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Die Macher von „Zustand nach Dienst“ (von links): Dr. Jan Karl Schütte, Hendrik Kürschner und Dr. Martin Dürbaum. Sie haben bereits sieben Folgen ihres Medizin-Podcasts online gestellt.. Foto: C. Lammertz

Jan Karl, Martin und Hendrik – Ärzte auf einer interdisziplinären Intensivstation in NRW. Ein Dialog, wie er unter Kollegen jeden Tag stattfindet. Themen, die den Arbeitsalltag auf einer Intensivstation ausmachen und in lockerer Atmosphäre fachlich diskutiert und durch unterschiedliche Perspektiven neu beleuchtet werden. Auf dem Weg zum Parkplatz, in der Umkleide, bei der Mittagspause . . .

So beschreiben die Macher des Podcasts „Zustand nach Dienst“ ihr gemeinsames Baby, das sie in diesem Frühjahr aus der Taufe gehoben haben. Hinter Jan Karl, Martin und Hendrik verbergen sich drei Intensivmediziner des Krankenhauses Düren: der Leitende Oberarzt Dr. Jan-Karl Schütte und seine beiden Kollegen Dr. Martin Dürbaum und Hendrik Kürschner. Alle drei arbeiten mit großer Leidenschaft auf der Intensivstation. Und alle drei sind seit längerem Fans von Podcasts, jenen Audio- oder Video-Reihen im Netz, die es inzwischen von unzähligen Anbietern zu unzähligen Themen gibt. Dass die Podcasts zu medizinischen und ganz speziell zu intensivmedizinischen Themen ganz besonderes Interesse der Dürener Ärzte weckten, liegt auf der Hand. „Es gibt in diesem Fach seit längerem sehr interessante und gut gemachte amerikanische Podcasts, die zum Teil mehr als eine halbe Millionen Zuhörer im Monat haben“, berichtet Dr. Schütte. „Wir haben öfter darüber gesprochen und uns irgendwann gefragt, ob es so etwas auch im deutschsprachigen Raum gibt.“ Gab es nicht. Zumindest nicht in der lockeren Gesprächsvariante, die Dr. Schütte und seine Kollegen für das spannendste Format halten. Warum also nicht selber ein Angebot schaffen?

Von dieser Frage bis zur ersten fertigen Folge verging nicht viel Zeit. „Wir haben einfach losgelegt“, sagt Dr. Martin Dürbaum. Abends um 9, wenn die Kinder im Bett waren, haben sich Schütte und Dürbaum zum Video Call verabredet. Erstes Thema: das Delir. Was beobachten wir bei Patienten, die auf der Intensivstation in diesen Zustand der Verwirrung geraten? Was können wir tun? Welche Probleme treten auf – auch in der Kommunikation mit den Angehörigen? Aber auch: Wie nah geht uns dieses Patientenschicksal? Etwas mehr als 25 Minuten tauschten sich die beiden Intensivmediziner über dieses Thema aus. Ein Dialog, wie er unter Kollegen jeden Tag stattfindet. Nur eben mit dem Ziel, andere Menschen, die in der Intensivmedizin oder -pflege arbeiten, oder solche, die sich einfach fürs Thema interessieren, daran teilhaben zu lassen. Dafür, dass sich das Ganze auch technisch gut anhört und mit einem peppigen Vor- und Abspann online geht, zeichnet der dritte Kollege, Hendrik Kürschner, verantwortlich.

Sieben Folgen stehen von „Zustand nach Dienst“ inzwischen zum Streamen bereit – zu finden auf Plattformen wie Spotify, Deezer oder Podigee. Weitere sind schon produziert. Alles natürlich in der Freizeit. „Das ist eine rein private Geschichte“, betonen die Podcast-Macher. Über Lob vom Chef freuen sie sich dennoch: „Ich finde diese Initiative toll und bin einfach nur stolz, so motivierte und innovative Menschen in meinem Team zu haben“, betont Prof. Stefan Schröder, Chefarzt der Anästhesie im Krankenhaus Düren. Dass er in einer der kommenden Folgen von „Zustand nach Dienst“ einen Gastauftritt hat, sei schon verraten.

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