zu. Dennoch sind die Sorgen der Patienten vor einer Schilddrüsen-Operation größer als bei manch anderem Eingriff. „Das liegt an der unmittelbaren anatomischen Nachbarschaft der Schilddrüse zu den Stimmbandnerven und der damit verbundenen Angst, es könne durch die OP zu Auswirkungen auf die Stimm- und Sprachbildung kommen“, erklärt Dr. Hermann Janßen. „Verständlicherweise machen sich die Patientinnen und Patienten darüber Gedanken. Aber das Risiko ist in den Händen versierter Operateure äußerst gering. Neben einem speziellen Operationsinstrumentarium können wir die Schilddrüse mit ihren benachbarten anatomischen Strukturen durch Hilfsmittel optisch vergrößern. In unserer Klinik nutzen wir dazu Lupenbrillen, die es uns erlauben, Nerven und Gefäße durch die Vergrößerung besser zu erkennen und damit zu schützen.“

Und Dr. Janßen und sein Team können in der Schilddrüsenchirurgie noch auf ein weiteres wichtiges technisches Hilfsmittel bauen: das intraoperative Neuromonitoring. Mit dem Neuromonitoring-System werden der rechte und linke Stimmbandnerv während der OP überwacht. Wird einer der überwachten Nerven zum Beispiel durch Zug gedehnt oder es entsteht ein Kontakt zwischen Operationsinstrumentarium und Stimmbandnerv, warnt das Neuromonitoring-System den Chirurgen durch optische und akustische Signale. „Das bietet uns eine zusätzliche Sicherheit“, betont Dr. Janßen.

Nach einer Schilddrüsen-Operation sind die Patientinnen und Patienten in der Regel schnell wieder fit. Schon am OP-Tag können sie sich frei auf der Station und im Krankenhaus bewegen. Bei einem regelhaften postoperativen Verlauf können die Patienten bereits nach drei Tagen stationärer Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen werden.

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